So viele Menschen sind in der Oberpfalz und im Kreis Kelheim in der Autoindustrie tätig

In der Region spielt die Automobilindustrie eine gewichtige Rolle. Tausende Menschen sind bei Herstellern und Zulieferern beschäftigt. Aber wie viele genau?
Wenn Audi hustet, hat Ingolstadt eine Lungenentzündung. Kein Wunder, in der oberbayerischen Stadt arbeiten 40.000 Menschen bei dem Unternehmen mit den vier Ringen. Doch auch in der Oberpfalz ist eine nicht geringe Zahl von Arbeitnehmern davon abhängig, dass die Autobranche läuft. 28.000 Menschen arbeiten entweder selbst bei einem Autobauer oder für die Zulieferindustrie. Diese Zahlen meldet die IHK Regensburg, die für die Oberpfalz und Kelheim zuständig ist.
Das sind nach Angaben der IHK immerhin 5,2 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der gesamten Region. Doch bei der IHK geht man zudem davon aus, dass die Bedeutung der Branche über diese Zahl hinausgeht: Automobilkomponenten werden aus der Elektro-, Kunststoff- oder Metallindustrie geliefert.
Autonomes Fahren bietet viele Möglichkeiten
Insgesamt 33 Betriebe, zu denen auch Vitesco zählt, gibt es in der Region, die indirekt oder direkt in der Autobranche tätig sind. Mehr als elf Milliarden Euro Umsatz, sieben Milliarden davon mit Auslandsgeschäften, werden im IHK-Bezirk von ihnen erwirtschaftet.
Insgesamt sieht die Branche hierzulande schwierigen Zeiten entgegen. Spricht man mit Vertretern der Branche, kritisieren die fehlende politische Stringenz.
„Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln“ war etwa das Motto beim Verbrenner-Aus. Selbst wenn man den Verbrenner weiterhin in Europa verkaufen will, fehlte eine klare Ansage. Berechenbarkeit sieht anders aus. Allerdings hat die Branche in Deutschland noch viele Chancen. Während der Markt mit Elektro-Antrieben durch die starke Konkurrenz aus den USA und China unter Druck ist, bietet das Thema Autonomes Fahren noch viele Möglichkeiten. In der Region entwickelt beispielsweise AVL die Software für autonom fahrende Busse. Deutscher Erfindergeist ist noch immer gefragt.
Zahl der Arbeitsplätze hat sich rasant nach oben entwickelt
Bislang waren auch die Kommunen gewohnt, dass es in der Autobranche stets bergauf ging. So hat sich die Zahl der Arbeitsplätze von 2013 bis ins Jahr 2023 so rapide entwickelt, dass knapp 5000 neue Jobs in dieser Zeit hinzugekommen sind. Da es sich zumeist um weit überdurchschnittlich bezahlte Arbeitsplätze handelt, fielen auch die Steuereinnahmen für die Kommunen hoch aus. Zudem befeuerten zugezogene Ingenieure auch die Immobilienmärkte. Aus dem Umkreis von VW-Werksstandorten ist bekannt, dass die Preise aufgrund der Lage stark unter Druck geraten sind.