Das Drehbuch hat eine Abensbergerin schon in der Tasche – Zur Realisierung fehlen aber noch ein paar Euro

Von Lucia Pirkl · 5. November 2024 um 19:00

Gute Ideen hat Nachwuchsregisseurin Christina Schmid zuhauf, die Umsetzung scheitert nicht selten an der Finanzierung. Entmutigen lassen will sie sich die Abensbergerin davon nicht und plant schon fleißig weitere Projekte.

Im Januar hatte Nachwuchs-Regisseurin Christina Schmid ihren Film „Fünf Jahre“ im Roxy Kino gezeigt. Aber ihr neuestes „Baby“ ist schon in der Mache. „Das Leben ist nur noch im Rausch zu ertragen“ ist eine Erzählung über zwei Frauen im Berlin der 1930er Jahre, die sich lieben, deren Liebe und vor allem deren Überzeugungen aber dann durch den Nationalsozialismus auf eine harte Probe gestellt werden. Die Geschichte ist auch eine Parabel über Mut, über die Frage, wie und ob man sich für die Freiheit einsetzt. Ein Stoff, der weit entfernt ist von seichter Unterhaltung.

Das Konzept dazu ist fertig und bald soll der 20-minütige Kurzfilm gedreht werden. Aber noch ist der Film nicht zu 100 Prozent finanziert. Wer filmen will, der braucht einen langen Atem. Denn Projekte in Deutschland, gar in Europa, hingen immer auch am seidenen Faden der Filmförderung. Die müsse ein Film dann durch Eintrittsgelder teilweise auch wieder einspielen, wie Schmid weiß.

Versicherung und Kostüme kosten

Auch Schmid, die aus Abensberg stammt – die Mama führt das Schreibwarengeschäft im Einkaufszentrum, der Papa ist Bauamtsleiter Peter Schmid – weiß um diese Klippen der Finanzierung. Dabei habe sie es als Studentin der Produktion und Medienwirtschaft an der Hochschule für Film in München sogar noch verhältnismäßig „einfach“, denn die Technik, die Ressourcen der Filmhochschule könnten für den Dreh verwendet werden. Wo auch kleinere Filmprojekte ansonsten gerne mal einen sechsstelligen Betrag verschlängen, sei ihr Kurzfilm noch vergleichsweise günstig. Und dennoch müssen Kostüme, die Versicherung oder das Szenenbild gezahlt werden, „und das ist dann schon mal teuer“, sagt Schmid. Denn umso detailgetreuer die historische Kulisse rüberkommt, desto mehr überzeugt der Film freilich.

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Noch fehlt ein bisschen was und da hofft Schmid auf Crowdfunding. Denn Fördertöpfe, die dafür in Frage kämen, und das sind nicht viele, sind schon angezapft. Auch in Abensberg wurde ihr Projekt unterstützt. Die Bürgerstiftung der Stadt Abensberg und die Josef-Stanglmeier-Stiftung hatten ihrem Projekt ebenfalls einen Anschub gegeben, „trotz der wirtschaftlich angespannten Lage. Das schätze ich wirklich sehr“, so Schmid. Der Kurzfilm wäre im Übrigen auch der Start für einen Spielfilm mit eineinhalbstündiger Länge.

Film in Sandharlanden geplant

In ihrem Film „Das Leben ist nur noch im Rausch zu ertragen“ ist sie die Produzentin, Drehbuchautorin und Regisseurin. Zudem arbeitet sie auch mit einer Autorin an der Langform. Von den Voraussetzungen in Hollywood, wo auch Privatinvestoren an der Realisation beteiligt sind, können Filmschaffende in Europa nur träumen. „Es ist immer schwierig, Filme zu produzieren“, sagt Schmid. Und zwar nicht nur für den Nachwuchs, auch für etablierte Produktionsfirmen. Sie alle sind auf Förderung angewiesen. „Klar ist man da manchmal auch frustriert.“ Aber sie brenne nun einmal fürs Filmemachen.

Und weil Filmschaffende immer an mehreren Themen gleichzeitig arbeiten, hat Schmid schon wieder zukünftige Projekte im Kopf, etwa einen Film, der in Sandharlanden spielen soll. Dazu hat sie Interviews mit ihrem Opa und dessen Geschwistern geführt. Einfließen sollen die in eine Art historischen Heimatfilm, der auch aus Dokuelementen besteht.

Wer nun mehr erfahren möchte: Das Instagram-Profil heißt „lebenimrausch.film“, dort findet man auch einen Link zur Paypal-Spendenkampagne. Eine physische Spendenbox befindet sich im „Paper Shop" im Einkaufszentrum bei Cornelia Schmid.