Weihnachtsgeschichten: Toni Lauerer aus Furth präsentiert neues Buch

Endlich wieder Toni Lauerer und dann noch ein Buch mit vergnüglichen Weihnachtsgeschichten: Die Fans sind glücklich und werden nicht enttäuscht, wie ein erster Blick hinein in die Gedankenwelt des Autors und Mundartkabarettisten aus Furth (Landkreis Cham) beweist.
Es ist bereits das 20. Buch, das Lauerer herausbringt. Bücher mit Weihnachtsgeschichten hat er schon gemacht, aber das ist einige Jahre her.
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„Die Leute haben mich immer wieder darauf angesprochen“, sagt er und ergänzt: „Viele von ihnen haben gesagt, sie brauchen neue Geschichten zum Vorlesen.“
Keine Weihnachtsgeschenke
Ist ja auch klar, keine oberpfälzer Weihnachtsfeier, bei der nicht einer seiner Klassiker zum Vortrag kommt. Also hat sich der Toni in seine Schreibstube zurückgezogen und den Band „Alle Jahre zwider“ zusammengetragen. Auf 160 Seiten macht der Mundartkabarettist, was er am besten kann: Die kleinen und großen Dummheiten seiner Mitmenschen unter die Lupe zu nehmen und näher zu beleuchten. Und wenn man ehrlich zu sich selbst ist, wird man sich in der einen oder anderen Geschichte auch selbst finden. So zum Beispiel gleich in der ersten mit dem Titel: „Gestörte Weihnachtsharmonie“.
Man wird Zeuge eines Gesprächs zweier Eheleute, die vereinbaren, auf das gegenseitige Schenken zu verzichten. Man(n) schenkt ohnehin das Verkehrte, außerdem werden Wünsche zeitnah unter dem Jahr erfüllt. Nach gegenseitigen Schwüren der geschenktechnischen Enthaltsamkeit endet der Dialog mit dem Satz: „Höchstens a Kleinigkeit.“
Doch es sind nicht nur die liebenswerten Schrulligkeiten, die Toni Lauerer beschäftigen. Wie häufig in seinen stets humorvoll verpackten Geschichten schwingt auch ein Stück weit Gesellschaftskritik und Nachdenklichkeit mit. Etwa, wenn eine Kindergärtnerin verzweifelt, weil es schier unmöglich ist, einen Schneemann zu bauen, denn jedes ihrer Schützlinge hat eigene Befindlichkeiten.
Unnachahmliche Art
In einer idealen Welt ist die Advents- und Weihnachtszeit durchdrungen von Liebe, Ruhe und Frieden, gewandet im schneeweißen Winterkleid. In seiner Wahrnehmung gibt es schon unheimlich viele Titel, in den die heile Weihnachtswelt thematisiert wird. „Die Realität schaut doch aber ganz anders aus“, sagt der Autor. Weil das so ist, hat er in seiner unnachahmlichen Art auch die, wie er findet, eher lästigen und peinlichen Dinge, die uns rund um Weihnachten zuwider sind, humorvoll beleuchtet. Es menschelt halt in seinen Geschichten. Bei der Frage nach seiner persönlichen Lieblingsgeschichte grinst Lauerer. Das ist die bei der die Tiere im Stall miteinander sprechen können. Einmal im Jahr tun sie das, natürlich in der Heiligen Nacht. Da habe er sich nach Lust und Laune ausspinnen können, und hat seinen „verrückten Gedanken freien Lauf gelassen.“
Ein Jahr hat Toni Lauerer an seinem aktuellen Werk geschrieben. Wie bei seinen 19 vorherigen Büchern auch beobachtet er zunächst die Menschen, macht sich auf kleinen Zetteln Notizen, die dann erst einmal in der Schublade verschwinden. Wenn ihn die Muße küsst, „dann kann es schon sein, dass ich zwanzig Seiten am Stück schreibe.“ Probeleser hat er übrigens keine. Wenn das Manuskript fertig ist, geht es direkt in das Lektorat seines Verlages. Zum Thema Humortabus sagt Lauerer, er würde sich natürlich niemals über Menschen mit einem Handicap lustig machen. Grundsätzlich teilt er die Meinung vieler seiner Kollegen: „Es ist schwieriger geworden, Witze zu machen. Man muss viel mehr als früher aufpassen, was man sagt.“
Appell an die Gelassenheit
Schon häufig hat er sich gefragt, woher das kommt, warum der moderne Mensch so empfindlich geworden ist. Einen Grund sieht er in den sozialen Medien, in denen jeder Mist in kurzer Zeit Zuspruch findet: „Früher hat der Dreck gestunken, heute ist er online“, sagt der 65-Jährige. Auch deswegen versteht er seine Geschichten als Gegenpart zum vorherrschenden Zeitgeist: „Natürlich passiert viel Negatives aber man muss sich nicht immer über alles aufregen.“
„Alle Jahre zwider“ – Vergnügliche Weihnachtsgeschichten
„Alle Jahre zwider“ ist im Battenberg Gietl Verlag aus Regenstauf entstanden, kostet 16,90 Euro und kann unter anderem in der Buchhandlung Perlinger und bei Lotto Hahn in Furth im Wald erstanden werden.
Mit Einverständnis des Autors folgt ein kleiner Vorgeschmack auf das, was den Leser erwartet:
Schlechte Vorbereitung
Kare: So, d‘Wintersportsaison hod begonnen.
Sepp: Ja, sehr plötzlich! Ich war heuer total schlecht vorbereitet. Biathlon, Schispringen, Bob, Alpin, alles geht aafamal los – und i nicht vorbereitet! Da macht der ganze Wintersport koan Spaß, wenn du dermaßen schlecht vorbereitet bist.
Kare: Wos redst denn du für einen Schmarrn daher! Warum schlecht vorbereitet? Du machst doch überhaupt koan Wintersport ned!
Sepp: I red ja ned vom Wintersport macha, sondern vom Wintersport anschaun.
Kare: Am Fernseh?
Sepp: Genau!
Kare: Und warum warst du schlecht vorbereitet?
Sepp: Weil mir am Samstag die Chips und d‘Erdnüss ausganga san und am Sonntag aa no des Weißbier!
Kare: Um Gottes willen! Do macht dann da Wintersport koan Spaß!
Sepp: Sog i doch!
