Bagger legt alte Gräben frei: Großputz auf den Wiesen am Perlsee-Zulauf bei Waldmünchen

Von Mittelbayerische Zeitung · 31. Oktober 2024 um 05:00

Alle Jahrzehnte werden im Staubereich des Perlsees im Landkreis Cham die Auwiesen in Ordnung gebracht: Grob gesagt von Höhe Buchwalli bis Richtung Hammer. Das dient der Hochwassersicherheit und nutze den Bauern, die die Wiesen bewirtschaften, heißt es von Seiten des Wasserwirtschaftsamtes.

„Nichts Besonderes“ sei das, sagt Flussmeister Johann Nißl. Es gehe schlicht darum, die Flächen für die Bauern wieder befahrbar zu machen. Die hätten sich nämlich beklagt, dass sie wegen der Nässe nicht mehr auf einen Teil der Wiesen unterhalb von Buchwalli hätten fahren können.

Derzeit ist ein Bagger dabei, die alten Gräben wieder freizulegen und wasserdurchlässig zu machen. Teilweise stammten die Gräben noch aus der Zeit vor dem Stausee, berichtet Helmut Holzer. Er ist Sachgebietsleiter beim Wasserwirtschaftsamt für den staatlichen Wasserbau und hierbei zuständig für den Landkreis Cham.

Rohre für alte Durchlässe

Auch alte Wasserdurchlässe mussten wieder durchgängig gemacht werden. Teilweise wurden sie auch neu verrohrt. Das alles dient dazu, dass das Wasser nach einem Hochwasser-Rückstau auch wieder abfließen kann, und so die Wiesen wieder trockener zu machen. Zweimal im Jahr sollte die Fläche nämlich von den Landwirten gemäht werden, berichtet der Flussmeister.

Holzer ergänzt, dass die Wiesen teilweise noch von den bäuerlichen Familien genutzt würden, die sie schon vor dem Stausee besessen hätten. Zudem nutze die regelmäßig e Mahd beiden Seiten. Die Bauern hätten zusätzliches Grünfutter und das Wasserwirtschaftsamt spare sich Pflegemaßnahmen. Würden die Wasserwirtschaftler die Fläche selber mähen, dann fände das Gras auch keine weitere Verwendung und wandere auf den Kompost. Weil auch Naturschutzbelange berücksichtigt werden, dürfe ein Teil der Wiesen erst nach der Brutzeit gemäht werden.

Die regelmäßige Mahd, so Holzer, habe einen weiteren Vorteil. Sie wirke der Verbuschung entgegen. Als Stauraum des Perlsees soll sie möglichst wenige dieser Büsche enthalten. Dabei würden im Prinzip die gleichen Gründe wie bei den Pflegemaßnahmen direkt am Perlsee gelten. Dort hatte man die Büsche unter anderem deswegen entfernt, weil man eine Verstopfung des Abflusses verhindern wollte. Damals hatte es geheißen, solche Büsche könnte bei Hochwasser und Eisstoß ausgerissen werden und den regulären Abfluss des Hochwassers blockieren.

Eine regelrechte Gehölzpflege habe man auf der Fläche nicht gemacht, betont Nißl. Das angefallene Material – Sträucher und Büsche – stamme aus den Gräben. Hier müsse es beseitigt werden, um einen Durchfluss zu ermöglichen. Zusätzlich seien Büsche nur entfernt worden, wenn sie die Arbeit der Bauern in der Fläche behindern würden, berichtet Holzer. Aus dem gleichen Grund wurden auch kleinere Teilstücke geebnet, wenn Löcher oder Senken die späteren Mäharbeiten unnötig erschweren würden. Arbeiten an Bäumen seien nur bei Biberbäumen und bei Bäumen am Radweg im Zuge der Verkehrssicherung geplant.

Weitere Arbeiten 2025

Dass es heuer gelingt, die gesamte Überflutungsfläche zu pflegen, glaubt Holzer nicht. Dafür werden Zeit und Geld nicht genügen. Immerhin 20 000 bis 25 000 Euro würden dafür aufgewendet. Deswegen werde man die Pflegemaßnahmen oberhalb des Perlsees im nächsten Jahr fortsetzen.