Brandschaden höher als angenommen: Sportverein in Neustadt vor ungewisser Zukunft

Der Schaden nach dem Brand beim SV Schwaig (Landkreis Kelheim) ist deutlich höher als zunächst angenommen und nicht nur die Vereinsgaststätte ist unbenutzbar. Wohin geht es mit dem SV Schwaig?
Vereinsvorsitzender Walter Gabler hofft auf eine schnelle Schadensregulierung durch die Versicherung und eine baldige Reparatur des Sportheims. Danach sieht es im Moment jedoch nicht aus. Die Ermittlungen der Kripo Landshut sind noch nicht beendet. Noch steht deshalb auch nicht fest, worauf der verheerende Brand zurückzuführen ist.
Hintergründe unklar
Walter Gabler war vor dem Brand der letzte, der das Sportheim verlassen hatte. „Danach war keiner mehr da“, sagt der SV-Vorsitzende. Genau 1.30 Uhr, sagt er, sei es gewesen. Was danach geschah, weiß niemand. Sicher ist nur, dass mehrere Menschen, die am Freitagmorgen gegen 5 Uhr auf dem Weg zur Arbeit waren, den Brand gesehen hatten und sofort die Feuerwehren alarmierten. Das Feuer könnte kurz vorher ausgebrochen sein.
Fest steht, dass der Schaden für den SV Schwaig deutlich höher ist, als zuerst angenommen wurde. Ging man zunächst von 40.000 Euro aus, dürften es jetzt nach Auskunft des Polizeipräsidiums in Straubing 100.000 Euro sein.
Der Brandort ist unterdessen von der Polizei mit Flatterband abgesperrt worden. Mitglieder des SV Schwaig haben außerdem noch am vorigen Freitag Gitterwände aufgestellt, um einen Zutritt zum Vereinsheim zu verhindern.
Sporthalle geschlossen
Die Gaststätte des Vereinsheim und die Terrasse sind eine einzige Trümmerwüste. Verbranntes Mobiliar steht auf der Terrasse, die Arbeit der Flammen im Holz der Pergola ist deutlich zu sehen. Das Dach der Terrasse und der Gaststätte hat ein großes Loch. In der Gaststätte, in der sich noch am Donnerstagabend Vereinsmitglieder getroffen hatten, sind viele Möbel rußgeschwärzt und durch Flammen beschädigt.
Das Löschwasser stand nach dem erfolgreichen Einsatz der Feuerwehren aus Schwaig, Münchsmünster und Neustadt a.d. Donau mehrere Zentimeter hoch in der Gaststätte. Noch am Freitag wurde eine Plane über das undichte Dach gezogen, um weitere Schäden ui verhindern. Und Vereinsmitglieder begannen den Brandschutt aus dem Gebäude zu entfernen, damit das Löschwasser ablaufen konnte. „Unsere Sporthalle ist bis auf weiteres geschlossen“, sagt der SV-Vorsitzende Walter Gabler. Auch die Umkleideräume seien geschlossen. Der Grund ist auch der Gestank von verbranntem Plastik, der durch das Gebäude zieht.
Das bedeutet, dass der Sportbetrieb komplett neu organisiert werden muss. Fußballspiele, die in Schwaig stattfinden sollten, wurden neu terminiert. Treffen von Vereinsmitgliedern können jetzt nur im unbeschädigten Teil des Sportheims stattfinden, wo die Stockschützen, eine Abteilung des SV, ihr Domizil haben. „Fußball und Turnen haben wir abgesagt“, sagt Walter Gabler. Doch nicht nur die sechs Abteilungen des SV müssen sich für die nächsten Monate neu orientieren. Auch „fremde“ Gruppen wie die Natur- und Fischerfreunde, die die Räume des Sportvereins genutzt haben, müssen schauen, wo sie bleiben.
Walter Gabler hofft, dass so schnell wie möglich mit dem Wiederaufbau begonnen werden kann. „Wenn der Schaden geschätzt ist, könnten wir aufräumen. Mein Wunsch ist, dass wir zum Wochenende aufräumen können“, sagt er. Der Vorsitzende ist optimistisch. „Von der Sache her könnten wir das relativ schnell über die Bühne bringen.“ Walter Gabler ist überzeugt, dass die Einwohner Schwaigs beim Wiederaufbau helfen werden. „Ganz Schwaig ist bereit mitzumachen.“
Es gab nie Probleme
Zumindest am Freitag – Stunden nach dem Brand – war davon einiges zu erleben. Ein Dutzend Männer und eine Frau packten an, um zumindest ein wenig für Ordnung zu sorgen und den Brandort gegen Unbefugte zu sichern. Daneben wurden Pokale und Bilder gesichert, die sich im Lokal befunden hatten.
Dennoch sitzt der Schock bei den Vereinsmitgliedern tief. Seit den Siebziger Jahren gibt es das Sportheim. Die Sportanlagen sind gepflegt. Nie hatte es irgendwelche Vorfälle gegeben. „Das ist ein öffentlicher Platz. Da gehen viele Menschen spazieren“, sagt Walter Gabler. Auch deshalb konnten das Mobiliar auf der Terrasse auch jetzt im Herbst getrost auf der Terrasse stehen bleiben. Es gab keinen Anlass, Tische und Stühle wegzuräumen.
Unterdessen geht die Suche nach der Ursache für das Feuer weiter. Eine Idee: Möglicherweise hat es zunächst nur außerhalb des Gebäudes gebrannt und die Flammen haben sich dann über das Dach der Terrasse unter dem Dach des Sportheims fortgesetzt.

