Unbekannte hebeln historisches Milchschwammerl am Regensburger Bahnhof auf

Da waren Profis am Werk, sagt der Inhaber des Milchschwammerls am Bahnhof. Die Täter verschafften sich wohl mit einem Brecheisen Zutritt, klauten Wechselgeld. Eine Überwachungskamera, die längst vom Stadtrat beschlossen wurde, wird gerade erst gebaut.
Alles sieht friedlich aus am Dienstagmorgen. Der Nebel liegt noch tief über der Stadt. Direkt am Regensburger Milchschwammerl legen städtische Tiefbauarbeiter gerade das Fundament für die neue Überwachungskamera. Die umstrittene Szene aus der Albertstraße hat sich zwar verlagert, aber wäre die Kamera schon aktiv, vielleicht wäre es nicht zu dieser Tat gekommen: Am Milchschwammerl wurde in der Nacht von Montag auf Dienstag eingebrochen. „Das waren Profis“, ist sich Eigentümer Florian Rottke sicher.
Milchschwammerl steht unter Denkmalschutz
Das Regensburger Milchschwammerl ist ein Unikum. Seit 2003 steht es unter Denkmalschutz. „Gott sei Dank aber die Fensterläden nicht“, sagt Rottke. Diese seien schon einmal ersetzt worden, als vor vielen Jahren die Scheiben des historischen Milchchwammerls eingeschlagen wurden. Dort sieht man an diesem Morgen die Spuren des Stemmeisens deutlich, mit dem sich die Täter wohl Zugang zu dem Schwammerl verschafft haben. „Sie haben sich durchgehangelt, denn im Schwammerl ist es sehr eng, wenn er geschlossen ist“, sagt Rottke. Die Stühle werden nachts in das Holzhäuschen gestellt. „Die Täter haben die Wechselgeldkasse gesucht und mitgenommen.“
Das Schwammerl wird alle paar Stunden in der Nacht von einem Sicherheitsdienst aufgesucht, erzählt der Inhaber. Der habe den Einbruch auch entdeckt und die Polizei verständigt, die wiederum Rottke informiert hat.
Waren Profis am Werk?
In der direkten Nachbarschaft entsteht gerade die Überwachungskamera, deren Installation vom Stadtrat nach den Debatten über die Zustände in der Albertstraße im Alleengürtel beschlossen wurde. Bislang ist nur das Fundament im Boden verbaut. „Wahrscheinlich wäre das nicht passiert, wenn sie schon in Betrieb gewesen wäre“, sagt der Inhaber des Milchschwammerls. Er hofft jetzt auf Zeugen, die gesehen haben, was passiert ist. Da der Einbruch aber in der Nacht etwa zwischen 2 und 4 Uhr morgens durchgeführt wurde, ist nicht klar, ob sich jemand bei ihm meldet. Das Milchschwammerl wurde nicht das erste Mal beschädigt. Der Betreiber klagte auch selbst bereits über Vandalismus. Doch damals waren es Nachtschwärmer. Diesmal glaubt der Inhaber an richtige Profis, die sich Zutritt verschaffen, um Geld und Wertsachen zu stehlen.