Neue Brunnen für Regensburger Brennpunkt – Stadt investiert halbe Million Euro

Von Juliana Ried · 10. Oktober 2024 um 15:22

Die Brunnen in der Fürst-Anselm-Allee in Regensburg sollen wieder sprudeln, auch damit will die Stadt das als Kriminalitätsbrennpunkt bekannte Bahnhofsumfeld aufwerten. Nun präsentiert sie eine große Lösung, die über eine Reparatur hinausgeht.

Bürgermeister Ludwig Artinger (Freie Wähler) schlägt dem Umweltausschuss des Stadtrats vor, dass die Stadt für 475.000 Euro neue Brunnen errichtet und einen neuen Platz schafft.

Die beiden Springbrunnen seien wegen technischer Mängel der Zu- und Ableitungen seit Jahren nicht mehr in Betrieb, berichtet die Stadtverwaltung in der Beschlussvorlage für die Sitzung am Dienstag. Die Sichtachsen zum Obelisken seien durch Bäume und Sträucher beeinträchtigt, die Wege- und Platzoberflächen seien kleinteilig und zum Teil beschädigt. Die beiden „Beckenruinen“ der Brunnenanlage führten in diesem Umfeld zu einer „deutlichen Verschlechterung der Aufenthaltsqualität mit einer einhergehenden Reduzierung des Sicherheitsgefühls“, schreibt die Verwaltung und stellt fest: „Durch die beeinträchtigten Sichtachsen sind blickgeschützte Räume entstanden, die für gegebenenfalls illegale Handlungen Sichtschutz bieten.“

Stadt baut vorhandenen Brunnen zurück

Die Stadt will die vorhandene Springbrunnentechnik und die Becken komplett zurückbauen lassen und einen neue Anlage installieren. Die zwei neuen Becken sollen optisch den jetzigen gleichen. Außerdem will sie eine offene Platzfläche anlegen, allerdings ohne in den Baumbestand einzugreifen. Alles zusammen soll den Platz aufwerten und auch für ein kühleres Klima sorgen. Die Umsetzung ist für das Jahr 2025 vorgesehen.

Brücke-Stadtrat Florian Rottke, der auch den Milchschwammerl-Kiosk in der Fürst-Anselm-Allee betreibt, erzählt, er habe sich mehrfach erkundigt, wann der Brunnen wieder laufe. Jetzt sagt er: „Ich freue mich sehr darüber, dass das grundlegend angegangen wird und so die Aufenthaltsqualität erhöht wird. Nur so kriegen wir mehr normales Publikum in die Ecke.“

Grüne: Stadteingang bleibt politische Baustelle

Grünen-Fraktionschef Daniel Gaittet sagt: „Ich find’s gut, dass da was passiert. Aber ich glaube auch, dass der Stadteingang eine politische Baustelle bleiben wird.“ Nachdem die Koalition 2022 den neuen Busbahnhof samt großer Umgestaltung aus dem Investitionsprogramm geworfen habe, habe sich zwar im westlichen Bahnhofsumfeld etwas getan. Eine bessere Beleuchtung komme, es gebe Veranstaltungen. Das östlich gelegene Areal beim Peterskirchlein sei aber nach wie vor vernachlässigt.

CSU-Fraktionschef Michael Lehner findet zwar die Kosten für die neuen Brunnen relativ hoch, sagt aber: „Es ist gut, dass man das herrichtet, das Areal.“ Zudem sieht er gute Chancen, dass der neue Brunnen tatsächlich die nächsten 20 Jahre läuft – anders als beispielsweise der Stadtparkbrunnen, der schon kurz nach dem Neubau ausfiel. „Es ist ein unkritisches Becken und eine unkritische Technik“, das sei ihm versichert worden.