Zwei Regensburger Autohäuser haben keine Angst vor der China-Konkurrenz

Von Marion Koller · 25. Oktober 2024 um 17:00

Das Regensburger BMW-Autohaus Hofmann verkauft jetzt auch E-Fahrzeuge von Xpeng. Das Autohaus Astaller vertreibt schon länger die Marke MG.

Im Autohaus Hofmann in der Junkersstraße reihen sich gebrauchte BMW aneinander. Die neuen Stars aber sind die E-Fahrzeuge des chinesischen Herstellers Xpeng in einem eigenen Showroom: Zwei SUV und eine Sportlimousine. Andreas Bühringer, Verkaufsleiter in Regensburg für die Marke, deutet auf den hellgrauen G6 mit den Rundungen. „Der ist verkauft.“ Von dem Modell, das ab 43 600 Euro zu haben ist, verspricht sich das Autohaus am meisten. Seit September bietet die Hofmann GmbH die Chinesen an. „Es waren schon mehr Kunden als erwartet da“, sagt Bühringer.

Drei Touchscreens

Der Autoverkäufer öffnet die Beifahrertür des dunkelgrauen, wuchtigeren G9 mit der Hand. Die Besitzer werden das Handy dafür nutzen. Drei Touchscreens leuchten auf, zwei für den Fahrer und einer für Beifahrer. Knöpfe und Regler gibt es nicht. „Alles wird über das große Display gesteuert“, sagt Andreas Bühringer. Der mit hellem Kunstleder ausgestattete Innenraum bietet viel Platz. Die Reichweite liegt bei bis zu 570 Kilometer, der Preis beginnt bei 59 600 Euro.

Warum umarmt ein bayerisches Autohaus die chinesische Konkurrenz? Und das in einer Zeit, in der das Verhältnis stark abgekühlt ist und sogar über EU-Zölle für chinesische Autos nachgedacht wird. Das ist ganz einfach: Die Hofmann GmbH betrachtet die Xpeng-Modelle nicht als Konkurrenz für BMW, sondern als Ergänzung des Portfolios. Deshalb wurde auch eine Marke mit hochwertigen E-Autos gewählt. Das Autohaus musste nicht bei BMW nachfragen, sondern informierte den Hersteller lediglich über die Aufnahme von Xpeng. Hofmann ist Vertragshändler und somit auch für Service und Reparatur zuständig.

Xpeng, vor allem die elektrische Sportlimousine P7, zielt auf Tesla ab, und sieht ähnlich aus wie das Model S. Der G6 konkurriert mit dem Model Y. Die Technik ähnelt sich.

Eine repräsentative Umfrage des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) von Mitte Oktober zeigt, dass sich mittlerweile fast zwei Drittel der Deutschen vorstellen können, ein Auto eines chinesischen Herstellers zu kaufen. Bei Elektroautos liegt der Wert sogar noch höher. Stärkster Anreiz ist der Preis. Ein Pluspunkt sind innovative Technologien. Bedenken haben die Interessenten aber beim Thema Datenschutz.

Und die Xpeng-Käufer bei Hofmann? „Das sind grundsätzlich Kunden, die keine Angst vor der Zukunft, keine Berührungsängste gegenüber E-Fahrzeugen und neuer Technologie haben“, erlebt Bühringer. Sie seien in der Region unterwegs, legten meist 200 oder 300 Kilometer zurück. In den Urlaub reisten sie in der Regel mit der Bahn.

Der E-Fahrzeug-Hersteller Xpeng ist seit Mai diesen Jahres auf dem deutschen Markt vertreten. Der Neuling mit der deutschen Hauptniederlassung in München setzt auf das hiesige Vertragshändlersystem. Xpeng betreibt ein großes europäisches Lager im belgischen Zeebrügge. Fast jedes Modell mit jeder Ausstattung gibt es in Europa. Nur 15 Prozent müssen in China geordert werden. Innerhalb von vier Monaten erreichen sie Europa. Der Hauptsitz von Xpeng liegt in Guangzhou im Süden Chinas.

Leasingrate zählt

Schon seit 2022 setzt das Autohaus Astaller in der Straubinger Straße auf chinesische E-Fahrzeuge und Verbrenner der Marke MG. 95 Prozent der E-Autos werden geleast. Das sei eine Frage des Wiederverkaufswerts, einer eventuell nachlassenden Batterieleistung und der technischen Entwicklung bei der Reichweite, sagt Verkäufer Sebastian Gottswinter.

Doch der Hersteller hält dagegen: mit einer Garantie über sieben Jahre oder 150 000 Kilometer für Auto und Batterie. Gottswinter sagt, das Mercedes-Autohaus wolle den Kunden preisgünstige E-Fahrzeuge anbieten. Deshalb wurde MG ins Portfolio aufgenommen.

Der MG 4, ein elektrischer Kompaktwagen in Golfgröße, hat eine Reichweite von rund 350 Kilometern. Einen Preis nennt der Verkäufer nicht. Den Kunden interessiere bei E-Autos vor allem die Leasingrate. Die sei beim MG 4 wettbewerbsfähig. Noch bis Ende Oktober gibt es den Wagen ab 159 Euro monatlich ohne Anzahlung. Die Laufzeit beträgt vier Jahre, doch nur 5000 Kilometer sind inbegriffen.