Bauausschuss Furth im Wald berät erneut über ein Vorhaben, an der Kötztinger Straße

Von Alexander Frimberger · 25. Oktober 2024 um 19:00

Können in der Kötztinger Straße ein 600 Quadratmeter großer Tierbedarfsmarkt, ein Multisortiment-Markt mit 1045 Quadratmeter sowie 72 Stellplätze entstehen? Nicht zum ersten Mal hatte sich der Bauausschuss von Furth im Wald mit der Frage zu beschäftigen.

Um es zunächst in einem Bild zusammenzufassen: Die Türen zwischen der Stadt und der Grundstücksbesitzerin sind nicht zugeschlagen, aber sie klemmen gewaltig.

Die Ausgangslage: Sowohl die Stadt Furth im Wald als auch Grundstücksbesitzerin Monika Würz möchten die maroden Gebäude des ehemaligen Metallwerks an der Kötztinger Straße möglichst bald wegreißen.

Stadt wollte Busparkplatz

Die Stadt, weil nebenan im kommenden Jahr der Haupteingang der Landesgartenschau Furth im Wald 2025 (LGS) sein wird. Auch wenn das alte Wohnhaus, aus dem schon Bäume wachsen, einen fast morbiden Charme hat, würde man den Besuchern den Anblick lieber ersparen. Im Gespräch verrät Bürgermeister Sandro Bauer, dass man Würz angeboten hatte, im Zuge des Abrisses der alten Sigikid-Halle auch gleich das Gebäude zu entfernen, und zwar auf Kosten der Stadt. Im Gegenzug sollte Würz die Fläche während der LGS als Busparkplatz zur Verfügung stellen.

Der Deal kam nicht zustande. Würz sagt auf Nachfrage, sie würde das Gebäude auf eigene Kosten wegreißen und die Fläche für die Busse freigeben, allerdings wünscht sie sich mit Blick auf ihr Projekt „auch ein wenig mehr Beweglichkeit seitens der Stadt.“

Die Further Unternehmerin hat nämlich große Pläne. Auf dem kompletten Grundstück, das auch den Eisenwarenhandel einschließt, möchte sie neben einem Tierbedarfsmarkt auch einen Multisortiment-Markt ansiedeln sowie 72 Stellplätze schaffen und eine bestehende Lagerhalle von knapp 1500 auf beinahe 2200 Quadratmeter vergrößern. Bei dem Vorhaben gibt es aus Sicht der Verwaltung zwei entscheidende Probleme. Zum einen, sagt Bürgermeister Sandro Bauer, sei nicht abschließend geklärt, ob im Boden zum Teil Altlasten schlummern, und wenn ja, wie damit umgegangen werden muss. Gutachten habe es zwar schon gegeben, diese konnten aber nicht abgeschlossen werden, weil einige Entnahmepunkte für den Gutachter nicht zugänglich waren.

Das Problem könnte laut Bauer unter Umständen relativ einfach beseitigt werden, wenn abschließende Bohrungen ergeben, dass keine sich verflüssigenden Stoffe mehr im Boden sind, also das Erdreich nicht ausgekoffert und ersetzt werden muss. Dann könnte die Fläche mit einer Bodenplatte versiegelt werden. Die Vorgehensweise würde im Bereich des Möglichen liegen, wenn Würz sagt, sie stehe im Austausch mit dem Wasserwirtschaftsamt, das regelmäßig die Reinheit des Wassers in diesem Bereich prüfe. Demnach sei alles in Ordnung.

Also auf geht‘s, möchte man sagen. Aber halt, es spricht noch etwas gegen die gewünschte Nutzung des Grundstücks. Dazu heißt es in der Sitzungsvorlage wörtlich: „Der Standortbereich der Kötztinger Straße ist als Sonderstandort und als Grundversorgungsstandort definiert. Dieser Standort kommt dementsprechend nicht für die Ansiedelung von Einzelhandelsbetrieben mit zentrenrelevantem Hauptsortiment in Frage.“ Die Aussage fußt auf einer Innenstadtentwicklungsstrategie, die mit öffentlichen Fördermitteln zur Revitalisierung der Stadtmitte (Isek-Gutachten) beitragen soll. Das bedeutet, dass jede Form von Einzelhandel, die den Geschäften in der Innenstadt schaden könnten, sich im Außenbereich nicht ansiedeln darf. Wie der Name Multisortiment-Markt schon vermuten lässt, wird einiges dabei sein, was beispielsweise Bekleidungsfachgeschäften im Zentrum die Luft abdrehen könnte. Zulässig sind dagegen unter anderem Anbieter von Tierbedarf, Bau- und Gartenmärkte, Möbelmärkte und andere Fachgeschäfte. Weil eine Ausnahmeerteilung letztlich auch eine Präzedenzfallwirkung für andere Randstandorte hätte, empfahl die Verwaltung, dem vorliegenden Antrag auf Vorbescheid nicht das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen. Letztlich entschied man sich im Gremium aber dafür, die Entscheidung zurückzustellen, um der Antragstellerin die Möglichkeit zu geben, das gewünschte Sortiment zu überdenken, wie Bauamtsleiter Alois Stoiber anmerkte. Ausschussmitglied Michael Engl wollte das Thema im Stadtrat sehen, weil es von zu großer Wichtigkeit sei, um es im kleinen Rahmen eines Ausschusses zu behandeln. Oskar Mühlbauer empfahl das Isek-Gutachten, das bereits zehn Jahre alt sei, mittelfristig auf den Prüfstand zu stellen und herauszufinden, ob die damals festgelegten Grenzen heute noch richtig sind.

Wie geht es weiter? Entweder wird der für das Projekt zur Aufstellung beschlossene Bebauungsplan Kötztinger Straße II weiterentwickelt und die Vorgaben erfüllt. Oder aber Monika Würz stellt einen Bauantrag. Würde der genehmigt, müsste sie ihre Sortimentsliste nicht angeben. „Dann müsste das zuvor mit einer Vereinbarung geregelt werden“, so Bauer.

Gibt es ein Altlastenproblem?

So oder so muss aber das mögliche Altlastenproblem gelöst sein. Der Further Rathauschef sagt, dass die Stadt ansonsten schadensersatzpflichtig sein könnte. Und zwar dann, wenn ein Unternehmen dort baut, Altlasten zutage treten und entfernt werden müssen. Sorgfaltspflicht nennt man das wohl. Doch auch wenn es wie gesagt klemmt, will man von beiden Seiten eine Lösung finden, Die Stadt und Monika Würz bleiben im Gespräch, auch weil die Unternehmerin sagt: „Ich bin sicher, dass das Projekt Furth gut tun würde.“

Vollsperrung in der Eschlkamer Straße und andere Baumaßnahmen in Furth im Wald

Die gute Nachricht zuerst: Am Montag, 28. Oktober, sollen die Arbeiten am Tunnel Chamb abgeschlossen sein. Darüber informierte Bauamtsleiter Alois Stoiber im Rahmen der Bauausschuss-Sitzung. Damit dürften die langen Pkw-Schlangen, die sich im Zentrum gebildet haben, Geschichte sein. Aber es wird kräftig weiter gebaut. Stoiber informierte über die anstehenden Maßnahmen. In der Mosergasse startet man am 4. November. In der KW 45 bekommt die Festwiese eine weitere Brücke, die Arbeiten am Wohnmobilstellplatz beginnen.

Schwierig für den Verkehr werden könnte es noch einmal ab 28. Oktober. An diesem und am darauffolgenden Tag wird die Eschlkamer Straße halbseitig gesperrt, am 30. komplett (auch für Fußgänger) und in den drauffolgenden drei Wochen wieder halbseitig. Grund ist Wasserleitungsbau. Vom 28. bis 31. 10. ist der Zippererweg wegen Kanalsanierung gesperrt. Die Gärtnerei ist über die Jettingerstraße erreichbar. In der Von-Müller-, Freudensprung- und Tradtstraße stehen Asphalt-Maßnahmen an. Unter anderem muss auf die Fernwärmegräben eine Feinschicht aufgebracht werden. Ein genauer Termin kann laut Stoiber nicht angegeben werden, „weil die Asphaltbauer kommen, wenn sie Zeit haben.“ In der von-Müllerstraße soll unter Vollsperrung am 28. Oktober gearbeitet werden. Am 31. 10. sollen die Maßnahmen abgeschlossen sein.