Auf 2500 Quadratmetern entsteht in Furth im Wald eine Seniorenoase

Unternehmer Günter Stelzer hat dafür ein Senioren-Projekt verwirklicht, das in seiner Dimension in der Region wohl einzigartig sein dürfte und Platz für Tagespflege, Wohngemeinschaften, Appartements und mehr bietet.
Rund 2500 Quadratmeter Nutzfläche und 8000 Quadratmeter umbauter Raum, das sind Zahlen, die aufhorchen lassen. Da wundert es kaum, wenn Stelzer sagt, er ist in der Bauphase mit Blick auf die zurückgelegten Kilometer „einmal rund um den Erdball gelaufen.“
Mit dem Keller hat das Gebäude nach seinem Neubau jetzt vier Stockwerke. Wenn man weiß, dass die beiden Aufzüge erst in der vergangenen Woche geliefert wurden, kann man außerdem verstehen, dass der Wohnbauunternehmer treppauf treppab gefühlt den Kilimandscharo bestiegen hat.
Bautechniker Hans Hruschka verrät, dass die Planung so einige Tücken hatte. An der Stelle in der von-Müller-Straße/Ecke Wutzmühlstraße, wo jetzt der blau-gelbe Neubau steht, befand sich vorher der Gebäudekomplex Gasthaus zur Lacke und Gästehaus Kolbeck. Die Schwierigkeit bestand darin, die Form mit einigen Ecken zu rekonstruieren. Das war eine Vorgabe der Stadtplanung. „Jetzt steht das neue Gebäude aber exakt auf dem Grundriss der beiden alten.“
Teilnehmer waren begeistert
Zu dem Besichtigungstermin geladen hatte der Ärztliche Kreisverband Cham, in persona dessen zweiter Vorsitzender Dr. Andreas Korschofsky, Facharzt für Allgemeinmedizin in Arnschwang.
Man will sich ein Bild von dem Gebäude machen, sagte er zu Beginn der Führung. An deren Ende zeigte er sich begeistert, so wie alle anderen Teilnehmer auch. „Ich bin überrascht von der Großzügigkeit.“ In anderen Einrichtungen seien die Zimmer häufig wesentlich kleiner, so dass die Behandlung von pflegebedürftigen Senioren oft kompliziert bis kaum möglich sei.
Genau das war ein Grundgedanke bei Planer und Ausführer. „Auch alte Menschen brauchen Platz für ausreichende Lebensqualität.“ So haben die Zimmer in der Wohngemeinschaft und bei der Tagespflege über 20 Quadratmeter, die Appartements im obersten Stockwerk 27 Quadratmeter für eine Person und 36 für zwei Personen. Auffällig ist: Alle Räume haben große Fensterfronten, sind tageslichtdurchflutet.
Betreiben wird das Haus das Team von „Daniel‘s Ambulanter Pflegedienst“ und man hat Großes vor.
Das Erdgeschoss: Günter Stelzer sagt, dass es bis Ende des Jahres bezugsfertig sein soll. Alle Stockwerke und Zimmer im Haus sind natürlich komplett barrierefrei. Einziehen möchte der Pflegedienst dann möglichst schon im Februar. Es gibt einen Speise- und Aufenthaltsraum mit großzügigen 93 Quadratmetern. Neben Küche, Speisekammer, Anmeldung, Beschäftigungsraum, Toiletten und Sanitärbereichen gibt es auch Ruheräume. Wie Hastreiter erklärt, können sich Senioren der Tagespflege hier zurückziehen. Ansonsten soll, wie in den anderen Stockwerken auch, die Begegnung im Vordergrund stehen.
Erster Stock: Die Nutzfläche beträgt, wie bei den anderen beiden Stockwerken, knapp 530 Quadratmeter. Hier wird betreutes Wohnen mit elf Einheiten angeboten. Der größte Raum mit rund 93 Quadratmetern wird als Koch- und Essbereich genutzt. Wäschekammer, Umkleide für das Personal und andere Zusatzräume füllen das Platzangebot.
Zweiter Stock: Der soll, wie der erste Stock auch spätestens vor Beginn der Landesgartenschau fertig sein, verspricht Stelzer. Untergebracht sind vier Appartements, in denen man grundsätzlich selbstbestimmt wohnen kann. Die Zimmer werden auch von den Bewohnern selbst eingerichtet. Wenn nötig, kann das Angebot der Pflege genutzt werden. „Ansonsten sind die Bewohner jederzeit eingeladen, beispielsweise die Angebote der Tagespflege zu nutzen“, so Hastreiter. In der zweiten Etage wird auch ein Physiotherapeut eine Praxis betreiben und Wohnbau Stelzer richtet einen Bürokomplex im hinteren Teil der Etage ein. Der Chef geht noch einmal auf die Dimensionen ein, wenn er sagt: „Wir haben im ganzen Gebäude zwölf Kilometer Rohre für Fußbodenheizung und zehn Kilometer Leitungen verlegt.“ Mit Wärme versorgt wird „Tagespflege zur Lacke“ und „Wohngemeinschaft zur Lacke“, wie es später heißen soll, vom Nahwärmenetz Furth im Wald.
Obstbäume werden gepflanzt
Auch der Außenbereich wurde völlig neu gestaltet: Hier sind 32 Stellplätze für Pkw entstanden, ebenfalls behindertengerecht. Außerdem wird ein Park angelegt. Noch im Herbst werden dort Obstbäume gepflanzt. Ein zusätzlicher Mehrwert für die Bewohner. „Das soll auch ein Ausgleich für den alten Baumbestand sein, den wir im Zuge des Neubaus entfernen mussten.“
Hruschkas Fazit lautete: „Ich bin seit 30 Jahren im Geschäft, aber ich habe noch keine Baustelle gesehen, die so einen rasanten Fortschritt genommen hat.“ Ein Lob, das Stelzer zurückgeben konnte. Sein Planer habe auch immenses Engagement bewiesen. Deutlich werden die Aussagen, wenn Stelzer weiter erklärt: „Ende 2022 haben wir das Gebäude gekauft, Anfang 2023 abgerissen und im Mai angefangen zu bauen.“
