Großbaustelle startet im kommenden Jahr: Operation an Chams Hauptverkehrsader

Die Bürgerversammlung im Langhaussaal des Rathauses Cham am Mittwoch war noch nicht der Ort und Zeitpunkt, wo über Bau, Stau und Baustelle geschimpft wird. Doch der werde kommen, da war sich Bürgermeister Martin Stoiber sicher, der die Maßnahme als Operation an Chams Hauptschlagader umschrieb. Und das nicht ohne Grund: 24 000 Fahrzeuge fahren hier täglich.
Mehr Bewegung findet man selten im Landkreis. Und die wird nun ausgebremst, denn ohne Beeinträchtigung werde das nicht gehen, so Stoiber vor den etwa 50 Zuhörern der Versammlung, darunter Einwohner aus dem Ortsteil Stadellohe, Vertreter der Feuerwehr wie auch Innenstadtgeschäftsleute.
Schlechte Note für Brücke
Er erläuterte auch den Grund für die Maßnahme. Die Brücke sei sanierungsbedürftig und habe aktuell die Note 3,2 auf einer Brückenbenotungsskala von eins bis vier. Die eingestürzte Carolabrücke in Dresden habe die Note 3,4 gehabt.
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Seit Jahren plane man, habe nun die Genehmigung vom Landratsamt für das sechs Millionen Euro teure Projekt und beginne die Umsetzung mit Abriss und Neubau. Er kündigte bereits an, dass auch die Fleischtorbrücke über den Regen im Anschluss saniert werden müsse. Hier sei angedacht, auch diese zu verbreitern, um Fuß- und Radweg zu schaffen.
Um gut vorbereitet zu sein – auch auf Sperrungen, etwa, wenn die Baustraße überflutet sei, was einige Tage im Jahr der Fall sein werde – habe die Stadt die anderen Achsen wie Frühlingstraße/Westumgehung, das Biertor oder Bundesstraße verkehrstüchtig gemacht.
Neue Brücke wird eine Dreifeldbrücke aus Beton
Wolfgang Rohrmüller vom Ingenieurbüro Brandl und Preischl, das gemeinsam mit dem Büro Altmann das Projekt für die Stadt stemmt, stellte die Pläne vor. Der Neubau und das Oval im Anschluss, das kein Kreisverkehr werde, sondern nur eine Wendemöglichkeit bieten solle, entstehe an neuralgischer Stelle, wo vom Hochwasserschutzbau bis zu den Anschlüssen von Parkplätzen wie Zufahrten vieles zu beachten sei. Zudem verliefen auf der Brückentrasse Versorgungsleitungen für Wasser, Gas und Strom.
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Die neue Brücke werde eine Dreifeldbrücke aus Beton. Die Höhe sei so angepasst, dass der Hochwasserschutz gleich anschließen könne. Bürgermeister Stoiber meinte dazu, er sei optimistisch, dass bis dahin wieder Geld für den Schutzbau da sei. Im Frühjahr 2025 wolle das Wasserwirtschaftsamt die fertigen Planungen vorstellen. Noch in diesem Jahr werde rund um die Brücke, wo gebaut werde und wo die Baustraße verlaufe, gerodet.
So müssten die Bäume bei der Flutmulde südlich des Fußgängerwegs am Regen fallen, erläuterte Rohrmüller. Dort verläuft die Baustraße, die 2025 gebaut wird, über den Parkplatz Stadellohe läuft und vor der Scheurerkreuzung einbiegt. 2025 würden auch alle Versorgungsleitungen verlegt. Die Hauptwasserleitung werde unter dem Regen durchgeführt.
Überflutung wird kommen
Ab Frühjahr 2026 soll die Umlegung des Verkehrs folgen und der Abriss wie der Neubau Brücke wie des Ovals kommen, was vor Weihnachten 2026 beendet sein soll, so dass 2027 nur noch Restarbeiten zu erledigen sind. Insgesamt zweieinhalb Jahre dauern die Bauarbeiten. Er hoffe, dass die Witterung mitspiele und die Baustraße nur selten gesperrt werden müsse, sagte Bürgermeister Stoiber. Da die Baustraße aus Hochwassergründen nicht höher gelegt werden dürfe als der jetzige Fußweg, gebe es bereits bei Meldestufe 1 eine Überflutung. 2024 sei das 17 Tage lang so gewesen.
Alle Verkehrsverbindungen sollen laut Rohrmüller nach der Fertigstellung zum Jetztzustand verbessert werden. Fragen aus dem Publikum gab es nur wenige – Fuß- und Radweg sollen über die Brücken weitergeführt werden, so eine Antwort. Die Wasserleitung werde Richtung Freibad verlegt, beim Strom seien die Stadtwerke schon dabei. Und am Ende werde alles renaturiert, damit es schön ausschaue, so Bürgermeister Martin Stoiber.

