Vom Schandfleck zum Schmuckstück: Langquaider Hotel vor der Fertigstellung

Mittlerweile ist alles gefliest, die Bäder sind eingebaut und die Türen gesetzt: Während ein Gebäude des Hotels am Wittelsbacher Markt in Langquaid seit Mai für die Gäste geöffnet hat, stehen die Arbeiten im zweiten Gebäude kurz vor dem Abschluss.
Immer wenn Bürgermeister Herbert Blascheck am Hotel am Witteslbacher Markt am Langquaider Marktplatz vorbeigeht oder -fährt, freut er sich. „Hier ist städtebaulich etwas ganz Tolles entstanden“, sagt er. Doch es sind nicht nur die beiden Gebäude, die die einstige Lücke am Stadtplatz füllen. Auch für das Konzept hat Blascheck nur lobende Worte. Seit Mai ist eines der beiden Hotel-Gebäude für Gäste geöffnet. In wenigen Wochen soll das zweite hinzukommen.
Dort ist mittlerweile alles gefliest, die Bäder sind fertig und auch die Türen sind gesetzt. „Gerade werden die Möbel aufgebaut“, erklärt Philip Günter, Geschäftsführer der Greenpartment Boardinghousehotel GmbH, die das Hotel betreibt. Ab 15. November sollen dann auch die 15 Zimmer im zweiten Hotelgebäude vermietet werden.
Den Gästen gefällt es
Insgesamt verfügt das Haus über 31 Einzel-, Doppel- und Familienzimmer. Anders als im Hotel-Gebäude mit dem Café im Erdgeschoss, befinden sich im anderen Teil Lager- und Personalräume sowie Zimmer im Parterre. Zudem gibt es in dem Haus vier Zimmer, die „touristischer“ gestaltet seien, wie Günter sagt. Das heißt, statt zwei Einzelbetten verfügen sie über jeweils ein Doppelbett.
Was die Auslastung des ersten Hauses betrifft, ist der Geschäftsführer zufrieden. Vor allem an den Wochenenden werde das Hotel von Hochzeitsgästen und Touristen sehr gut gebucht. Auch gebe es Firmen, deren Mitarbeiter regelmäßig im Hotel übernachten, doch dürfe die Zahl der Geschäftsreisenden noch steigen, sagt Günter. Die Resonanz der Übernachtungsgäste auf das neue Hotel sei sehr gut. Man habe die Einrichtung bewusst schlicht gehalten. „Das gefällt vielen Leuten.“
Auch Bürgermeister Blascheck bekommt viele positive Rückmeldungen – von Besuchern, aber auch von Unternehmern. Das Hotel am Wittelsbacher Markt sei ein wichtiger Baustein für die Entwicklung Langquaids, sagt er. So biete sich nun im Bereich Radtourismus eine größere Perspektive, was auch nächstes Jahr stärker beworben werden soll. Blascheck verweist auch auf die Synergien, die sich beispielsweise zwischen dem Burgmayerstadl mit seinen Veranstaltungen und dem Hotel ergeben. „Es ist ein tolles Zusammenspiel.“ Im Jahr 2022 war der Grundstein für das Hotel gelegt worden.
Neues Quartier entstanden
Gemeinsam mit fünf Mehrfamilienhäusern, die sich um einen für Langquaid typischen Innenhof gruppieren, bildet das Hotel das Quartier am Wittelsbacher Markt. Der erste Spatenstich für die 31 barrierefreien Wohnungen war 2020 gesetzt worden.
Rückblick: Ursprünglich standen auf dem Gelände am Langquaider Marktplatz zwei Gebäude, die zusammengebaut wurden. Im Gebäude des früheren Hotels zur Post betrieb die Familie Steiger über acht Generationen zwischen 1708 und 1910 eine Brauerei. 1910 erwarb die Familie Zirngibl das Anwesen.
Ruine am Marktplatz
Bis 1958 wurde hier Bier gebraut. 2015 gab es Pläne einer Genossenschaft, das Gebäude zu sanieren und dort wieder ein Hotel und einen Gasthof zu eröffnen. Doch die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf. Kurze Zeit später beantragte die Genossenschaft Insolvenz. Zurück blieb eine Ruine am Marktplatz.
Im Sommer 2017 erwarb die Neustädter Bauwerk GmbH das Areal. Im Januar 2020 fand der Spatenstich für das Projekt statt. Es entstanden fünf Mehrfamilienhäuser mit 31 barrierefreien Wohnungen und ein Hotel mit zwei Gebäudekomplexen, die über einen Zwischenbau verbunden sind.
Mit dem Hotel wurde demnach eine „städtebauliche Reparatur“ vorgenommen. „So etwas entsteht nicht alle Tage und auch nicht in dieser Lage“, sagt Blascheck stolz.
Am Freitag, 29. November, kommt Bauminister Christian Bernreiter (CSU) nach Langquaid. Er will sich vor Ort ein Bild vom Quartier am Wittelsbacher Markt machen.
