Anreize durch Sanierungsgebiet: Cham will rund ums Stadion schöner werden

Im Bereich des Stadions und in dessen Umgebung soll Cham schöner werden. Dazu hat der Stadtrat ein Sanierungsgebiet auf den Weg gebracht. Die ersten Überlegungen wurden dem Stadtrat nun vorgestellt.
Bürgermeister Martin Stoiber erklärte, dass der Vorteil eines solchen Gebietes in der Möglichkeit bestehe, dass es bis zu 60 Prozent Zuschuss für Bauvorhaben geben könne. Neben den städtebaulichen Verbesserung soll am Ende auch ein Geh- und Radweg vom Bahnhof bis zum Campus in die Altenstadter Straße führen.
Stadtplaner Franz Ullrich vom Architekturbüro Plan + Werk in Amberg stellte die ersten Überlegungen vor. Es müssten städtebauliche Missstände vorliegen und das Gebiet müsse attraktiver gemacht werden durch die Vorhaben.
Anknüpfen am Bahnhof
Der Rahmenplan sehe östlich und westlich des Stadions Planungen vor. „Meistens waren es ja die schlechten Flächen, die zu einem Stadion wurden“, erinnerte er und zeigte Bilder von veralteten oder leerstehenden Gebäuden, aber auch Stadthalle und Stadion, von Brachflächen und Nutzungskonflikten zwischen Gewerbe und Wohnen. Die verschiedenen Quartiere seien sehr unterschiedlich strukturiert. Das städtische Entwicklungskonzept biete hier gute Lösungsansätze für Verbesserungen.
Er brachte die Idee, den bestehenden Fußweg vom Bahnhof über den Schulberg bis in die Badstraße durchzuziehen. Die zweite Möglichkeit eines Fußweges führe über die Schanze. Der Bahnhof verzeichne 2000 Ein- und Ausstiege pro Tag. Deswegen sei diese Verbindung sicher eine lohnende Idee, die man verfolgen könne.
Letztlich solle alles zu einer Stärkung und Entwicklung des Kultur- und Sportzentrums am Stadion führen. Der Fuß- und Radweg solle als „Band der guten Angebote“ die bisherigen Barrieren beseitigen und die Verbindung verbessern. Eine Querung der Eisenbahnlinie in der Badstraße führe zu einer Erschließung von der Altenstadter Straße her, wo ohnehin ein weiteres Campus-Teil geplant sei. Ziel müsse die Steigerung der Attraktivität auf vielen Feldern sein, so Ullrich. Das sei auch Voraussetzung für die Bezuschussung.
Bürgermeister Stoiber wies darauf hin, dass die Entwicklung des Campus in der Badstraße nicht weiter möglich sei. Deswegen müsse der Sprung in die Altenstadter Straße geschafft werden. „Das würde dort viele Probleme lösen“, so Stoiber. Und das Stadion liege mitten im Herzen dieser Quartiere am Fuß des Schulbergs. „Die Bild dort wird sich in den Jahren wandeln“, sagte er voraus. 2030 frühestens habe sich allerdings die Bahn erst für einen barrierefreien Übergang bereiterklärt: „Das sind Zeitpläne, die sind schon erschreckend.“ Eine Unterführung hielt der Bürgermeister aufgrund der Lage im Hochwassergebiet nicht für zielführend.
Frust über die Bahn
CSU-Sprecher Günther Lommer machte deutlich, dass der Stadtrat sich diesen Zustand mit der Bahn auf die Dauer nicht mehr gefallen lassen dürfe: „Es kann nicht sein, dass wir in einem Hochwassergebiet von einer Unterführung sprechen. Bei einer Überführung müsse man auf Elektrifizierung und Zweispurigkeit warten. Eine Vision, die keine Chance auf eine Realität hat – ob wir das wirklich diskutieren sollten...“
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Bürgermeister Stoiber wollte eine Lösung trotzdem nicht ausschließen. Die Stadt werde sich auch daran beteiligen. Stadtrat Schönberger hoffte auf einen Durchbruch für das Radwegekonzept auf dem Schulberg: „Das wäre selbst abschnittweise ein großer Fortschritt.“ Architekt Ullrich wies darauf hin, dass die Realisierung eines Geh- und Radweges ohnehin abschnittsweise erfolgen müsse, weil man angesichts der vielen schwierigen Stellen nicht von einer kompletten Realisierung ausgehen könne. Er sehe aber durchaus Möglichkeiten für eine Bahnquerung trotz des Hochwassergebietes.
Der Bürgermeister geht nach dem einstimmigen Beschluss des Stadtrates davon aus, dass das Sanierungsgebiet 2025 beschlossen werden kann.
Stadtrat in Kürze
Zu einem erfolgreichen Dauerbrenner sind laut Martin Stoiber die Erlebnis-Stadtführungen geworden. Im Oktober 2007 hatte „Leben, Lieben, Leidenschaften“ Premiere. Seitdem haben bei 438 Erwachsenen-Führungen und 130 Veranstaltungen für Kinder insgesamt 20 334 Personen an diesen Stadtführungen teilgenommen, die immer unter einem besonderen Motto standen. Die erfolgreichste Führung war das „Chamer Anno Dazu Mahl“, das 161 Mal stattfand und 6771 Teilnehmer anlockte. Bei bis zu 22 Veranstaltungen pro Jahr haben sich Kulturreferentin Petra Jakobi, Stadtarchivar Timo Bullemer und Julia Rückerl engagiert.
Die Tiefbau- und Pflasterarbeiten für die Parkplatzerweiterung an der Ludwigstraße haben begonnen. Der Auftrag ging für 164 728 Euro an die Alfons Schönberger GmbH in Chamerau. Die Parkplatzerweiterung gilt als Voraussetzung für die sinnvolle Durchführung des Radweges in der Ludwigstraße.
Die Polster der Sitzlounges am Marktplatz werden immer wieder durchlöchert. Die Reparaturen sind laut Bürgermeister Stoiber horrend teuer. Stadtbaumeister Franz Pamler stellte eine Alternative aus Holz vor. „Eher bunt“, forderte CSU-Sprecher Günther Lommer. Je einen Farbton pro Lounge will der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung sehen.
