Tausend Unterschriften für Kaiser-Therme: Initiative will Investoren-Lösung weiterhin kippen

Mit der Übergabe von tausend Unterschriften im Bad Abbacher Rathaus hat die Initiative „ProTherme“ einer außerordentlichen Bürgerversammlung zur Zukunft der Kaiser-Therme den Weg bereitet. Nach wie vor stemmt sich die Gruppe gegen den Verkauf an einen Privatinvestor.
„Tausend Unterschriften kommen nicht ohne Grund innerhalb von 14 Tagen zusammen“, sagten die „ProTherme“-Vertreter Jochen Wollenweber, Josef Geitner, Siegfried Schneider und Ralph Schäfer bei der Aushändigung der Listen an Bürgermeister Benedikt Grünewald. Er muss nun auf Basis des von den Unterzeichnern eingereichten Antrags innerhalb von drei Monaten eine außerordentliche Bürgerversammlung einberufen.
Allein rund 850 Bad Abbacher hätten unterschrieben, gibt „ProTherme“ an. Wie mehrfach berichtet, will die Aktionsgruppe die Kaiser-Therme weiterhin in öffentlicher Hand sehen. Der Zweckverband Kurmittelhaus Bad Abbach und deren Träger (Bezirk Niederbayern, Landkreis Kelheim und Gemeinde) haben sich aber für einen Ausstieg ausgesprochen. Innerhalb der nächsten zwei Jahre soll ein privater Investor gefunden werden. Ohne einen Käufer stünde die Therme dann vor dem Aus.
Gruppe pocht auf Auftrag zur Gesundheitsförderung
„ProTherme“ verweist beharrlich auf einen allgemeinen Auftrag zur Gesundheitsförderung und -prävention – weshalb die Therme in öffentlicher Hand bleiben müsse. „Über 200.000 Besucher pro Jahr nutzen die Einrichtungen der Kaiser-Therme und nehmen Anfahrtsstrecken von weit mehr als 70 Kilometer in Kauf“, heißt es in einer Mitteilung der Aktionsgruppe.
Die Besucherzahlen hätten sich jüngst auf den Stand wie vor Corona-Zeiten erholt. „Heil- und Thermalbäder sind kommunale Infrastruktureinrichtungen, die Dienstleistungen von allgemeinem wirtschaftlichen Interesse seit 30 Jahren erbringen.“ Es gehe auch um das Schicksal von über 50 Arbeitsplätzen und zudem um Jobs im Übernachtungs- und Gaststättengewerbe.
Vorschlag für ein Genossenschaftsmodell
Als neuen Lösungsansatz bringt „ProTherme“ eine Fortführung in Form eines Genossenschaftsmodells ins Spiel, bei dem die Marktgemeinde federführend tätig sein soll. Ein wichtiger Aspekt für die Initiative bleibt die Überprüfung der aus ihrer Sicht „fragwürdigen“ Kostenschätzungen zur Renovierung. „Die Verantwortlichen sind gefordert, nach preiswerteren Umbau-Alternativen zu suchen.“ Bekanntlich geht man auf Basis von mehreren Gutachten von einer 50 Millionen Euro teuren Sanierung aus.
„Die Kaiser-Therme muss für die Gesellschaft als bezahlbare Gesundheitseinrichtung erhalten bleiben und darf nicht in die Hände eines profitorientierten Investors fallen“, lautet die Position, die man bei der außerordentlichen Bürgerversammlung noch mal deutlich machen will.
Kann Bürgerbegehren Beschlüsse rückgängig machen?
„ProTherme“ erwägt auch ein Bürgerbegehren. „Hierzu müssen wir uns erst kundig machen, wie es konkret formuliert werden könnte“, sagt Wollenweber. Gretchenfrage bleibe, ob die gefällten Beschlüsse zur Auflösung der öffentlichen Trägerschaft gekippt werden könnten. Die Zeit dränge. „Wenn ein privater Investor gefunden ist, stehen wir vor vollendeten Tatsachen.“