Ein Buch für Cham und Waldmünchen: So waren die echte Kathi und der Trenck

Einen Tag danach liegt es dann zum Verkauf in der Touristinfo und in den Geschäften bei Leopold und Reitmeier auf. Außerdem kann man das Buch über den Buchhandel erhalten. Vorab hat uns Schröpfer schon einen kleinen Einblick in sein Werk gegeben.
15 Jahre habe er sich damit und der Absicht, mehr über Kathi und den Trenck herauszufinden, beschäftigt, sagt er. Tatsächlich dürfte es aber sein ganzes Heimatforscherleben sein. Denn der 76-Jährige hat sich schon seit Jahrzehnten der Trenckforschung verschrieben und gilt mit seinem Archiv auch jenseits der Grenzen als Experte. Tatsächlich geschrieben hat er das Werk in den Corona-Jahren 2021/22, nach dem Tod seiner Ehefrau Rita.
Für ihn war es eine schlimme Zeit, weil ihm durch Corona auch der soziale Kontakt fehlte. „Vor lauter Verzweiflung bin ich ins Archiv gegangen und habe geschrieben!“ Mit dem Archiv meint er seine große Sammlung an Büchern und Dokumenten zum Trenck, die er in den heimischen Kellerräumen um einen winzigen Schreibtisch mit Computer versammelt hat. Wer erahnen will, wie viel Vorarbeit in einem solchen Buch steckt, muss sich nur die zwei Buchseiten lange Liste der genutzten Archive ansehen.
Beziehungsreiches Datum
Doch zurück zur Vorstellung des Buches. Das Erscheinungsjahr und der Monat der Veröffentlichung sind nicht von ungefähr gewählt. Auf diesen Termin hat Schröpfer all die Jahre hingearbeitet. Denn heuer jährt sich die Geburt von Kathi Schwab zum 300. Mal. Gleichzeitig ist im Oktober der 275. Todestag von Franz Freiherr von der Trenck.
Während die Geburts- und Sterbedaten des Freiherrn allgemein bekannt sind, hat Schröpfer für die Geburts- und Sterbedaten der Kathi forschen müssen. Beim Geburtsjahr 1724 hat er trotz der Bemühungen nichts Genaueres herausfinden könne. Geburtstag und -monat bleiben eine Aufgabe für künftige Forscher, sagt Schröpfer. Allerdings habe er den genauen Sterbetag herausgefunden. Bisher habe ein Sterbejahr vor der französischen Revolution gegolten, weil dies ein zeitgenössischer Chronist der Kathi so beschrieben habe, erzählt Schröpfer. Das genaue Sterbedatum sei aber der 28. November 1795. Wo Kathi aber beerdigt wurde, sei immer noch unklar. Schröpfer vermutet, dass Kathi auf dem damaligen Friedhof für angesehene und finanziell entsprechend ausgestattete Bürger in Chammünster beerdigt wurde. Immerhin sei Kathi Schwab nach ihrer Rückkehr nach Cham 40 Jahre lang eine angesehene Wirtin gewesen. Vielleicht lägen ihre Knochen sogar noch im Karner von Chammünster, sagt Schröpfer.
Weil das Buch mit Kathi Schwab und Trenck Personen beschreibt, die viel mit Waldmünchen und noch mehr mit Cham zu tun haben, werden bei der Buchvorstellung sowohl der hiesige Bürgermeister Markus Ackermann, aber auch der Chamer Bürgermeister Martin Stoiber und Landrat Franz Löffler sprechen.
Eine Rede wird auch Richard Windmeißer halten. Er ist Geschäftsführer des Spielberg-Verlages aus Neumarkt. Dennoch ist die Buchvorstellung in Waldmünchen für ihn ein Heimspiel. Schröpfer berichtet, dass Windmeißer aus dem Spielberg bei Waldmünchen stammt und seinen Verlag nach seinem Geburtsort benannt hat. „Die Heimattreue hat mir ziemlich imponiert“, sagt Schröpfer und so sei der Kontakt zustande gekommen. Weil die Vertragsverhandlungen auch noch positiv verlaufen seien, sei man sich schnell handelseinig geworden.
In den vergangenen Wochen hat Schröpfer noch das Musterbuch durchgearbeitet. Das war die letzte Möglichkeit, vor dem Druck noch Korrekturen zu machen. Das Musterbuch entspricht den künftigen Druckexemplaren, ist aber mit einfacherem Papier gefertigt, erklärt Schröpfer.
Beim Cover, das von Ria Raven gestaltet wurde, hat man sich auf ein rötliches Braun geeinigt. Die Titelseite zieren drei Bubbles, die zum einen die Titelei tragen, aber auch einen Ausschnitt von einem Gemälde mit dem brennenden Cham zeigen, das im Schloss Waffenbrunn hängt und von Steinmann fotografiert wurde. Die dritte Bubble zeigt ein Foto des aktuellen Trenckpaares, Christian Liegl und Sophia Hetzl, das von unserer früheren Waldmünchen-Reporterin Petra Schoplocher gemacht wurde.
Verkaufsstart 19. Oktober
Das Buch hat 292 Seiten und 100 Fotos. Es wird zunächst in einer Auflage von 500 Stück zu haben sein. 350 Stück sind schon vorbestellt. Bei entsprechender Nachfrage ist eine weitere Auflage möglich. Der Preis liegt bei 28,90 Euro. Wer die Waldmünchner Verkaufsstellen ab Samstag, 19. Oktober, nicht erreichen kann, der kann es im Buchhandel auch über die ISBN-Nummer 978-3-95452-785-4 bestellen.
Die Buchrückseite ziert die Rede an das Schwabenkatherl zum Schluss des Festspiels mit dem Kernsatz „Dein Auftrag ist erfüllt!“ Das sagt auch Schröpfer: Es werde sein letztes Buch sein. Aber weil er das mit einem hintergründigen Lächeln sagt, wollen wir ihm das nicht ganz glauben.