Chamer Kultlokal mit vielen Geschichten: Das Morizz feiert 30-jähriges Bestehen

Von Sabrina Kauer · 14. Oktober 2024 um 05:00

Hier haben sich Ehepaare gefunden und Gäste von damals kommen heute mit ihren Kindern zum Mittagessen: Das Chamer Kultlokal Morizz wird 30 Jahre alt.

Am 14. Oktober vor genau sieben Jahren feierte Inhaber Helmut Siebenhandl die Neueröffnung des Chamer Kultlokals. Zum Jubiläum blickt er zurück auf die vergangenen Jahre – und auf ein Konzept, das sich bewährt hat.

Dass das Morizz heuer sein 30. Jubiläum feiern kann, hatte Pächter Helmut Siebenhandl (60) anfangs gar nicht auf dem Schirm, erzählt er. „Meine Frau hat es durch Zufall vor zwei, drei Monaten auf dem Schild (oberhalb der Eingangstür, Anm. d. Redaktion) gesehen und gesagt: ,Das müssen wir ja feiern’“, erinnert sich Siebenhandl. Kommenden Freitag und Samstag, 18. und 19. Oktober, ist es so weit: „Wir machen eine 90er-Party, aber ansonsten ist der Ablauf im Lokal wie immer. Es gibt schon viele Reservierungen“, sagt der Betreiber.

Seit 2017 hat er im Morizz das Sagen. 1994 habe Hermann Drexler das Morizz eröffnet. Später habe Silvia Sigl das Kultlokal geführt und danach noch einmal Hermann Drexler – bis zum 1. Oktober 2017. Das Café-Bar-Restaurant zu übernehmen „war eine gute Entscheidung“, so Siebenhandl. Wie er sagt, blickt er positiv auf die vergangenen Jahre zurück.

Die Preise stimmen

Viel verändert hat sich nicht in dem Lokal in der Ludwigstraße 3 – weder in den insgesamt 30 Jahren noch in den sieben Jahren mit Siebenhandl als Betreiber. Die Finest Thai- und die Tex-Mex-Gerichte von früher sind laut Pächter noch heute auf der Speisekarte zu finden – „nur in besserer Qualität“.

Ob „Nudeln Morizz“ oder „Phat Thai Gai“: „Ich habe die Gerichte verfeinert und ein paar neue dazu genommen. Selbst die Namen der Gerichte sind dieselben.“ Bei den Gästen scheint dies Anklang zu finden, denn manch einer bestelle sich noch heute das gleiche Essen wie damals.

Zudem sei er die Mehrwertsteuererhöhung von sieben auf 19 Prozent „nicht mitgegangen“, weshalb sich auch die Preise nicht sonderlich verändert hätten. „Das klappt schon. Das muss man halt dann bei bestimmten anderen Sachen wieder gut machen. Wenn das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, kommen die Leute ja gerne wieder“, sagt der 60-Jährige, und ergänzt: „Meine Devise ist: Jede Bevölkerungsgruppe soll bei uns essen können; egal ob Schüler, Studenten, Ältere oder Familien.“ Doch gibt es eine Sache, die heute anders ist: „Die Leute bleiben nicht mehr so lange wie früher. Am Wochenende machen wir um 24 Uhr zu. Früher ging es bis 2 oder 3 Uhr.“

Das Hauptaugenmerk liege mittlerweile auf dem gemütlichen Zusammensitzen bei Essen und Getränken. „Eine typische Partyhöhle wie früher ist das Morizz nicht mehr“, sagt Siebenhandl. Noch heute kämen ältere Gäste in das Lokal, die dort „erwachsen geworden sind“, erzählt der Betreiber.

„Manche haben im Morizz ihre Frau kennengelernt und heute kommen sie mit ihren Kindern zum Mittagessen. Es gibt wahrscheinlich viele, viele Geschichten über das, was hier drin alles passiert ist.“ Wie Siebenhandl sagt, findet er es schön, dass die Gäste nach vielen Jahren immer noch in das Lokal gehen können, „wo sie früher viel erlebt haben“.

Ob der Betreiber schon einmal daran gedacht hat, hinzuschmeißen? „Während Corona“, sagt er. Doch hätten er und „sein Team“, wie Siebenhandl selbst seine Belegschaft bezeichnet, diese schwierige Phase überwunden.

Viele seiner Mitarbeiter würden den 60-Jährigen schon seit seiner Zeit als Mit-Inhaber der „Wunderbar“ begleiten. „Ich bin meinem Küchen- und Servicepersonal sehr dankbar, dass es mir schon so lange zur Seite steht“, sagt Siebenhandl.

Inhaber packt selbst mit an

Besonders schön in Erinnerung geblieben ist Siebenhandl seine Anfangszeit im Morizz. „Es war ein riesen Erfolg. Mein Team und ich haben das Lokal innerhalb kürzester Zeit wieder auf Vordermann gebracht.“

Und das kommt nicht von ungefähr: „Die Gastronomie ist mein Leben, meine Bestimmung. Ich mache es gerne und ich bin ein Teamworker. Mit meinem Personal arbeite ich gerne zusammen und ich bin mir für nichts zu schade“, sagt Siebenhandl.

In den vergangenen 30 Jahren hat sich hier nicht allzu viel verändert.
Nach der Corona-Pandemie hat Helmut Siebenhandl das Chamer Kultlokal renoviert.