Sie will Schwandorf im Bundestag vertreten: FDP nominiert Ileana Pößl als Direktkandidatin

Für die FDP wirft Ileana Pößl ihren Hut in den Ring. Im Wackersdorfer Gasthof Bösl wurde die 57-Jährige mehrheitlich als Direktkandidatin für die Bundestagswahl gewählt. Auch zur Ampel-Koalition, die laut Umfragen nur noch wenig Rückhalt genießt, haben die Kandidatin und die Kreisverbandsvorsitzende eine klare Meinung.
Bei der Wahl erhielt die Nabburgerin von sieben gültigen Stimmen insgesamt sechs. „Das Feuer ist wieder entfacht“, sagte sie am Rande der Nominierung der MZ. „Ich war politisch sehr engagiert in meiner Jugend in Rumänien und jetzt bin ich wieder mit Leib und Seele dabei“, sagte Pößl. Ihre Leidenschaft für Politik fand sie nach eigener Aussage bei der FDP wieder. Seit zwei Jahren ist die vierfache Mutter nun Mitglied der Partei, zuvor gehörte sich bereits 20 Jahre der SPD an.
Direktkandidatin Ileana Pößl lobt Unterstützung der Ukraine
Die Liberalen sind derzeit Teil der Bundesregierung – gemeinsam mit der SPD und den Grünen. Diese Koalition steht immer wieder in der Kritik. Laut Umfragen ist der Rückhalt in der Bevölkerung für die Ampel nur noch gering. Auch die Kandidatin und die Kreisverbandsvorsitzende Maria Zimmermann-Pröm sind sich der Situation bewusst.
Pößl will die Bürger daher wieder an die Visionen der FDP heranführen und betont gleichzeitig die guten Aspekte der Ampelregierung: „Unterschiedlicher können die drei Parteien nicht sein. Dass sie sich dennoch als Koalition zusammengefunden haben, ist etwas Besonderes.“ Die Ampel habe viele Krisen vorgefunden – und trotzdem habe die Regierung nicht „so viel Schlechtes“ getan.
Auch Zimmermann-Pröm ist der Ansicht, dass die Ampel oft zu Unrecht in der Kritik stehe. Das Angebot, das die einzelnen Parteien mitbringen würden, sei sehr gut. „Bundespolitik ist nicht einfach – da hat es die FDP umso schwerer. Manchmal müssen sich einzelne Parteien mehr zurücknehmen – auch die FDP. Wir müssen klarer kommunizieren, um die eigentlichen Projekte voranzubringen“, sagte Zimmermann-Pröm.
Pößl zeigte sich vor allem vom Umgang der Ampel mit dem Ukraine-Krieg beeindruckt. „Die Unterstützung ist von immenser Wichtigkeit, um Europa, wie wir es kennen, beizubehalten. Europa ist nicht nur Garant für unsere Wirtschaft, sondern auch für die Zukunft unserer Kinder und deren Freiheit“, so die Direktkandidatin.
FDP-Kandidatin fordert respektvolleren Umgang
Die Cannabislegalisierung – eine kontrovers diskutierte Entscheidung der Ampel – findet ebenfalls ihre Unterstützung. „Man muss die Kirche im Dorf lassen“, sagte sie. Bei ihrer Arbeit im Krankenhaus sehe sie, was Alkohol mit den Menschen anrichte. „Wenn Konsumenten selbst anbauen dürfen, rauchen sie kein gestrecktes Gras vom Dealer.“ Pößl konsumiert laut eigener Aussage kein Cannabis, befürworte aber die Legalisierung.
Zimmermann-Pröm hebt zudem das 49-Euro-Ticket hervor, von dem viele Menschen profitieren. „Durch das Ticket muss niemand überlegen, ob er dort den Bus nimmt oder hier in den Regionalzug steigt“, sagte Zimmermann-Pröm zu den Vorteilen.
Direktkandidatin Pößl sieht dennoch Verbesserungsbedarf – vor allem im Umgang miteinander. „Politik muss sachlich bleiben. Wir müssen respektvoller sein“, sagte sie. Das gelte nicht zuletzt für die Sozialen Medien, in denen der Umgangston oft schlimmer als an jedem Stammtisch sei.
Für Kandidatin Pößl sei die Ampel keine schlechte Regierung. Das Bündnis habe viele Schwierigkeiten gut bewältigen können. Dennoch glaubt die 57-Jährige nicht an eine Fortsetzung dieser Koalition – jedenfalls nicht in der Form.