Wer will den Wahlkreis Schwandorf wieder im Bundestag vertreten?

Bis zur nächsten Bundestagswahl ist noch etwas Zeit. Am 28. September 2025 können die Wähler entscheiden, wie sich das neue Parlament zusammensetzt. Inzwischen sind die ersten Vorentscheidungen gefallen, welche Kandidaten bei den einzelnen Parteien ihren Hut in den Ring werfen, um den Wahlkreis Schwandorf in Berlin zu vertreten. Ein Überblick.
Aktuell hat der Wahlkreis drei Vertreter. Das Direktmandat holte sich bei der Wahl 2021 die CSU-Politikerin Martina Englhardt-Kopf – sie ist erstmals im Parlament vertreten und trat die Nachfolge des langjährigen Abgeordneten Karl Holmeier an. Über die Liste sind zudem Marianne Schieder (SPD) und Tina Winklmann (Grüne) in den Bundestag eingezogen. Neben den Landkreisen Schwandorf und Cham gehören auch die Orte Brennberg und Wörth an der Donau im Kreis Regensburg zum Bundestagswahlkreis.
Bei der CSU läuft alles wieder auf Martina Englhardt-Kopf hinaus
Die offizielle Nominierung steht zwar noch aus. Doch vor der Bundestagswahl 2025 sind die Weichen für eine erneute Direktkandidatur von MdB Martina Englhardt-Kopf schon gestellt. Bei der Kreisvertreterkonferenz in Schwarzenfeld votierten im Juli 100 Prozent für die Bundestagsabgeordnete. Und auch der Kreisverband Cham stellte sich vorbehaltlos hinter die Schwandorferin und verzichtete auf einen eigenen Kandidaten. Die endgültige Entscheidung fällt bei der Bundeswahlkreiskonferenz, die am 23. November in der Stadthalle Roding stattfinden soll, und sie ist praktisch nur noch Formsache. Englhardt-Kopf lehnt solche Festlegungen ab, aus Respekt vor dem demokratischen Entscheidungsprozess: „Die Delegierten haben bei uns das letzte Wort und sind der Souverän“, sagt die CSU-Politikerin.
MdB Marianne Schieder (SPD) will es ebenfalls noch einmal wissen
Die Sozialdemokratin sitzt bereits seit 2005 im Bundestag und ist aktuell die dienstälteste Abgeordnete aus dem Wahlkreis Schwandorf. Lange ließ die 62-Jährige offen, ob sie bei der Bundestagswahl 2025 erneut ihren Hut in den Ring werfen werde. Inzwischen hat sie, unter anderem aufgrund der „überwältigenden Rückmeldungen“ aus Parteikreisen, ihre Bereitschaft erklärt. Bei einer Vorstandssitzung Anfang September stärkte ihr der SPD-Unterbezirk Schwandorf/Cham mit einem einstimmigen Beschluss den Rücken. Die offizielle Nominierungsversammlung ist nach Angaben der SPD bereits für den 21. September geplant.
Eine klare Antwort kommt von der Abgeordneten Tina Winklmann (Grüne)
„Ja, ich möchte noch einmal für den Bundestag kandidieren“, sagt die Grünen-Politikerin. Wie Englhardt-Kopf ist die Abgeordnete 2021 erstmals ins Parlament einzogen – und hat so für eine dritte Stimme gesorgt, die der Wahlkreis nun in der Bundeshauptstadt hat. Es seien „so viele Dinge ins Rollen gebracht worden“, sagt Winkl- mann – gerade in ihren Fachgebieten Sport sowie Arbeit und Soziales. „Da möchte ich natürlich weiterarbeiten.“ Die Arbeit sei noch nicht erledigt. Aus ihrer Sicht tue es dem Wahlkreis „wahnsinnig gut, eine grüne Vertretung in Berlin zu haben“. Beide Kreisverbände unterstützen laut Winkl-mann ihre Kandidatur für das Direktmandat. Die Entscheidung trifft aber am Ende die Mitgliederversammlung, die am 22. Oktober im Landkreis Schwandorf stattfinden soll. Im Februar folgt die Listenaufstellung.
Die Freien Wählern wollen demnächst wichtige Vorgespräche führen
„Wir sind noch in der Abstimmungsphase“, sagt der Schwandorfer Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Martin Scharf. In „den nächsten zwei Wochen“ wolle er Gespräche mit den FW-Gremien im Landkreis Cham und in den Orten Brennberg und Wörth an der Donau führen und sich dabei möglichst auf einen gemeinsamen Kandidaten für die beiden Kreisverbände verständigen. Bei der Versammlung des Kreisverbands Schwandorf Mitte Oktober soll sich dieser – oder diese – dann den Mitgliedern vorstellen.
Reinhard Mixl steht als Direktkandidat für die Rechtsaußen-Partei AfD bereit
Eine offizielle Entscheidung ist bei der AfD noch nicht gefallen und werde heuer voraussichtlich auch nicht mehr getroffen, sagt der Schwandorfer Kreisvorsitzende Reinhard Mixl. Er würde sich aber bereiterklären, als Direktkandidat anzutreten. Für den Fall, dass sich im Kreisverband noch ein anderer geeigneter Bewerber finde, wolle er dem aber nicht entgegenstehen. Falls er kandidiere, wolle er die Schwerpunkte auf die Themen Migration, Energie, Wirtschaft sowie Steuern und Verschuldung legen.
Die Linke muss ein zweites Mal über einen geeigneten Bewerber diskutieren
Die Linke hatte sich laut Kreisvorstandsmitglied Christian Oberthür bereits auf einen möglichen Kandidaten verständigt. Doch weil der aus beruflichen Gründen im September 2025 wohl nicht mehr im Wahlkreis Schwandorf wohnen wird, muss die Diskussion noch einmal geführt werden. Laut Oberthür wird dies zu den ersten Aufgaben des neuen Kreisvorstand gehören, der am Dienstag gewählt wurde. Einen Direktkandidaten oder eine Kandidatin soll es aber geben. Mit der Aufstellung rechnet Oberthür „wohl Ende Oktober/Anfang November“. Die Linke ist derzeit nur noch als Gruppe im Bundestags vertreten, nachdem mehrere Fraktionsmitglieder zum Bündnis Sarah Wagenknecht gewechselt sind.
Die FDP will noch im September eine erste Vorentscheidung treffen
Laut der neuen Kreisvorsitzenden Maria Zimmermann-Pröm will der FDP-Kreisverband Schwandorf bei einer Vorstandssitzung am 24. September die personellen Weichen stellen. Mit dem Kreisverband Cham sei vereinbart worden, dass die Schwandorfer diesmal den Direktkandidaten stellten, so Zimmermann-Pröm. Die Nominierung soll dann voraussichtlich im Oktober bei einer gemeinsamen Versammlung beider Kreisverbände erfolgen.
Beim Bündnis Sarah Wagenknecht gibt es bisher keine konkreten Überlegungen
In der Liste der Parteien ist das „Bündnis Sarah Wagenknecht“, kurz BSW, die jüngste. Die Gründung als Partei erfolgte erst im Januar. Entsprechend sind viele Strukturen erst noch im Entstehen begriffen. In Bayern soll am 16. November der Landesverband gegründet werden. Für die Kandidaten zur Bundestagswahl gebe es zum jetzigen Zeitpunkt noch „keinerlei Überlegungen“, sagt Irmgard Freihoffer, Bezirksverantwortliche Oberpfalz für BSW. Das werde noch etwas dauern.


