Können Neumarkter bald an zwei Tagen im Jahr bis 24 Uhr in der Altstadt einkaufen?

2025 könnte zwei neue Einkaufs-Veranstaltungen in der Neumarkter Innenstadt bringen. Das war eines der Themen bei der Jahresversammlung von Aktives Neumarkt am Mittwoch. Allerdings gibt es bei dem Ansinnen noch einige Haken.
Neben diesem Thema stand die Wahl eines Vorstands, ein Jahresrückblick und der Ausblick auf 2025 auf der Tagesordnung. Interessant war aber vor allem, was Geschäftsführer Christian Eisner zu einer möglichen Änderung des Ladenschlussgesetzes sagte.
In Bayern gelte nach wie vor die Regelung aus dem Jahr 1956. Welche Auswirkung diese hat, erklärte Eisner am Beispiel der Nacht der Sinne. Die Vorgaben hätten deren Organisation wahnsinnig schwer gemacht. Erlaubt ist eine Veranstaltung dieser Art nur ein Mal Jahr, dazu nur räumlich (Altstadt) und zeitlich begrenzt (23 Uhr). Außerdem dürfe nicht das Einkaufen der Anlass sein, sondern es müsse extra ein kultureller geschaffen werden.
Über längere Öffnungszeiten könnte Kommune entscheiden
Nun könnte es mehr Freiheiten geben. Ein Gesetzesentwurf sehe vor, dass künftig acht Mal im Jahr an Werktagen längere Öffnungszeiten bis 24 Uhr für Geschäfte möglich sein sollen. Auch sieht der Entwurf vor, dass die räumliche Begrenzung wegfällt. Zudem ist angedacht, das Unternehmen bis zu vier Mal im Jahr für sich selbst länger geöffnet haben dürfen. Genehmigen müsste dies dann nicht mehr wie bislang die Bezirksregierung, sondern die Kommune. Doch all dies sei bislang nur ein Entwurf. „Es kann sich noch immer was ändern“, sagte Eisner.
Dennoch hat sich Aktives Neumarkt Gedanken gemacht für den Fall, dass die Gesetzesänderung kommt. Dabei prallen die darin enthaltenen neuen Freiheiten auf ein bekanntes Problem: Es fehlt am Personal. Selbst jetzt, da schon eine Öffnungszeit bis 20 Uhr möglich wäre, schließen viele Läden in der Altstadt früher. Die Euphorie beim Handel sei angesichts des Gesetzesentwurfs begrenzt, erklärte Eisner.
Ochsenkühn lobt die Arbeit von Aktives Neumarkt
Was also tun mit den möglichen neuen Freiheiten? „Es muss sinnhaft sein“, sagte Eisner. Er will die Nacht der Sinne nicht verändern. Bei dieser sei erkennbar, dass sich in den späteren Stunden vieles aufs Feiern konzentriere. Daran will Aktives Neumarkt nicht rütteln und stattdessen zwei Termine im Jahr schaffen, bei denen das Einkaufen im Fokus steht.
Angedacht sind zwei Samstage im März und September, die in der jeweiligen Woche zuvor von Aktionen begleitet werden sollen. Statt Aktionen im öffentlichen Raum sollen jene in den Geschäften im Fokus stehen. Noch sind das alles nur Überlegungen.
Nicht nur überlegt, sondern umgesetzt hat Aktives Neumarkt seit der Jahresversammlung 2023 etliches. Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn lobte die „tolle Arbeit“, die das Team leiste. Neben den regulär ablaufenden Veranstaltungen wie Nacht der Sinne, Weinfest oder Weihnachtsmarkt prägten 2024 vor allem die Aktionen, die Aktives Neumarkt über ein staatliches Förderprogramm finanziert hatte.
Ins Auge sprang dabei vor allem der Altstadtsommer mit seinen Rasenflächen, Sitzmöglichkeiten und Pavillons rund ums Rathaus. Eisner wie auch Ochsenkühn zogen ein positives Fazit. Die Veränderungen seien weitgehend gut angenommen worden. Die Rückmeldungen der Bürger, was sie sich für den Rathausplatz vorstellen können, werden aktuell ausgewertet. Sie sollen in die weiteren Planungen der Stadt einfließen, wie das Areal aufgewertet werden soll.
Zum Weihnachtsmarkt erklärte Eisner, dass dieser nach einer um sechs Tage verkürzten Version 2023 in diesem Jahr wieder länger dauern soll. Entwicklungspotenzial für den Mark gebe es nur, wenn dieser räumlich größer werde. Der Geschäftsführer verwies an dieser Stelle auf eine Aussage von OB Ochsenkühn, die dieser kurz zuvor in sein Lob für Aktives Neumarkt eingeflochten hatte: „Es ist aber auch nicht immer alles möglich“.
Eisner will sich davon aber nicht entmutigen lassen, wie er in einer generellen Aussage anmerkte. Hartnäckigkeit habe auch schon in der Vergangenheit so manches möglich gemacht, was zunächst abgelehnt worden sei.
Beim Altstadtflohmarkt könne er sich vorstellen, die noch vorhandenen Parkplätze für Autos wegfallen zu lassen, um mehr Platz für Anbieter zu schaffen. Der Erlebnistag „Unsere Helfer“, bei dem sich Polizei, Feuerwehr, THW etc. am Sonntag nach dem Weinfest präsentieren konnten, sei so gut angekommen, dass Aktives Neumarkt dies ausbauen möchte.
Das neue Jahr geht der Verein mit einem neu gewählten Vorstand an. Dabei gab es keine große Änderung. Die drei Vorsitzenden bleiben Heinz Kühnlein, Matthias Auhuber und Benjamin Schmid.
