„Als wäre man im Urlaub“: Das halten Neumarkter von den Umgestaltungen in der Altstadt

Von Franziska Mahler · 29. August 2024 um 05:00

Rollrasen, Pavillons, Fotopoint, Pickle-Ball-Feld: Durch das Projekt Altstadtsommer hat sich das Areal rund um den Rathausplatz seit Juli stark gewandelt. Ende September kehrt man wieder zur alten Optik zurück. Welche Bilanz ziehen die Neumarkter? Und welche Anregungen haben sie?

In den Cafés und Eisdielen sind bei den aktuellen sommerlichen Temperaturen alle Sitzplätze beleget. Auf der neuen Rasenfläche rennen Kinder auf und ab. Eine Frau lässt sich in einem der Pavillons von ihrem Mann fotografieren. „Es schaut aus, als wäre man im Urlaub“, sagt die 65-Jährige aus Freystadt.

Anna-Elisabeth Dischner (77) und Barbara Schrafl (82) gehen schon immer gerne zusammen in die Altstadt. „Uns gefällt’s. Es lockert die Atmosphäre auf“, sagt Dischner. Vor allem überzeuge sie das Grün und die vielen Sitzgelegenheiten. Timo Kollmann (29) hat es sich mit seinen beiden Kindern in den Liegestühlen unterm Pavillon gemütlich gemacht. „Es tut gut, dass nicht mehr alles zugepflastert ist.“

Ist das Gießen der Flächen eine Wasserverschwendung?

Einige Passanten, die ihren Namen lieber nicht in der Zeitung lesen wollen, schlagen auch kritischere Töne an. Für sie sei es Wasserverschwendung, die kleinen Rasenflächen zu gießen. Außerdem kommen die Holzumrahmungen der Inseln nicht bei jedem gut an.

Diese seien aber nötig, sagt Neumarkts Citymanager Christian Eisner. Denn das Projekt Altstadtsommer ist von Juli bis Ende September nur kurzfristig angelegt, „um Erfahrungen zu sammeln und Potenziale zu erkennen“. Erst danach werden langfristige Ziele beschlossen. Sollte man zum Beispiel entscheiden, eine dauerhafte Grünfläche anzulegen, dann nicht als Insel – allein wegen der Barrierefreiheit, so Eisner. Doch dafür müsste dann der Boden aufgerissen werden. Das wäre für diese kurze Zeit ein zu großer Aufwand gewesen, sagt Eisner. Gleiches gilt für Bäume, die in Kübeln statt im Boden verpflanzt sind.

Neumarkter würden sich gastronomisches Angebot wünschen

Eine 29-Jährige vermisst ein Angebot wie den Stadtstrand. Diesen gab es lange Jahre um das Altstadtfest herum. Ihrer Schwester fehlt ein gastronomisches Angebot auf dem Areal – zum Beispiel ein Stand mit Getränken to go. „Dann wäre ich sicher öfter in die Stadt gegangen. So habe ich das Angebot eigentlich nicht genutzt.“ Eisner haben schon über 50 Anregungen und Ideen von Bürgern erreicht. So etwas wie einen Stadtkiosk hätten mehrere vorgeschlagen.

Ziel sei, dass sich durch künftige Maßnahmen die Wahrnehmung für das Areal ändert und die Aufenthaltsqualität verbessert. Wegen der Rasenflächen wechseln die Menschen nun schon häufiger die Straßenseite, fällt Eisner auf. Das bedeutet: Den Leuten werde bewusster, dass es eine Fußgängerzone ist und sie nicht nur auf den Gehsteigen laufen müssen. Vielmehr müssten sich Bus- und Radverkehr nach ihnen richten. Der Bereich soll langfristig gesehen zu einem „Platz“ werden, sagt Eisner. Um dieses Ziel zu erreichen, sei jedoch viel Abstimmung und Planung notwendig.

Bürger bringen vielseitige Vorschläge ein

Außerdem sei öfter angeregt worden, dass man Wasser nutzbarer machen sollte – also zum Beispiel durch einen begehbaren Brunnen oder Wasserspielzeug. Die dominierenden Themen seien aber wenig überraschend: Grün, Sitzgelegenheiten und Schatten. Die Vorschläge dazu – ohne zu viel zu verraten – seien sehr unterschiedlich, so der Citymanager.

Neben den Sitzgelegenheiten gibt es derzeit aber auch noch zwei andere Stationen: den großen Schmetterling und ein Pickle-Ball-/Badmintonfeld. Spätestens seit man an das bunte Fotomotiv vor dem Rathaus mit einem Hinweisschild versehen hat, werden viele Fotos gemacht, sagt Eisner. Das Spielfeld dagegen sei kaum in Nutzung. Das liege aber auch daran, dass keine Erklärung oder Spielausrüstung vorhanden ist, glaubt er. Es sei aber wenig sinnvoll, die einzelnen Stationen zu bewerten. Denn sie seien letztlich nur „ein Mittel zum Zweck, um die Innenstadtentwicklung in Schwung zu kriegen“. Und das habe man geschafft. „Uns ist es gelungen, das Thema ins Gespräch zu kriegen. Das ist wichtig für die weitere Planung.“

Am Weinfest (6. und 7. September) wird das Areal erstmals als vollwertiger Platz getestet. Am Sonntag, 8. September, veranstaltet Aktives Neumarkt zusätzlich einen Erlebnistag für Familien. Der Verkehr soll ab Donnerstagabend komplett gesperrt werden.

Man kann noch Ideen einbringen

Anregungen: Noch bis 30. September können Bürger ihre Ideen zur Umgestaltung der Altstadt einbringen.

Weg: Anregungen können unter www.aktives-neumarkt.de/altstadtsommer oder über ausliegende Teilnahmekarten eingereicht werden.

Er freut sich über die Anregungen für die Umgestaltung der Altstadt: Citymanager Christian Eisner.
Ein beliebter Ort, um Fotos zu machen.