Das Insolvenzverfahren für Flabeg Automotive Germany in Furth im Wald wurde eröffnet

Das Further Unternehmen Flabeg Automobile Germany ist in finanzielle Schieflage geraten, hat nach 2020 im Juli diesen Jahres bereits zum zweiten Mal Insolvenz angemeldet. Jetzt wurde vom Amtsgericht Regensburg das Insolvenzverfahren eingeleitet.
Matthias Braun, Sprecher der Kanzlei Schultze & Braun, die das Unternehmen vertritt, sagte gegenüber unserer Zeitung: „Grund für die finanzielle Schieflage ist demnach unter anderem die herausfordernde wirtschaftliche Situation im Automotivebereich.
Die Auswirkungen – etwa durch niedrigere Verkaufszahlen für E-Autos bei den Herstellern – trafen Flabeg direkt durch rückläufige Bestellungen.“
Verfahren wurde eingeleitet
„Das Amtsgericht Regensburg hat am 1. Oktober plangemäß das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Flabeg Automotive Germany eröffnet und Rechtsanwalt Volker Böhm von der vertretenen Kanzlei Schultze & Braun zum Insolvenzverwalter bestellt“, heißt es auf Nachfrage in einer Pressemitteilung.
Den Geschäftsbetrieb bei Flabeg führt demnach der Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht auch im eröffneten Insolvenzverfahren weiter. „Es ist uns gelungen, den Geschäftsbetrieb des Unternehmens stabil zu führen. Die Kunden, mit denen wir in engem Kontakt stehen, haben deutlich gemacht, dass sie weiterhin Produkte von Flabeg bestellen und beziehen wollen“, sagt Böhm. Auch die fast 190 Mitarbeitenden am Standort Furth im Wald würden sich sehr stark für das Unternehmen und den Erhalt ihrer Arbeitsplätze engagieren.
Bereits kurz nach dem Insolvenzantrag habe der Insolvenzverwalter mit der Investorensuche begonnen und dafür einen sogenannten M&A-Prozess gestartet. Der Begriff beschreibt laut Kanzleipressesprecher Ingo Schorlemmer die weitere Abwicklung des Verfahrens. Entweder steigt demnach ein Investor ein und bringt frisches Geld mit oder Flabeg werde übernommen. Das betreffe laut Schorlemmer dann auch den Maschinenpark und die Mitarbeiter. „Es gibt bereits Gespräche mit potenziellen Investoren. Flabeg verfügt über großes Know-how. Ich bin daher weiterhin zuversichtlich, dass eine Sanierung trotz des schwierigen Marktumfeldes gelingen kann“, sagt Böhm.
Flabeg Automotive Germany ist für ein breites Spektrum an Kunden aus dem Automotivebereich tätig und beschäftigt am Unternehmenssitz und Produktionsstandort in Furth im Wald fast 190 hoch qualifizierte Mitarbeiter. Mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens endet zugleich der sogenannte Insolvenzgeldzeitraum für die Mitarbeitenden. „Die Löhne und Gehälter zahlt nun wieder das Unternehmen aus den erwirtschafteten Mitteln“, schreibt die Kanzlei in der Pressemitteilung.
Das Insolvenzgeld wird nach dem Insolvenzantrag eines Unternehmens drei Monate lang von der Agentur der Arbeit bezahlt und entspricht dem vollen Gehalt. Danach muss der Lohn wieder vom Arbeitgeber beglichen werden. „Es ist ein gutes Zeichen, dass Flabeg die Löhne bezahlen kann“, so Schorlemmer. Das bedeute, der Betrieb läuft weiter.
Gründung vor 140 Jahren
Zum Unternehmenshintergrund heißt es in der Mitteilung abschließend:
„Die Flabeg Automotive Germany GmbH ist ein Spezialist für Glasbearbeitung und -veredelung, vor allem für Displaygläser im Fahrzeuginnenraum.
Der Unternehmenssitz mit Produktionsstandort befindet sich in Furth im Wald.“ Mit seinen Mitarbeitenden biete Flabeg bei der Verarbeitung von Glas und von Produkten, bei denen Glas mit anderen Werkstoffen verbunden wird, Beratung. Gegründet wurde das Unternehmen vor mehr als 140 Jahren.

