Frau (46) aus Rheinland-Pfalz bittet um Hilfe: Spur ihres Kult-Autos verliert sich im Landkreis Cham

Ihr allererstes Auto geht Sandra Scherwinski nicht aus dem Kopf. Sie will ihren roten Flitzer zurück, der eher eine langsame Schnecke war. Und die Spur des VW Käfer der Frau aus Rheinland-Pfalz führt nach Bayern – genauer: nach Cham.
Das Kultauto, das die heute 46-Jährige zu ihrem 18. Geburtstag bekommen hat, verkaufte Scherwinski vor 14 Jahren an einen Dresdner. Dann, so hat sie inzwischen herausgefunden, wechselte das Fahrzeug ein paar Mal den Besitzer. Über ein Inserat bei Ebay Kleinanzeigen versucht die zweifacher Mutter, den derzeitigen Besitzer ihres ersten Autos ausfindig zu machen. „Ich möchte einfach die Kontaktdaten mit ihm austauschen für den Fall, dass er den Käfer irgendwann einmal verkauft“, betont Scherwinski. Ihr Wunsch: eine Art Vorkaufsrecht für den Fall eines neuerlichen Verkaufs.
Wildfremde Leute aus sozialen Medien helfen
Ihre Suche ist inzwischen auch in den sozialen Medien angekommen. In verschiedenen Chamer Gruppen versuchen wildfremde Menschen, der Frau aus dem Hunsrück bei ihrer Suche zu helfen. Auch Käfer-Clubs haben sich der Suche angeschlossen. „Das ist ganz schön verrückt“, finden Scherwinski und ihre Familie. „Mein Mann findet mich inzwischen oft am Telefon, weil ich ein Interview gebe“, lacht sie; Zeitungen und Radiostationen haben sich eingeschaltet, um über die Suche zu berichten. „Das hat irgendwie eine unglaubliche Eigendynamik entwickelt“, wundert sie sich. „Leider bisher ohne Erfolg“, bedauert die 46-Jährige.
Einen konkreter Hinweis, der ihre Hoffnung auf eine baldige Wiedervereinigung mit ihrem Oldtimer – Erstzulassung September 1970 – geschürt hatte, erwies sich als falsch. „Die heiße Spur nach Chamerau, wonach ein roter Käfer vor dem Gasthof Bäckerwirt mehrmals gesichtet wurde, hat sich leider als kalt erwiesen: dieser Pkw ist 15 Jahre jünger als meiner“, hält Scherwinski alle Interessierten in ihrem Anzeigentext auf dem Laufenden.
VW Käfer ist inzwischen ein 54-jähriger Oldtimer
Trotzdem hofft Scherwinski weiter, ihr inzwischen 54 Jahre altes Auto aufzuspüren, das nicht nur aufgrund seines Alters ganz besonders ist. „Ich habe seinerzeit bestimmt 1500 bis 2000 D-Mark in das Auto gesteckt“, erzählt sie. Schon die Farbe ist eine Sonderlackierung: Tornado-Rot von Jeep, keine VW-übliche Farbe. Und auch die Edelstahl-Trittbretter machen Scherwinskis Käfer zu einem Unikat. Schlafaugen über den Frontscheinwerfern, Chrom-Zierleisten und VW-Radkappen gehören ebenfalls zur Ausstattung, beschreibt Scherwinski das Fahrzeug, das schon 1996, als sie es geschenkt bekam, nicht mehr das jüngste war. „Aber es war vorher komplett neu aufgebaut worden“, erinnert sie sich.
VW Käfer: Kult mit Boxermotor und viel Chrom
„Allein der Ton des Boxermotors, und dann das glänzende Chrom“, gerät sie ins Schwärmen. „Jeder Vogelschiss wurde sofort mit dem Lappen entfernt. So gepflegt habe ich keins meiner anderen Autos.“ Und auch die Erlebnisse mit ihrem ersten eigenen Wagen kann ihr niemand nehmen: „Das war mein Auto während der Schulzeiten, da konnte man nicht so viel hineinpacken, Urlaub war damit nicht drin. Aber auf Käfertreffen bin ich damit gefahren.“
14 Jahre lang befand sich der Käfer in ihrem Besitz, ehe sie sich nach einem Umzug schweren Herzens von ihm trennte – es war schlichtweg kein Platz für den Wagen, der immer seltener gefahren wurde. „Das wäre ja auch schade gewesen, wenn es nur noch herumgestanden hätte“, sagt Scherwinski. So ein Wagen sei ein Liebhaberstück, das gepflegt, aber auch im Einsatz gehalten werden sollte.
Immer VW treu geblieben
Für die wachsende Familie waren andere Fahrzeuge mit mehr Platz notwendig. „Immerhin bin ich immer VW treu geblieben“, lacht Scherwinski, die derzeit einen VW Caddy fährt. In den vergangenen Jahren hatte sie aber auch schon einen Polo, einen Golf, einen Jetta „und kurzzeitig auch einen Bus“, zählt sie auf.
Und doch: Immer öfter musste sie in den vergangenen Jahren an ihr rotes Auto denken. „Bei uns in der Stadt gibt es noch ein paar andere Käfer, und immer wenn ich die sehe, muss ich an meinen denken“, sagt sie. So kam ihr die Idee mit den Kleinanzeigen. „Ich freue mich über jeden Hinweis“, sagt sie. 400 Kilometer Anreise wäre ihr der Käfer dabei schon wert. „Egal ob heuer, nächstes Jahr oder erst in fünf oder sieben Jahren – ich würde mich einfach freuen, mein Auto wieder zu bekommen. Oder auch einfach nur zu wissen, wo es derzeit genau unterwegs ist und in welchem Zustand er ist.“
Die Suche: Wer sucht mit?
VW Käfer 1302: Wer weiß, wo das erste Auto von Sandra Scherwinski derzeit unterwegs ist, kann sich gerne bei uns in der Redaktion melden, wir vermitteln den Kontakt weiter: tanja.fenzl@mittelbayerische.de
Die groß angelegte Suchaktion im Kreis Cham hatte Erfolg: Der Käfer-Oldtimer steht in Willmering

