Rötzer Helferkreis für die BRK-Blutspendetermine: Seit 20 Jahren mit Herzblut im Einsatz

Von Stefanie Bauer · 6. Oktober 2024 um 16:20

3352,5 Liter Blut wurden in den vergangenen 20 Jahren in Rötz von 6705 Menschen in der Grund- und Mittelschule gespendet, weiß Stefan Raab. Weil aus einer Blutspende bis zu drei Blutprodukte entstehen, erklärt der Referatsleiter beim BRK Cham, könne man sagen, dass über 10 000 Menschen davon profitiert haben.

Zunächst waren die Blutspendetermine in Rötz vom BRK-Frauenarbeitskreis Waldmünchen, begleitet von Alfred Gillitzer, betreut worden. Sie kümmerten sich um das leibliche Wohl und um die Registrierung der Spender. Im Oktober 2004 berichtete das Bayerwald Echo, dass es in Rötz neue Gesichter bei der Betreuung der Blutspender gegeben habe.

Den Mitgliedern des Arbeitskreises war es aufgrund ihres Alters nicht mehr möglich gewesen, die Termine in Rötz weiterhin zu begleiten. Deshalb wandte Gillitzer sich an die treue Rötzer Blutspenderin Anneliese Dirscherl mit der Bitte, ob es ihr nicht möglich wäre, in Rötz Frauen zu requirieren, die diese Aufgabe viermal im Jahr übernehmen könnten.

Und tatsächlich gelang es ihr, überwiegend aus den Reihen der „naschen Weiber“, die für ihre legendären Faschingspartys bekannt sind, und der Turnriege Frauen für diese Aufgabe zu gewinnen. Dem ersten Team gehörten neben Anneliese Dirscherl Eugenia Klement, Marianne Kirchberger, Ingrid Heigl, Beate Sturm, Margot Reil und Elisabeth Krolikowski an, von denen noch heute einige zum Team zählen.

Zweiter Termin eigenständig

Am 7. Oktober 2004 war es dann soweit: Nochmals unterstützt von Frauen aus Waldmünchen, übernahm das Rötzer Team erstmals die Betreuung der Blutspender – und hat den nächsten Termin dann bereits eigenständig und bis zu seinem Ruhestand von Alfred Gillitzer betreut. Ab 2019 wurde diese Aufgabe aus den Reihen des BRK von Andreas Urban übernommen.

In den zwei Jahrzehnten gehörten dem Rötzer Team mehr oder weniger lang auch Gertraud Birler, Brigitte Kirchberger und Beate Hofinger-Gietl an. Bereits kurz nach der Teambildung waren Marianne Heinrich und Christa Krabatsch dazugestoßen. Heute wird das Team von Anneliese Dirscherl, Marianne Kirchberger, Eugenia Klement, Ingrid Heigl, Christa Krabatsch, Brigitte Spießl, Marianne Heinrich, Brigitte Speißl und Karin Ruhland sowie Georg und Beate Sturm gebildet.

Die Rötzer Helfer stehen in ihrer Freizeit ehrenamtlich bei jedem Termin den Spendewilligen zur Seite und spielen in der Vorbereitung sowie der Durchführung des Spendentermins eine wichtige Rolle. Sie sorgen für die richtigen Rahmenbedingungen von der Registrierung über die Getränke vor der Spende, die Bewirtung des Spender sowie des BRK-Blutspendeteams und der betreuenden Ärzte. Dadurch können sich die BRK-Mitarbeiter auf die medizinischen Aspekte und den Spendevorgang konzentrieren.

Bis vor kurzem musste Anneliese Dirscherl, wie sie sich im Gespräch mit unserem Medienhaus erinnert, noch Tage vor dem Spendetermin in Rötz an allen Ortseingängen Hinweisbanner auf den Termin auf- und nach dem Spendetag wieder abhängen.

Kulinarisch werden die Spender mit Wurst- und Käsesemmeln, Kaffee und Orangensaft oder in der kälteren Jahreszeit mit Wiener Würstchen versorgt. Der Rötzer Frauenarbeitskreis sorgte vielfach für besondere Überraschungen, um Spenderwilligen ihre Spende zu versüßen und sie zu animieren, das nächste Mal wieder zu kommen.

So gab es passend zu den Terminen Weihnachts- und Osteranstecker, als „nasche Weiber“ sorgten sie für die Spender am „Unsinnigen Donnerstag“ sogar für Faschingsstimmung im Spendelokal.

Oktoberfest mit Brotzeit

Zuletzt inszenierten sie ein Oktoberfest, indem sie die Spender soweit vorhanden in Tracht betreuten. Dazu gab es einen Schoppen Bier und Brezen zur Brotzeit und sie animierten zu weiterer Spendenbereitschaft.

Anneliese Dirscherl und Marianne Kirchberger, die über diese 20 Jahre berichteten, erinnerten sich an eine besondere Aktion der Raiffeisenbank, die die Mitglieder der Feuerwehren aus ihrem Geschäftsbereich mit Geldprämien zur Spendenbereitschaft animierten. Schön wäre es, so Marianne Kirchberger, wenn es Nachahmer gäbe oder die Spendenbereitschaft der damals extrem vielen Spender wieder geweckt würde.

Im Namen des BRK-Kreisverbands bedankt sich Stefan Raab bei allen Beteiligten sowie bei den ehrenamtlichen Helfern. Denn: „Ohne Blutspender und ohne Ehrenamtliche würden Blutspenden nicht stattfinden können. Die Termine bieten unterschiedlichste Aufgabenbereiche, und jede Hand, die helfen möchte, wird gebraucht: bei der Registrierung, im Spenderaum, in der Werbung oder im Verpflegungsbereich.“ Ehrenamt beim Blutspendedienst – das bedeute, die Spender optimal zu betreuen und für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen.

Anneliese Dirscherl mit ihrem Team und Andreas Urban mit seinem Vorgänger Alfred Gillitzer als Blutspendebeauftragte im Bereich Rötz, Waldmünchen, Schönthal und Tiefenbach, gelte ein „Herz“-liches Dankschön, zusammen mit dem BRK-Blutspendedienst, dem BRK-Kreisverband Cham und den Blutspendern für ihr lebensrettendes Engagement.

Ein Foto aus der Anfangszeit, aufgenommen 2007
Andreas Urban vom BRK bei einem Spendetermin
Die Spender werden bestens versorgt.