Offenstettener Firmenchef Fritz Zeilbeck will gegen Amazon wachrütteln und plant Info-Abend

Das geplante Amazon-Logistikzentrum in Bachl bei Rohr beschäftigt auch die Betriebe im Landkreis Kelheim. Fritz Zeilbeck, Inhaber einer Metallbau-Firma in Offenstetten, will bei einem Info-Abend am 10. Oktober „die Gefahren des Projekts für unsere Wirtschaft“ beleuchten.
Der Logistikpark Stocka wird seit Bekanntwerden der Pläne kritisch gesehen. „Ich will als Unternehmer die Auswirkungen auf Handwerker, Dienstleister und Mittelständler darstellen“, sagt Zeilbeck zur MZ. Er sehe sich aufgerufen etwas zu tun, „weil sich sonst keiner vorne hinstellen will“. Wie sehr das Thema auf den Nägel brenne, zeige allein ein „Brandbrief“, der Mitte Juni 2024 über die BI „Region Abensberg und benachbarte Gemeinden“ an Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger übergeben wurde – 52 Firmen wandten sich darin gegen das Amazon-Logistikzentrum.
Hauptkritikpunkt ist laut Zeilbeck die drohende Situation am Arbeitsmarkt. „Die heimischen Firmen haben jetzt schon Probleme, Fachpersonal und Hilfskräfte zu bekommen.“ Amazon und der daneben geplante Panattoni-Park bräuchten 3000 Mitarbeiter. „Wo sollen unsere Betriebe dann noch Arbeitskräfte finden? Die Gastronomie wird es genauso treffen“, so der Firmen-Inhaber, der 40 Beschäftigte zählt. Auch die Hoffnung, die Ansiedlung würde Aufträge für heimische Betriebe bedeuten, sei trügerisch. „Konzerne wie Amazon haben große Firmen an der Hand.“ Über all das will Zeilbeck am Donnerstag, 10. Oktober 2024, ab 19 Uhr im Gasthof Jungbräu in Abensberg sprechen. „Ich möchte den Blick schärfen und gegen die Pläne wachrütteln.“
Unter Moderation von Mareike Corrigan ergreift dann auch Bürgermeister Bernhard Resch das Wort. Er geht auf die Einwände der Nachbargemeinden von Rohr gegen das Vorhaben ein. Auch Zeilbeck sitzt im Abensberger Stadtrat. Mögliche gesundheitliche Schäden durch Verkehrslärm und Abgase will 2. Bürgermeister Heinz Kroiss aufzeigen. Der Sketch „Globalplayer im Dialog“ von BI-Vorsitzendem Roland Weiß leitet zu einer Talkrunde über. Rund 180 Einladungen hat Zeilbeck bereits verschickt. Mit der Bürgerinitiative stehe der Abend nicht in Verbindung, ergänzt er.