Sanierung der Kelheimer Dreifachturnhalle: Schulsport ab Dezember wieder möglich

Die Rückkehr des Schulsports in die Kelheimer Dreifachturnhalle ist absehbar. Ab Dezember dieses Jahres soll es soweit sein. Das teilten der Architekt Franz Schindlbeck und Stadtbaumeisterin Andrea Rieger in der Oktober-Sitzung des Kelheimer Stadtrates mit. Dabei informierten sie zum aktuellen Stand der Mega-Baustelle.
Die wohl brennendste Frage für viele Kelheimer dürfte die nach der Wiedereröffnung sein. So sieht der Zeitplan derzeit aus: Ab 2. Dezember 2024 kann es demnach mit dem Schulsport und dem Übungsbetrieb für Tischtennis, Handball, Gymnastik und Turnen wieder losgehen. Vor gut einem Jahr war dies für den Herbst angekündigt worden.
Hallenturnier 2026 angepeilt
Dazu sagte Bürgermeister Christian Schweiger (CSU): „Das Hochwasser hat uns einen Monat gekostet.“ Die Eröffnung habe sich von November auf Dezember verschoben. Angesichts der Schwere des diesjährigen Hochwassers sei man noch glimpflich davongekommen.
Der Kugelschießstand soll ab Februar 2025 wieder genutzt werden können, die Rückkehr der Schützen Gmünd ist für Juli 2025 angedacht. Die komplette Wiedereröffnung soll im Januar 2026 stattfinden. Rieger hoffte, dass man die mit einem Hallenturnier feiern könne – „das wäre ein schönes Ziel“. Der Ringer- und Kraftraum sowie die Mehrzweckräume und Büros sollen ab Februar 2026 zur Verfügung stehen.
Insgesamt ist der Bauzustand vor dem Zeitplan, sagte Rieger. Der Rohbau ist laut Schindlbeck fertiggestellt worden, nun laufe der Ausbau. Die Asbestsanierung hatte zwar rund drei Monate gekostet, da ein Innengerüst aufgestellt werden musste. Dennoch sei man weiter als geplant, da parallel zur Asbestsanierung an anderer Stelle weitergearbeitet worden sei.
Eine Sorge im Zusammenhang mit der Asbestsanierung war, dass das Gerüst Schäden am Hallenboden verursachen könnte. Das sei zum Glück nicht eingetreten, so Schindlbeck. Zwischen Boden und Gerüst hatte man eine Schutzschicht angebracht, diese habe sich bewährt.
Die Gesamtkosten der Sanierung schätzt Rieger derzeit auf rund 20,5 Millionen Euro, mögliche Fördermittel noch nicht eingerechnet. Nach einer Kostenschätzung war man 2019 noch von knapp 14,4 Millionen Euro ausgegangen. Allerdings sind die Baupreise seit 2021 um rund 45 Prozent gestiegen. Und die Baupreisentwicklung beim Projekt Dreifachturnhalle sei durchgehend unter dem Baupreiskostenindex des Statistischen Bundesamtes geblieben. Nach diesem würden die Gesamtkosten etwas höher, nämlich bei 21,3 Millionen Euro liegen. „Es muss unser Anspruch sein, darunter zu bleiben, dass wir die Statistik schlagen“, sagte Schweiger mit Blick auf den Baupreiskostenindex. Vor allem zu Beginn sei man ein gutes Stück unterhalb des Index geblieben, da Baustahl frühzeitig eingekauft worden war. Dass die tatsächlichen Kosten die ursprüngliche Schätzung übersteigen würden, sei laut Schweiger schon frühzeitig absehbar gewesen. Doch als Kreisrat wisse er, dass die Kostenentwicklung bei anderen Projekten noch ganz andere Dimensionen annehmen könne.
Zum aktuellen Baustand sagte Schweiger, man sehe von außen nicht, was bereits alles passiert sei. Wie Schindlbeck erklärte, ist der Rohbau weitgehend abgeschlossen und nun laufe der Innenausbau.
Der Keller ist demnach fertiggestellt. Die Problematik mit dem eintretenden Wasser sei gelöst. Offenbar wurde das Regenwasser ursprünglich unter der Halle durchgeführt. Nun werde alles nach außen abgeleitet, die Halle sei dicht. Manche Fenster wurden bereits eingebaut, im Herbst soll die Halle dann nach allen Seiten abgedichtet werden. Die Turnhalle sei nun viel heller und lichter. In der Decke wurden Lichtkuppeln eingebaut, die zum Lüften geöffnet werden können.
Barrierefrei mit Abstrichen
Auf Nachfrage von Stadtrat Franz Aunkofer (Grüne) sagte Schindlbeck, die Halle werde barrierefrei, es gebe einen Aufzug sowie behindertengerechte Duschen und Toiletten. Abstriche müsse man aber machen, weil es sich um ein Bestandsgebäude handle. So müssen Rollstuhlfahrer auf dem Weg zur Außentribüne einen Umweg durch einen Mehrzweckraum in Kauf nehmen. Photovoltaikanlagen können installiert werden, sagte der Architekt auf Nachfrage von Christian Rank (Grüne).

