„Jede Pointe muss sitzen“: Theatergruppe Sweet Highlights probt für eine Komödie im Kreuzgang

„Zum Spielen anspruchsvoll“: „Das Netz vergisst nicht!“ heißt die neue Komödie von Sweet Highlights aus Abensberg.
„Das Netz vergisst nicht!“ Was Lehrer und Eltern ihren Kindern immer wieder vorpredigen, erfahren auch die Protagonisten im neuen Stück von Angelika Süß auf schmerzliche Weise. In der gleichnamigen Komödie von Sönke Andresen geht es um die Irrungen und Wirrungen, die ein delikates Handy-Video auslösen kann, wenn es an den falschen Adressaten geht.
Aber eigentlich wollten die beiden Möbelhaus-Mitarbeiterinnen Carla und Debbi nur ihre kranke Kollegin Gabi aufmuntern. Während unten im Laden die 75-Jahr-Feier direkt bevorsteht, schleichen sich die Beiden heimlich in das Büro von Chef Jörn und drehen dort ein Video. Nur dumm, dass Carla den Film versehentlich an den Chef schickt. Schnell muss ein Plan her, wie sie ihren Chef daran hindern, die Nachricht abruft.
Timing ist alles
„Komödien sind oft recht anspruchsvoll“, sagt Regisseurin Süß, denn jede Pointe müsse sitzen, da spiele das Tempo, der Erzählrhythmus eine größere Rolle wie etwa bei anderen Stücken. Aber als Süß die verschiedenen Stücke mit den Stammschauspielern besprach, stand der Wunsch nach einer Komödie im Raum. Auch technisch sei das Stück etwas anspruchsvoller als die vorherigen. Denn Süß muss sich darauf verlassen können, dass beispielsweise die künstliche Computerstimme punktgenau einsetzt.
Für das neue Stück ist es natürlich wieder unerlässlich, dass Süß auf einen guten Stamm an Schauspielern und auch ansonsten auf ein gutes Team zurück greifen kann, das Bühnenbild, Technik oder Requisite wuppt. „Aber was wir uns wüschen, wären auch für die Zukunft noch neue Schauspieler.“ Geprobt werde oft am Wochenende oder abends.
„Das Netz vergisst nicht“ wurde im Übrigen bisher noch nicht so oft aufgeführt wie vielleicht so manch anderer Stoff. „Es gibt so bestimmte Moden auf den Theaterbühnen“, sagt Süß, dieses Stück gehöre wohl eher nicht dazu. Aber das macht es für Süß umso interessanter. Und auch bei der Inszenierung ergeben sich da vielleicht noch mehr Freiheiten, wenn ein Stück noch nicht so bekannt ist, wenn es das Publikum noch nicht von anderen Bühnen kennt.
Das letzte Stück von Süß‘ Theatergruppe Sweet Highlights, „Mörder mit Gefühl“, spielte in der 1970ern, nicht ganz einfach für die Requisite, Kleidung und Ausstattung aufzutreiben, die möglichst wenig kostet und dabei so authentisch ist wie gerade möglich.
In diesem aktuellen Schauspiel, das sich um das Unternehmen „Ahoi Möbel“ dreht, erscheinen die Mitarbeiter im Matrosenlook und der Chef im Piratenkostüm. Maritim wird es trotzdem nicht, so viel sei schon verraten, und auch dieses: „Der Zuschauer weiß bis zum Ende nicht, wie es ausgeht“, verspricht Regisseurin Süß dem Publikum.
Kinder spielen im Sommer
Im Juli überraschte Süß‘ Kindertheatergruppe Sweety’s Rabbits das Publikum erst mit einem neu interpretierten Märchenklassiker: „Aschenputtel war heuer der absolute Renner“, sagt Süß. Langsam glichen sich die Besucherzahlen wieder dem Vor-Corona-Niveau an, freut sie sich. Eine neue Kindergruppe steht schon bereit. Welches Stück sie als nächstes spielen werden, das sei aber noch nicht entschieden. Erst einmal müsse Süß die Kinder kennenlernen. „Ich lasse mir Zeit mit der Stückauswahl bei den Kindern, um denen nichts aufzuringen“, sagt Süß.
Theater und Lesungen „versüßen“ den Herbst:
Theater: Die Aufführungen beginnen am Freitag, 18. Oktober und gehen bis Sonntag, 27. Oktober, jeweils freitags und samstags um 20 Uhr und sonntags um 16 Uhr im Kreuzgang. Der Eintritt kostet für Kinder neun und für Erwachsene 15 Euro. Karten gibt es im Vorverkauf im Herzogskasten (montags geschlossen) oder an der Abendkasse.
Lesung: Am Mittwoch, 13. November um 19 Uhr gibt es „wohlig warme Geschichten“ im Treffpunkt am Abensberger Bahnhof. „Die hier vorgetragenen Geschichten strahlen so viel Wärme aus, dass die Heizung runtergedreht werden kann“, heißt es in der Vorankündigung der VHS. Der Eintritt beträgt sieben Euro.
