Fünf Fälle im September: Autoknacker in Rötzer Altstadt haben es auf Handtaschen abgesehen

Von Stefanie Bauer · 5. Oktober 2024 um 05:00

Fünf Autos sind es mittlerweile, aus denen im Lauf des Septembers quer durch die Rötzer Altstadt (Landkreis Cham) Wertgegenstände entwendet wurden, bestätigt Stefan Iglhaut, der Leiter der Polizei in Waldmünchen: Das sei durchaus deutlich mehr als im üblichen Rahmen.

Im ersten Fall mussten der oder die Täter nicht einmal das Auto aufbrechen oder die Scheibe einschlagen: Am Montag, 2. September, wurde zwischen circa 12 und 12.30 Uhr aus einem unversperrten Pkw eine Geldbörse samt Bargeld und diversen persönlichen Dokumenten entwendet. Das Fahrzeug war beim Friedhof/Leichenhaus abgestellt worden.

Wie die Polizei damals informierte, hatte die Geschädigte kurz zuvor bei einer Bank in Rötz Geld abgehoben. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass sie dabei bereits vom Täter beobachtet worden war, gab die Polizei weiter an.

Auto immer abschließen

Was den Leiter der Polizei in Waldmünchen gleich zu seinem ersten Ratschlag führt: Auch wenn man sich nur für wenige Minuten vom Fahrzeug entfernt – befinden sich Taschen oder Wertgegenstände im Auto, sollte dieses immer verschlossen werden.

Und auf jeden Fall sollten Wertsachen auch im verschlossenen Auto nicht offen sichtbar liegen gelassen werden, um potenzielle Autoknacker nicht auf Ideen zu bringen. „Der Täter schaut ins Auto hinein und sieht etwas“ – und schreite dann zur Tat. Es sei eine allzu große Verlockung für den Täter, die Tat selbst sei innerhalb kürzester Zeit ausgeführt, weiß die Polizei. Noch besser: Wertsachen überhaupt nicht im unbewachten Auto liegen lassen, auch nicht im Handschuhfach.

Der nächste Fall ereignete sich am Samstag, 14. September. Ein Mann stellte in der Zeit von 14.30 bis 18.30 Uhr seinen Pkw, einen Skoda, am Parkplatz am Sportplatz in der Pfarrer-Schreiner-Straße in Rötz ab. Bei seiner Rückkehr war die Beifahrerscheibe zerbrochen und eine Lederhandtasche, die auf dem Beifahrersitz lag, fehlte. Wie die Polizei angab, befanden sich in der Tasche keine Wertgegenstände, so dass nur ein Diebstahlsschaden über 50 Euro entstand. Da die Scheibe allerdings komplett geborsten war, geht man von einem Sachschaden über geschätzt 250 Euro aus.

Und auch beim nächsten Fall am Freitag, 20. September, wurde eine Handtasche aus einem Pkw gestohlen, diesmal auf dem rückwärtigen Parkplatz der Hautklinik in der Neunburger Straße. Der Täter hebelte in der Zeit von 14.15 bis 16.20 Uhr die linke hintere Scheibe des Fahrzeugs auf und entwendete die Handtasche, die auf dem linken hinteren Sitz lag. Wie die Polizei informierte, war die Handtasche leer und hat einen Zeitwert von rund 50 Euro. Sie ist fliederfarben, trapezförmig und hat einen goldenen Falter als Schließer.

Im Frühjahr hatte es im Altlandkreis Bad Kötzting und um Viechtach eine recht ähnliche Serie an Fahrzeug-Aufbrüche gegeben. Mehrere zusammen agierende Täter, denen die Taten vorgeworfen werden, wurden damals festgenommen, bestätigt ein Sprecher der Polizei Bad Kötzting.

Einen überörtlichen Zusammenhang habe man für die Vorkommnisse in Rötz zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht herstellen können, so Iglhaut. Auch der Täterkreis lasse sich noch nicht eingrenzen. Es könne sich etwa um einen oder mehrere Gelegenheitstäter handeln oder möglicherweise auch um reisende Täter.

Der nächste Fall in Rötz trug sich am Mittwoch, 25. September, in der Zeit von circa 18 Uhr bis Donnerstag, 26. September, um 6.45 Uhr zu. Die Scheibe der Beifahrertür eines Dacia am Spitalplatz wurde aufgebrochen – nach Polizeiangaben vermutlich durch Einschlagen – und der Täter entwendete eine Geldbörse, die im Auto lag. Der Diebstahlschaden beläuft sich in diesem Fall auf circa 150 Euro und der Sachschaden auf rund 200 Euro. Am vergangenen Samstag schließlich wurde zwischen 12.30 und 13.30 Uhr die Scheibe der Beifahrertür eines Opel Corsa eingeschlagen. Der Pkw war am Friedhof abgestellt. Der Täter stahl die Handtasche, die auf dem Beifahrersitz lag, samt Inhalt.

Wie die Polizei angibt, beläuft sich der Diebstahlschaden in diesem Fall auf circa 500 Euro und der Sachschaden auf rund 1000 Euro. Stefan Iglhaut informiert, dass die Polizei an den betreffenden Fahrzeugen Spuren gefunden und gesichert habe. Diese Spuren befänden sich noch in der Auswertung, man stehe erst ganz am Anfang der Ermittlungen.

Beobachtungen melden

Die Polizei sei in solchen Fällen auf Zeugenhinweise angewiesen. Jeder, der verdächtige Beobachtungen mache, dem etwas „komisch“ vorkomme, könne jederzeit bei der Polizei anrufen – und das rund um die Uhr, betont der Leiter der Polizei in Waldmünchen: zum Beispiel, wenn man jemanden um ein Auto herumschleichen sehe oder diesen gar dabei beobachte, wie er versuche, ein Fahrzeug zu öffnen.

Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder Hinweise zum Täter geben können, werden gebeten, sich bei der Polizeistation Waldmünchen zu melden unter Tel. (0 99 72) 30 01 00.