Im Handumdrehen ist der Korb voll: Der Fisch-Michl aus Schwandorf ist ein passionierter Pilzsucher

Endlich wachsen die Schwammerl und die passionierten Sammler zieht es hinaus in die Wälder. Einer von ihnen ist Michael Gradl, vielen besser bekannt als Fisch-Michl. Fast täglich geht der Schwandorfer derzeit in „d‘Schwammer“. Dabei mag er eigentlich keine Pilze.
Michael Gradl ist bei vielen Festen in der Region vertreten, seine gegrillten Fische erfreuen sich großer Beliebtheit. „Ich verdiene mein Geld im Handumdrehen“, scherzt der Schwandorfer und spielt dabei auf seine tausendfach ausgeführte Bewegung mit den gitterförmigen Wendern beim Umdrehen der Fische an, die in Reih und Glied über der Glut brutzeln.
Nun scheiden sich die Geister, ob Fische und Pilze gemeinsam in einem Rezept vorkommen sollten. Für Michael Gradl beispielsweise käme dies nicht infrage. „Ich mag eigentlich überhaupt keine Pilze, aber dafür lieben sie meine Frau und meine Eltern umso mehr“, sagt der Schwandorfer.
Für jede Sorte Schwammerl ein eigenes Holz
Vom Papa, der früher Bundesbahnbeamter gewesen ist, hat der Fisch-Michl auch seine Kenntnisse über die Schwammerl erlangt. „Ich gehe auf Rotkappen, Eierschwammerl, Steinpilze, was ich halt so kenne“, erzählt der Grillmeister und verweist darauf, dass er für jede Sorte sein „eigenes Holz“ kenne, also ein Waldstück, in dem die jeweilige Sorte wächst. Freilich ist dem passionierten Pilzesammler sein persönliches Rezept für köstliche Grill-Fische ebenso heilig wie die Geheimhaltung seiner Fundgründe auf dem Waldboden. Wo genau er welche Schwammerl findet, lässt sich Michael Gradl auch auf Nachfrage natürlich nicht entlocken.
Er unternimmt seine täglichen Ausflüge in die Wälder gemeinsam mit seinem Hund. Die Liebe zum Wald pflegt Gradl schon seit mehreren Jahrzehnten. Anfang der neunziger Jahre legte er seine Jagdprüfung ab. „Ich komme leider – außer traditionell bei einer Treibjagd an Silvester – nicht mehr oft dazu“, seufzt der 56-Jährige.
Ruhe finden beim Schwammerl-Suchen
Die Touren in der Stille des Waldes sind für Gradl Ausgleich zu seinen sonstigen, mitunter hektischen Pflichten wie die Organisation seines Teams für die ganzen Feste und Veranstaltungen oder die Koordination der Termine sowie schließlich die Logistik und das Grillen der Fische selbst. Des Weiteren tritt Gradl auch als Veranstalter für große Live-Events auf.
Erst letztens ging das mehrtägige „Zelt-Kultur-Festival“ in und an der Oberpfalzhalle erfolgreich zu Ende. „Da braucht man manchmal ein bisschen Ruhe, und dazu ist das Schwammerl-Sammeln ideal“, berichtet Gradl.
