Neuer Riese im Autozulieferer-Sektor: Vitesco geht in Schaeffler auf

Die Schaeffler AG hat die angekündigte Verschmelzung mit der Vitesco Technologies Group AG erfolgreich abgeschlossen. Das teilte das Unternehmen mit. Mit der Eintragung der Transaktion ins Handelsregister am 1. Oktober 2024 ist die Fusion nun wirksam.
Klaus Rosenfeld, Vorstandsvorsitzender der Schaeffler AG, lobte den erfolgreichen Abschluss der Fusion: „Mit der heute vollzogenen Verschmelzung startet Schaeffler ein neues Kapitel seiner Unternehmensgeschichte. Trotz eines herausfordernden Umfelds ist es gelungen, diese komplexe Transaktion in weniger als einem Jahr plangemäß umzusetzen. Das zeigt, dass Schaeffler und Vitesco nicht nur technologisch, sondern auch kulturell hervorragend zusammenpassen.“ Rosenfeld sieht in der Verschmelzung eine große Chance, die Schaeffler AG langfristig als führendes Technologieunternehmen weiter zu positionieren.
Fusion als entscheidender Schritt
Auch Georg F. W. Schaeffler, Familiengesellschafter und Aufsichtsratsvorsitzender der Schaeffler AG, sieht die Fusion als entscheidenden Schritt: „Schaeffler und Vitesco sind gemeinsam stärker. Mit dieser Fusion schaffen wir die Basis für den künftigen Erfolg und die Weiterentwicklung der Schaeffler AG. Die Familie Schaeffler wird als Ankeraktionär die Gruppe auch weiterhin eng begleiten.“
Er hieß die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Vitesco in der Schaeffler-Gruppe herzlich willkommen und betonte, dass die Kompetenzen beider Unternehmen die gemeinsame Stärke weiter ausbauen würden. Das neue, vereinte Unternehmen wird mit einem voraussichtlichen Jahresumsatz von etwa 25 Milliarden Euro und rund 120 000 Mitarbeitenden an mehr als 250 Standorten weltweit eine führende Rolle in der Automobil- und Industriezuliefererbranche spielen.
Synergien sollen schrittweise umgesetzt werden
Schaeffler rechnet mit jährlichen Synergien von 600 Millionen Euro, die sich aus Umsatz- und Kosteneinsparungen ergeben. Diese Synergien sollen schrittweise umgesetzt werden, bis das volle Potenzial im Jahr 2029 erreicht ist. Dabei erwartet das Unternehmen, dass der Zusammenschluss die Position im Bereich der Elektromobilität und der Industriebereiche weiter stärkt.
Auch die Verknüpfung beider Unternehmen in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Produktion und Vertrieb soll langfristig zu einem optimierten Geschäftsmodell führen. Ziel der Integration sei es, Doppelstrukturen zu verschlanken, Kosten zu senken und Prozesse effizienter zu gestalten. Es gehe „nicht nur darum, zwei Unternehmen zusammenzuführen, sondern das Beste aus beiden Welten zu vereinen“, so Rosenfeld.
Vitesco-Übernahme hat Auswirkungen an der Börse
Aktien: Die stimmrechtslosen Vorzugsaktien von Schaeffler werden im Verhältnis 1:1 in stimmberechtigte Stammaktien umgewandelt. Vitesco-Aktionäre erhalten für jede ihrer Aktien 11,4 neu ausgegebene Schaeffler-Stammaktien. Ab dem 2. Oktober startet der Handel der neuen stimmberechtigten Schaeffler-Aktie an der Frankfurter Börse.
Kernsparten: Künftig wird die Schaeffler-Gruppe ihre Geschäftsaktivitäten in insgesamt vier strategische Sparten gliedern: E-Mobility, Powertrain & Chassis, Vehicle Lifetime Solutions und Bearings & Industrial Solutions. Das Unternehmen wird zudem in vier Regionen – Europa, Amerika, Greater China und Asien/Pazifik – unterteilt.
Neustart: Der Start der neuen stimmberechtigten Schaeffler-Aktie an der Frankfurter Börse am 2. Oktober 2024 markiert einen Meilenstein in der Unternehmensgeschichte. Nach der Veröffentlichung der Neunmonatszahlen am 5. November 2024 wird Schaeffler erstmals als kombiniertes Unternehmen am Kapitalmarkt berichten.
