Drei Jahrzehnte nach der Insolvenz – Das Jobwunder an der Donau

Von Jochen Dannenberg · 3. Oktober 2024 um 11:00

Anfang der Neunziger Jahre standen Stadt und Kreis Kelheim vor einem Berg an Problemen und Altlasten: Mit der Insolvenz der Bayerischen Zellstoff GmbH verloren Hunderte Kelheimer mit einem Schlag ihre Arbeit. Inzwischen scheint das ehemalige Industriegelände zur „Boomtown“ in der Kreisstadt geworden zu sein.

Rund 300 Mitarbeiter der Zellstoff GmbH verloren durch die Insolvenz 1993 ihre Arbeit. Versuche, einen neuen Betreiber für das Werk zu finden, waren erfolglos. Schließlich wurden gesundheits- und umweltgefährdende Altlasten in Gebäuden und Grundwasser entdeckt. Der Landkreis musste das Gelände sanieren. Die Arbeiten kosteten 31,3 Millionen Mark, großteils wurden sie vom Freistaat finanziert; 1,7 Millionen steuerte der Landkreis bei. Danach entstand auf dem Gelände der Donaupark.

Für den Landkreis Kelheim ist diese Entwicklung zu einem Erfolg geworden. Wie in der Kreistagssitzung am Montag mitgeteilt wurde, gab es in den Jahren 2013, 2016, 2018 und 2021 eine Gewinnausschüttung von brutto 6,15 Millionen Euro, davon für den Landkreis 2,05 Millionen Euro.

Nicht weniger wichtig ist die Entwicklung bei den Arbeitsplätzen im Donaupark. 300 Arbeitsplätze gingen einst verloren. 921 Beschäftigte sind es heute, davon handelt es sich bei 471 Personen um Vollzeitbeschäftigte, erklärte Donaupark-Geschäftsführer Johann Auer in der Sitzung.

Finanzlage laut Auer „sehr gut“

Nach seinen Angaben ist die Finanzlage des Unternehmens „wegen sehr hoher flüssiger Mittel sehr gut“. Der Jahresüberschuss betrug im vorigen Jahr 51 000 Euro bei einer Bilanzsumme von 1,87 Millionen Euro. Schulden gab es zum 31. Dezember nicht. Für den Haushalt des Landkreises bedeutet das auch, dass keine weiteren Zahlungen erforderlich sind.

Der Donaupark gliedert sich in zwei Bereiche, den Bauabschnitt 1 mit Handel, Wohnen und Büros (90 000 Quadratmeter) und den Abschnitt 2, in dem der Wohnbau dominiert (54 703 Quadratmeter). Zuletzt waren im Bauabschnitt 1 noch 2200 Quadratmeter frei. Während die Bautätigkeit im Abschnitt 2 zunächst sehr rege war, zeigte sich in den vergangenen Monaten wie andernorts auch ein Rückgang bei der Grundstücksnachfrage.