Naturschutz soll auch dem Menschen helfen

Das Donauufer soll wieder natürlicher aussehen. Dieses Ziel steckt hinter dem Donautalprojekt. Es geht dabei um Arten- und Naturschutz, aber auch darum, bei Hochwasser den Fluten mehr wieder mehr Raum zu geben. In Neustadt unterstützt man das Projekt – stellt aber Bedingungen.
Beim ersten Teil des Projekts geht es darum, auf Höhe Irnsing einen naturnahen Seitenarm der Donau künstlich zu gestalten. Dabei soll laut Projektbeschreibung, die dieser Zeitung vorliegt, das Ufer neu modelliert werden, man will Strukturelemente einbringen. In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses sprach Bürgermeister Thomas Memmel unter anderem von Inseln. Zudem soll der bestehende Auwald durch Aufforstung erweitert werden.
Die Stadt will mitreden
Das Gremium hatte sich deshalb mit der Thematik zu befassen, weil es darum ging, eine Stellungnahme im Namen der Stadt zu beschließen. Darin wird festgestellt, dass man das Projekt, bei dem das Wasserwirtschaftsamt federführend ist, grundsätzlich begrüße. Aber: „Ich bin der Meinung, dass man den Menschen nicht aussperren darf“, stellte der Bürgermeister fest.
So steht in der Stellungnahme weiter, dass der neu gestaltete Uferbereich auch der Naherholung der Neustädter dienen müsse. Die Kommune will bei dem Naherholungskonzept, das erarbeitet werden soll, mitreden.
Kein Lebensraum für Mücken
Im Zuge der Maßnahme werde laut Beschreibung ausschließlich Raum für fließendes Wasser geschaffen. Fließgewässer würden die Fischpopulation fördern, deren Nahrungsquelle unter anderem Mückenlarven seien. Deshalb könne davon ausgegangen werden, dass keine zusätzliche Mückenbrut entsteht. In der Sitzung betonte Memmel, dass dies auch wirklich gewährleistet sein müsse.
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So wird in der beschlossenen schriftlichen Stellungnahme, die dieser Zeitung ebenso vorliegt, darauf hingewiesen, dass laut Planungen beim künstlichen Seitenarm Stellen mit verschiedener Wassertiefe entstehen.
EU-Forderung wird in Neustadt a. d. Donau erfüllt
Die Stadt bitte darum, darauf zu achten, dass kein Wasser in den tieferen Stellen stehenbleibt. Außerdem müsse laut Memmel sichergestellt werden, dass Flurwege, die während der Bauzeit von Baufahrzeugen benutzt werden, bei einer eventuellen Schädigung nach Abschluss der Arbeiten wieder instandgesetzt werden sollen. Eine Diskussion zum Thema gab es in der Gremiumssitzung nicht. Mit dem Vorhaben Donautalprojekt soll laut Sitzungsunterlagen die Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union für das Gebiet zwischen Ingolstadt und Weltenburg umgesetzt werden. Ebenso das ökologische Entwicklungskonzept Donau. Naturnahe Ufer und Gewässerstrukturen sollen geschaffen werden. Es ist notwendig, für das Projekt ein Planfeststellungsverfahren durchzuführen, in dessen Rahmen die Stadt jetzt gehört wurde.