Tortellini-Fall im Landkreis Schwandorf: Proben entlasten den Hersteller der Nudeln

Von Johannes Hartl, Martin Kellermeier · 1. Oktober 2024 um 17:04

Neue Erkenntnisse im Tortellini-Fall: Wie das Schwandorfer Landratsamt am Dienstag mitteilte, liegen nun weitere Ergebnisse vor. Demnach seien die Proben, die beim Hersteller der Tortellini untersucht wurden, ohne Befund. Das lässt weitere Rückschlüsse zu.

Bereits vergangene Woche war bekannt geworden, dass nur die verarbeiteten Tortellini in dem betroffenen Restaurant mit dem Bacillus cereus belastet waren. Verschweißte Tortellini-Packungen aus der Pizzeria, auch Rohprodukt genannt, waren dagegen ohne Befund. Nun untermauern Proben, die beim Hersteller genommen wurden, dieses Ergebnis. Die Tortellini hatte der Restaurantbesitzer über einen Großhändler bezogen.

Mehr über den Bacillus cereus lesen Sie in einem Interview mit dem Burglengenfelder Lebensmittelexperten Dr. Andreas Kneißler. Den Text finden Sie hier.

Wie berichtet, klagten mehrere Gäste des italienischen Lokals nach dem Verzehr von Tortellini über Übelkeit und Erbrechen. Eine 46-Jährige starb wenige Tage nach dem Restaurantbesuch.

Ermittler warten auf Ergebnisse weiterer Gutachten

Noch immer ist aber unklar, ob der Tod der Frau mit dem Verzehr der Nudeln in Zusammenhang steht. Zwar liege inzwischen das Obduktionsergebnis vor, doch es seien noch weitere Gutachten notwendig, erklärte Polizeisprecherin Anna Beyer. Erst nach diesen Abklärungen werde man die Öffentlichkeit informieren.

Ebenso ist ungeklärt, wie die Tortellini mit dem Keim verunreinigt wurden. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen, hieß es. Die neuesten Untersuchungsergebnisse lassen jedoch den Rückschluss zu, dass die Verunreinigung im betroffenen Restaurant entstanden sein könnte.

Rechtsanwalt Pruy sichtet Unterlagen

Auf Anfrage unserer Zeitung teilte der Regensburger Rechtsanwalt Philipp Pruy mit, der den Betreiber des Restaurants vertritt, dass man derzeit keine Stellung nehmen könne. „Die Sichtung und Bewertung umfangreicher Unterlagen wird Zeit in Anspruch nehmen“, erklärte der Jurist. Ob und wann das Restaurant im Landkreis möglicherweise wieder öffnet, ließ Pruy unkommentiert.