Wohnungsmarkt in Regensburg: Studentenapartments am Galgenberg schon fast ausverkauft

120 Einzimmerwohnungen entstehen im Regensburger Projekt „Das Otto“. Sofort haben Käufer zugegriffen. Die Immobilienzentrum Unternehmensgruppe hat weitere Pläne für eine alte Druckerei. Wird das den studentischen Wohnungsmarkt entspannen?
Nur eine mächtige Baugrube am Galgenberg gegenüber dem Universitätsgelände zeugt bisher vom Projekt „Das Otto“. Doch mehr als 90 Prozent der geplanten 120 Studentenapartments sind schon verkauft. Beim ersten Spatenstich am Freitag waren auch deshalb viele lächelnde Gesichter zu sehen.
Die Regensburger Immobilien Zentrum Unternehmensgruppe (IZ) und die Pentlinger Harmonie Immobilien GmbH realisieren die Wohnungen gemeinsam. Während das IZ geplant hat und die Immobilien vermarktet, baut Harmonie. Das sagte IZ-Vorstandsvorsitzender Alexander Dietlmeier beim Spatenstich.
Rund 32.000 Studierende
An den drei Regensburger Hochschulen studieren beinahe 32 000 junge Leute. Studentenwohnungen und WG-Zimmer sind knapp. „Das Otto“ könnte zu einer Entspannung des Markts beitragen. Außerdem hat das IZ vor, das Stadthotel in der Gutenbergstraße 17, früher eine Druckerei, zu sanieren und in Studentenwohnungen umzubauen. „Der KfW-Förderschwerpunkt hat sich Richtung energetische Sanierung verschoben“, stellte Ulrich Berger fest, der Geschäftsführer der IZ Vertriebs GmbH. In der Gutenbergstraße sind 90 bis 100 Apartments geplant. Es handelt sich um das erste Regensburger Gebäude mit Stahlbetonskelett. Diese Bauweise ermögliche vielleicht den Einsatz von vorgefertigten Teilen, erklärte Berger. Er erhofft sich eine zusätzliche Förderung für serielle Fertigung.
Am Mittwoch hat der Finanzdienstleister MLP seinen Studentenwohnreport für 2024 vorgestellt. In Regensburg kostet eine Studentenwohnung mit 30 Quadratmetern mittlerweile eine durchschnittliche Kaltmiete von 541 Euro. Für ein 20 Quadratmeter großes Zimmer in einer Wohngemeinschaft verlangen Vermieter im Schnitt 412 Euro monatlich. Das studentische Wohnen in der Stadt hat sich laut Report innerhalb des letzten Jahres um 5,8 Prozent verteuert.
„Das Otto“ soll Ende 2026 bezugsfertig sein
Die Lage auf dem Wohnungsmarkt verschärfe sich in fast allen 38 untersuchten Universitätsstädten, stellt der MLP-Report fest. Weil die Bautätigkeit rückläufig sei und Kaufinteressenten wegen der höheren Hypothekenzinsen auf den Mietmarkt auswichen, konkurrierten mehr Leute mit den Studierenden um das schrumpfende Angebot.
Als innovations- und forschungsstarker Wirtschaftsstandort ist Deutschland auf gut ausgebildete Akademiker angewiesen. Mit dem Wechsel der Babyboomer in den Ruhestand vergrößert sich die Fachkräftelücke. Ein Teil der Lösung sei die gezielte Ausbildung internationaler Studierender, heißt es im Report, den MLP zusammen mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erarbeitet hat. Auch diese sind natürlich auf Wohnraum angewiesen.
„Das Otto“ soll Ende 2026 bezugsfertig sein. Für die Sanierung der alten Druckerei in der Gutenbergstraße hat die Planung begonnen. Beide Wohnbauprojekte liegen in der Nähe der Hochschulen und des Universitätsklinikums. Mit Fahrrad, Bus, Bahn und Auto sind sie gut zu erreichen.
Umbau der alten Druckerei
Beim Areal in der Otto-Hahn-Straße handelt es sich um ein Erbbaugrundstück von Thurn und Taxis. Die Preise für die 19 bis 34 Quadratmeter großen Apartments mit Küchenzeile haben sich auf rund 159 900 bis 244 900 Euro belaufen. „Wir kommen bei diesem Projekt auf einen Durchschnitts-Quadratmeterpreis von knapp 7728 Euro“, sagte Prokuristin Antje Weis von der IZ Vertriebs GmbH am Rande des Spatenstichs. Kapitalanleger, aber auch Familien mit studierenden Kindern haben zugegriffen.
Der siebenstöckige Wohnkomplex in der Otto-Hahn-Straße 40 mit Dachgarten wird nach KfW-40- und QNG-Standard gebaut. Die Kennzahl 40 gibt an, dass das Gebäude nur 40 Prozent Primärenergie benötigt, verglichen mit einem Referenzhaus. Es erfüllt außerdem die Anforderungen des staatlichen „Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude“. Für den klimafreundlichen Neubau fließen Fördermittel. Geschäftsführer Viktor Million von der Harmonie Group sagte, die Käufer hätten davon profitiert.
„Wir sind fast ausverkauft“, freute sich sein Kollege Christian Erl. Gerade sei die Firma dabei, die Bohrpfähle einzubauen. CSU-Stadträtin Bernadette Dechant, die in Vertretung von Bürgermeisterin Astrid Freudenstein gekommen war, dankte den Investoren für den Mut, das Projekt anzupacken.
Das Studentengebäude fügt sich ein ins Quartier Vivo 3 mit fünf Mehrfamilienwohnhäusern, darunter auch geförderte Seniorenapartments. „Wir schaffen den Spagat zwischen Jung und Alt“, stellte Alexander Dietlmeier fest. „Von Studenten bis zu Senioren.“

