Landesgartenschau Furth im Wald: Die Gerüchteküche brodelt, doch was ist dran?

Von Alexander Frimberger · 28. September 2024 um 11:00

Die Gerüchteküche brodelt. Im Zusammenhang mit der Landesgartenschau in Furth im Wald (Landkreis Cham) im kommenden Jahr werden viele Befürchtungen ausgesprochen, etwa, dass Dauerkarten unter Preis verkauft wurden und Baustellen nicht fertig werden. Doch was ist dran?

Bürgermeister Sandro Bauer kennt die meisten Aussagen natürlich. Neu war ihm allerdings im Gespräch mit unserer Zeitung, dass die Dauerkarten für die LGS beim Baustellenfest für 70 Euro den Besitzer gewechselt haben. „Da wurde etwas durcheinander gebracht“, sagt auch Heidi Wolf, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit bei der LGS.

Familienfreundliche Preise

Es sei richtig, dass es Karten für 70 Euro gibt. „Das ist der ermäßigte Preis“, sagt Wolf. Der gilt demnach für Menschen mit Behinderung, Schüler, Auszubildende, Studenten und Freiwilligendienstleistende ab 18 Jahre. Auch Bezieher von Arbeitslosengeld, Bürgergeld, Menschen, die Grundsicherung erhalten, sowie Asylbewerber kommen in den Genuss der Ermäßigung.

Alle anderen bezahlen bis zum Start der Landesgartenschau 80 Euro, danach 90 Euro. „Das war auch beim Baustellenfest nicht anders“, sagt Bauer und ergänzt: „Ich muss es wissen, ich habe bereits Karten gekauft.“

Kinder und Jugendliche von zwölf bis 17 Jahren haben in Begleitung ihrer Eltern freien Eintritt. Wollen sie alleine auf die LGS, zum Beispiel zum Pumptrack, der sich im Jugendbereich befindet, können sie eine Dauerkarte für 25 Euro erwerben. Zur Dauerkarte gibt es immer auch ein Gutscheinheft. Darin enthalten ist beispielsweise eine Ermäßigung von einem Euro für den Besuch des bewegten Drachens. Die Aufführung kostet regulär 15 Euro und kann auch ohne den Besuch der LGS angesehen werden. „Dauerkartenbesitzer können die Show in Richtung Gartenschaugelände verlassen, für alle anderen gibt es einen Extraausgang“, erklärt Furths Rathauschef. Ein Combi-Ticket wird es auch für das Cave Gladium geben, sagt Wolf: „Wie das genau aussehen wird, besprechen wir gerade.“ Die Preise für den Erwerb von Tageskarten (regulär: 19 Euro) findet man auf der Internetseite der LGS.

Sandra Kleemann, Herrin über das Veranstaltungsprogramm, betont, dass „Bewegter Drache“ und Cave Gladium die beiden einzigen Angebote sind, für die extra bezahlt werden muss. „Alle anderen Events und Termine, die auf dem Gartenschaugelände stattfinden, sind ausnahmslos frei“, betont sie. Das gilt auch für das Sommerfest, bei dem die deutsche Popikone Joris auftritt. Seine Debütsingle „Herz über Kopf“ aus dem Jahr 2015 dürften noch viele Musikfreunde in den Ohren haben. Bei der Preisgestaltung habe man vor allem auch auf Familienfreundlichkeit gesetzt, sagt Wolf. Ein Grund vielleicht, warum der Verkauf von Dauerkarten in der ersten Verkaufswoche bereits durch die Decke gegangen ist. Bauer: „Nach wenigen Tagen die Tausendermarke zu überspringen, ist ein toller Erfolg, der bei allem Optimismus so nicht zu erwarten war. Es zeigt aber auch, dass die Bevölkerung und die Region neugierig auf unsere Gartenschau ist.“

„Hat geheißen, die Vereine würden uns boykottieren“

Ein kurioses Gerücht gab es in Bezug auf die Vereine, weiß Kleemann. „Es hat geheißen, die Vereine würden uns boykottieren. Das hat sich mit deren Verkaufständen beim Baustellenfest allerdings erledigt.“

Hartnäckiger ist da schon die immer wieder geäußerte Befürchtung, die Lorenz-Zierl-Straße, die in Zukunft Einbahnstraße sein wird, wäre zu schmal für große Fahrzeuge. Auch das stimmt laut Bauer nicht. Die Straße sei 3,20 Meter breit, es folgen links und rechts zwei Reihen Kopfsteinpflaster und der Bordstein ist abgesenkt. Aber wenn jemand falsch in einer der Parkbuchten steht, könne es zu Behinderungen kommen. „Wenn jemand falsch parkt, kann es auch anderswo zu Behinderungen kommen“, sagt der Bürgermeister dazu.

Nicht aus der Welt zu schaffen sind auch die Ängste, die Baustellen könnten nicht fertig werden. Bauer weiß, dass hier mit heißer Nadel gestrickt wird, und macht daraus auch kein Geheimnis. „Aber ich bin Optimist und überzeugt, dass wir es schaffen.“ Beim Späthgelände, das in einen Park mit dem Thema „Biergärten“ umfunktioniert wird, steht noch ein altes Haus mit Mauerresten des ehemaligen Brauereigebäudes. Das soll vor dem Start der LGS abgerissen werden. Der Hausbesitzer hat demnach alle Genehmigungen und Zusagen für einen Abriss und Neubau erhalten. Auf Nachfrage möchte der sich zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht dazu äußern.

Am Montag werden auch die Arbeiten an der Drachenhöhle sichtbar. Drinnen sehe es schon wüst aus. Es wurde ausgeräumt, an den Leitungen und am Kanal gearbeitet. Nur Drache Fanny bleibt, wo sie ist. Wohl während der gesamten Baumaßnahme, schätzt Bauer. Sonst tauscht sie über den Winter den Platz mit dem Vorgängerdrache und zieht ins Museum.

Pop-up-Läden in Planung

Auch in Sachen Parkarena tut sich was. Die Betonarbeiten und Pfahlverankerungen sollen noch dieses Jahr fertig werden. Über den Winter werden die Dachelemente gefertigt, und im April wird es zusammengebaut. Kommen vor der Landesgartenschau auch die zwanzig Wohnmobilstellplätze, die hinter der Mittelschule entstehen sollen? „Ja, die Auftragsvergabe ist bereits abgeschlossen“, sagt Bauer. Heidi Wolf hat noch eine weitere Neuigkeit. Man ist bemüht, den Leerstand vor allem in der Lorenz-Zierl-Straße zu beseitigen. Sogenannte Pop-up-Läden, die nur während der LGS Waren anbieten, könnten eine Lösung sein. Dazu sollen jetzt Gespräche mit Immobilienbesitzern und anschließend mit Interessenten geführt werden.

Der Dauerkartenvorverkauf läuft blendend. Alleine beim Baustellenfest wurden 900 Karten verkauft.