Für Tourismusverband Ostbayern ist Landesgartenschau Furth im Wald ein wichtiger Partner

Von Alexander Frimberger · 26. September 2024 um 19:00

Die Verantwortlichen der Landesgartenschau Furth im Wald 2025 (LGS) haben verkündet, dass sie eine Kooperation mit dem Tourismusverband Ostbayern (TVO) eingegangen sind. Was das bedeutet und wie die LGS ins Marketingkonzept des TVO passt.

LGS-Geschäftsführer Robert Sitzmann und TVO-Vorstand Dr. Michael Braun wollen das Großereignis des kommenden Jahres gemeinsam vermarkten und haben dafür jetzt einen Vertrag unterschrieben. „Ein solches Projekt wertet die Region enorm auf und steigert die Attraktivität für die Gäste“, ist Braun überzeugt.

Wird Furth im Wald die Nummer eins der Tourismusorte?

Als Beispiel nannte er die Landesgartenschau 2014 in Deggendorf, bei der das Donau-Areal neu gestaltet und an die Innenstadt angebunden wurde, was sich auch zehn Jahre später immer noch als großer Gewinn erweise. Furth im Wald werde von dem Vorhaben genauso nachhaltig profitieren.

Die Stadt und die gesamte Umgebung hätten 2025 die große Chance, sich 137 Tage lang von ihren schönsten Seiten und mit einem abwechslungsreichen Programm zu präsentieren. Doch man muss gar nicht zehn Jahr zurückblicken. Vor zwei Jahren hatte die Bayerwald-Stadt Freyung die Landesgartenschau zu Gast. „Ich finde es klasse für uns, dass nur zwei Jahre später der Fokus der Öffentlichkeit wieder auf dem Bayerischen Wald liegt“, findet Ulrike Eberl-Walter, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit beim TVO. Das bedeute eine Aufwertung nicht nur für Furth im Wald, sondern für die ganze Region.

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„Großveranstaltungen, wie Landesgartenschauen ziehen immer Gäste an.“ Und die könnten sich dann unter anderem von der Schönheit Landschaft überzeugen und würden dazu animiert, für einen weiteren Urlaub zurück in den Landkreis Cham zu kommen. „Die Kraft einer Region wächst, wenn auch die Ränder stark sind“, sagt die PR-Frau mit Blick auf die Lage der Drachenstichstadt.

Ob Furth im Wald der Fremdenverkehrsort Nummer eins in der Region wird, wenn die Landesgartenschau und alles, was sie in Zukunft mit sich bringt, über die Bühne geht, kann Eberl-Walter so nicht beantworten. Sie weiß aber auch, was schon jetzt da ist: „Der Drachenstich ist eine Sensation, ein Alleinstellungsmerkmal für Furth. Niemand geht aus der Drachenhöhle raus, ohne nicht wenigstens ein Foto gemacht zu haben.“ Auch der Drachensee sei eine wichtige Naturmaßnahme. Damit liege Furth ganz im Trend für nachhaltigen Urlaub. Das sei es, was mehr und mehr die Urlaubsgäste wollen und das sei auch, was die Bürger vor Ort wünschen. Belegen kann sie ihre Aussage mit dem Ergebnis einer Studie, die im Jahr 2022 angefertigt wurde. Darin heißt es: 88 Prozent der befragten Einwohner befürworten eine Weiterentwicklung in Richtung sanften, naturverträglichen Urlaub. Die Tourismusakzeptanz erreicht im bayernweiten Vergleich den höchsten Wert. Dies ist Grund zur Freude bei Dr. Michael Braun, Vorstand des TVO: „Das ist der höchste Zufriedenheitswert in Bayern. Der Stellenwert des Tourismus im Bayerischen Wald liegt deutlich höher als im bayernweiten Durchschnitt oder in vergleichbaren Urlaubsregionen.“ Mit der LGS schließt sich laut Eberl-Walter hier der Kreis, denn auch dort gehe es um nachhaltige Gestaltung von Lebensraum. Das gilt für das eigentliche Gartenschaugelände genauso wie für die innerstädtischen Bereiche.

Grundsätzlich habe der Bayerische Wald in Sachen Tourismus eine 180-Grad-Wendung hingelegt. Mit der Initiative „erfrischend natürlich“ hat man sich vom vermeintlichen Billiganbieter zur Topdestination gewandelt. Familienfreundlich, Angebote für junge Leute, für Radfahrer und Wanderer stehen im Mittelpunkt.

Urlaubs-Gäste in die Region Cham locken

„Wir verfolgen eine Leuchtturmphilosophie“, sagt die Leiterin für Öffentlichkeitsarbeit. Dazu gehören der Rad-Trail Transbayerwald, der Goldsteig für Wanderer, das Angebot Premium-Partner und eben auch Landesgartenschauen. „Diese Angebote haben eine Sogwirkung und verstärken die Nachwirkung.“ Der Gast möchte etwas erleben, das bleibe in Erinnerung. „Unser Ziel ist es, Gäste in die Region zu locken – nicht nur für einen Tag. Wir möchten sie mit einem attraktiven Angebot dazu bringen, dass sie wieder kommen und auch ein paar Tage bleiben“, so Braun.

Mit Marketing, Webseminaren für Gastgeber und Touristiker, Gesprächsrunden und vielem mehr wird der TVO die Landesgartenschau unterstützen. Im Juni wird es im ATT außerdem einen Tag für Touristiker geben. „Auch das sind Multiplikatoren, wenn die Kollegen zuhause von der Attraktivität der Stadt schwärmen.“

Dr. Michael Braun und Robert Sitzmann bei der Vertragsunterzeichnung Foto: LGS/Heidi Wolf