Neues von der Klo-Farce im Regensburger Welterbezentrum: Lösung ist in Arbeit

Von Rainer Wendl · 28. September 2024 um 05:00

Für reichlich Kopfschütteln hat im August die Nachricht gesorgt, dass das Besucherzentrum Welterbe in Regensburg mit seinen täglich bis zu 1000 Gästen über keine öffentlich zugängliche Toilette mehr verfügt.

CSB-Stadtrat Christian Janele hatte diesen bereits seit Monaten bestehenden Missstand öffentlich gemacht und die sofortige Wiedereröffnung der WC-Anlage im Salzstadel gefordert. Über den entsprechenden Antrag wurde nun am Donnerstag im Verwaltungsausschuss diskutiert. Ergebnis: Das Problem als solches ist erkannt, die Lösung in Arbeit.

„Das ist kein Zustand“

„Das geht nicht, da bin ich bei Herrn Janele“, sagte Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD), nachdem dieser sein Ansinnen mit Verve vorgetragen hatte. „Das ist eine Riesen-Schwachstelle“, „So kann es nicht weitergehen“ und „Das ist kein Zustand“, sprudelte es aus dem CSB-Einzelkämpfer heraus.

Derart in Schwung, beschrieb er fast schon dramatische Szenarien für Regensburg-Besucher: „Erklären Sie mal einem Touristen, wie er zum WC Hinter der Grieb kommt – und wie er dann seine Gruppe wieder finden soll, wenn er fertig ist.“ Insgesamt, so schloss Janele seinen Vortrag, seien die öffentlichen Toiletten verdreckt, schlecht ausgeschildert oder zugesperrt.

Das ging der Oberbürgermeisterin zu weit. Es stimme nicht, dass die städtischen WC-Anlagen nicht gereinigt würden. Die in der Trunzergasse zum Beispiel sei „nagelneu und top sauber“. Dennoch räumte Maltz-Schwarzfischer ein, dass die Situation „nicht zu 100 Prozent befriedigend“ sei und dass es „Luft nach oben“ gebe.

Gar als „schlimm“ empfindet sie den Zustand der Toiletten beim Reisebus-Terminal in Stadtamhof, die zum Teil dauerhaft nicht nutzbar sind. Hier stellte das Stadtoberhaupt eine Sanierung in Aussicht.

Doch zurück zum Ausgangspunkt der Debatte, dem fürs Besucherzentrum Welterbe nicht mehr zur Verfügung stehenden WC: Dieses sei den Veranstaltungssälen im Salzstadel zugeordnet und nicht für große Touristenströme ausgelegt, erklärte die Oberbürgermeisterin.

Wegen der Überbeanspruchung mit ihren teils unappetitlichen Folgen habe es bei Veranstaltungen wie Hochzeiten wiederholt „massive Beschwerden“ bei der Regensburg Tourismus GmbH (RTG) als Betreiberin der Säle gegeben. „Deshalb hat die RTG die Toilette für die Öffentlichkeit geschlossen.“

Doch das soll nicht so bleiben. „Man muss Lösungen finden“, sagte Maltz-Schwarzfischer. Sie hat die Ausarbeitung eines vertraglichen Konstrukts mit der RTG im Sinn, wonach die Stadt in Zeiten ohne Veranstaltungen das Klo im Salzstadel wieder nutzen kann und eine Aufsicht installiert. Das Kulturreferat, auf dessen Rechnung diese Lösung laufen würde, habe bereits seine Zustimmung signalisiert.

„Ich würde vorschlagen, dass wir das machen“, schloss die Oberbürgermeisterin und bekam Zuspruch von Theresa Eberlein (Grüne). CSU-Stadträtin Dagmar Schmidl merkte an, dass die Stadt eventuell auch über den Bau einer öffentlichen Toilette in der Nähe nachdenken müsse.

Wurstkuchl ist keine Option

Keine Option ist indes eine öffentliche Mitnutzung des zur Historischen Wurstkuchl gehörenden WCs im Erdgeschoss des Salzstadels. Janele hatte auch diese Möglichkeit ins Spiel gebracht, doch Maltz-Schwarzfischer winkte ab. Angesichts ganzer Bus-Ladungen, die in der Vergangenheit in diese Toilette gestürmt waren, sagte sie: „Das ist eine Belastung für den Betrieb der Gaststätte.“