Neuer Wohnraum kann in Schwandorf entstehen: Bauausschuss nickt Mehrfamilienhäuser ab

Eigentlich hätten auf dem Grundstück Steinberger Straße 32a längst die Bagger anrollen können. Denn der Schwandorfer Bauausschuss erteilte bereits in seiner Sitzung am 14. Juni 2023 dem Vorhaben mehrheitlich das Okay. Doch statt zu bauen, hat der Investor die Pläne für ein Mehrfamilienhaus lieber überarbeitet.
Statt der genehmigten sechs soll das Gebäude nun sieben Wohneinheiten haben, so der Plan des Bauherren. Das Haus soll dafür ein weiteres Geschoss bekommen, in dem eine Penthousewohnung vorgesehen ist. Damit würde das Gebäude allerdings die Höhe der Umgebungsbebauung überschreiten.
Mehrere Umplanungen
Rund um die Fläche befinden sich laut Verwaltung ausschließlich ein- bis zweigeschossige Wohnhäuser mit zum Teil ausgebautem Dachgeschoss. „Das geplante Vorhaben stellt mit seiner Kubatur eine für die im Quartier noch nicht vorhandene Massivität dar“, lautete die Einschätzung der Verwaltung.
Schon 2021 hatte der Investor eine Planung für ein dreigeschossiges Gebäude mit elf Wohneinheiten eingereicht, war damals aber bei den Stadträten abgeblitzt. Daran hatte sich nichts geändert: Auch diesmal wurde der Antrag einstimmig abgelehnt. „Dreigeschossig fügt sich nicht ein“, begründete CSU-Ausschusssprecher Hans Sieß die Ablehnung seiner Fraktion. Genauso sah es auch SPD-Stadtrat Alfred Braun. Die Planungen seien schon dreimal geändert worden. „Es muss irgendwann mal ein Ende haben“, fand Braun.
Denn das Vorhaben beschäftigte den Bauausschuss bereits seit 2020. Zuerst wollte der Investor an dieser Stelle ein Mehrfamilienhaus mit insgesamt 16 Wohneinheiten errichten. Nach der Ablehnung wurde die Anzahl auf elf Wohneinheiten reduziert. Doch auch das reichte den Stadträten noch nicht aus. Erst mit der Anzahl von sechs Wohneinheiten konnten sie leben und gaben grünes Licht für das Vorhaben. Die Planung aus dem vergangenen Jahr könnte der Bauherr nach der jüngsten Ablehnung theoretisch umsetzen, denn dafür liegt ihm die Genehmigung vor.
Auch ein weiteres Projekt beschäftigte den Bauausschuss nicht zum ersten Mal: zwei Mehrfamilienhäuser mit je drei Wohneinheiten in der Dr.-Georg-Klitta-Straße 9. Bereits 2016 hatte der gleiche Investor für diesen Standort im Hochrainviertel einen Antrag zur Errichtung von zwei Mehrfamilienhäusern eingereicht.
Zwei Gegenstimmen von SPD
Der Bauausschuss erhob damals Einwände und verweigerte mehrere Befreiungen, zum Beispiel zur Firstrichtung und Dachneigung. Der Investor wurde außerdem aufgefordert, dass konform zum vorhandenen Bebauungsplan Egelsee-Süd gebaut werden solle.
Nach acht Jahren lag den Stadträten nun eine veränderte Planung vor. Diesmal hielt sich der Bauherr an die meisten Festsetzungen. Abweichungen gab es lediglich bei der Baugrenze, die überschritten werden soll. Die Verwaltung sah eine solche Befreiung als vertretbar an.
Man sollte es genehmigen, meinte 2. Bürgermeister Andreas Wopperer (CSU), der die Sitzung in Vertretung von OB Andreas Feller (CSU) leitete. Dem schloss sich der Großteil des Gremiums an. Lediglich die beiden SPD-Stadträte stimmten dagegen, weil die Bebauung teilweise außerhalb des Geltungsbereiches des B-Plans liegt. Das „sollten wir nicht machen“, sagte Alfred Braun mit Blick auf eine Befreiung.
