Fast immer zu spät auf der Zugstrecke durch Cham: Das Sorgenkind heißt Alex

Stephan Naue und Eugen Rubinstein sind am Montag mit der Bahn nach Cham angereist – das letzte Stück vermutlich mit der Oberpfalzbahn, denn sie waren pünktlich im Büro des Freie Wähler-Landtagsabgeordneten Julian Preidl. Hätten die beiden Länderbahn-Manager den Alex genommen, der auch zu ihrem Aufgabenbereich gehört, hätte das Gespräch wohl auf der Kippe gestanden: der Alex von München nach Prag bleibt das Sorgenkind der Länderbahn.
Das geben die beiden Geschäftsführer der Länderbahn unumwunden zu – die Pünktlichkeit der Alex-Zuges liege wohl noch unter 70 Prozent, während sie für die Oberpfalzbahn fast bei 100 Prozent liege, sagt Naue im Gespräch mit Julian Preidl und dessen FW-Kollegen aus Schwandorf, Martin Scharf . Und die vielen Ursachen dafür wissen sie auch – nur ändern können sie an den aller wichtigsten wenig. Denn das müsste die Deutsche Bahn leisten, wie etwa ein zweigleisiger Ausbau auf der Gesamtstrecke und eine Elektrifizierung.
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Und selbst dann – „unsere Kinder sollten das erleben können“, so Naue zum DB-Zeitplan – sei es häufig nur ein „Sandkörnchen“, der die internationale Verbindung schnell ins Wanken und ins Hintertreffen bringt. Denn ist einmal eine Verspätung von acht Minuten da, bedeutet das eine immense Mehrverspätung etwa bis München, wie Eugen Rubinstein erläutert.
Schon eine große Fahrgastgruppe, die einsteige und länger brauche, könne eine Verspätung auslösen. Da Strecke wie Fahrplan voll ausgelastet seien, sei so etwas nicht mehr aufzuholen – im Gegenteil.
Es sei einfach so, dass zu viel Strecke eingleisig laufe – das bedeute häufig, man müsse erste den Gegenverkehr durchlassen, um die Fahrt fortzusetzen. Das summiere sich am Ende – und Lösungen seien dafür wenig im Angebot: „Entweder man dünnt den Fahrplan aus und fährt nur noch alle vier Stunden und dann relativ pünktlich oder man lässt es so.“ Die Länderbahn habe jedoch wenig Möglichkeiten, auf den Ausbau Einfluss zu nehmen.
Ein Körnchen zumindest ist gerade beseitigt worden, sagt der Bahnmanager Stephan Naue. Die Grenzkontrollen, die bisher durch die Bundespolizei im stehenden Zug stattfand und einige Minuten Zwangsverspätung brachten, wird nun auf der Strecke zwischen Furth im Wald und Cham geleistet. Bislang sei das wegen fehlender Ressourcen bei der Bundespolizei nicht möglich gewesen. Das Grundproblem der Strecke sei die infrastrukturelle Schwäche, dass zu wenig Gleise da seien – und das könne nur der Bund mit der DB lösen.
Julian Preidl und Martin Scharf appellierten an die Bahnvertreter, auf die Deutsche Bahn einzuwirken, damit zumindest Verspätungen von Alex oder Oberpfalzbahn direkt im DB Navigator angezeigt werden. Hier funktioniere die Zusammenarbeit eigentlich gut, so Naue. Für andere Apps gelte das aber nicht und auch nicht für Google – die würden sich die Informationen zum Fahrplan nicht bei der Länderbahn abholen. Auch, wenn der DB Navigator nicht die perfekte Lösung sei, sei er doch die beste, da mit der DB kooperiert werde, so Naue.
Ein weiteres Endlosthema – „schon Leo Hackenspiel hat das vor Jahren angesprochen“, so Preidl – sei die fehlende Barrierefreiheit des Chamer Bahnhofs. Während Roding oder Furtjh im Wald umgebaut worden seien, warte der Hauptumschlagbahnhof in Cham seit Jahrzehnten darauf. Auch hier zeigten die Bahnmanager Richtung DB. Für ihre Fahrgäste sei das natürlich auch ein Manko.
Preidl und Scharf kündigten an, das Thema Bahn im Landkreis Cham weiter hartnäckig in München und weiter in Berlin anzusprechen, um Verbesserungen vorwärts zu bringen. Doch bislang sei die DB kein verlässlicher Partner, um Sicherheit etwa bei der Umsetzung von Baumaßnahmen zu gewährleisten. Eines sei sicher, um eine Lösung zu finden, so Preidl: „Es braucht Geld!“
