Die Länderbahn Alex hatte in Furth im Wald 165 Minuten Verspätung

Ärgerlich, wenn der Zug nicht rechtzeitig kommt. Die Länderbahn Alex hatte am Donnerstag Morgen 165 Minuten Verspätung, stand – zunächst ohne ersichtlichen Grund – bei Dieberg (Landkreis Cham) still. Was war passiert? Und was hat der Klimawandel damit zu tun?
Wer am Donnerstagmorgen nach Domažlice wollte oder später in Richtung München unterwegs war, brauchte jede Menge Geduld. Insgesamt habe es eine Verspätung von 165 Minuten gegeben, sagt Hagen. Ein umgestürzter Baum war im Grenzbereich bei Dieberg auf den Gleisen liegengeblieben und musste erst beseitigt werden. Dadurch kam es auf der eingleisigen Strecke auch in der Gegenrichtung zu Verzögerungen.
Lange Wartezeiten in Furth im Wald
Gleiches Bild wenig später auf tschechischer Seite. Auch dort ist laut Hagen ein Baum auf die Gleise gefallen. Folge: Der Zug nach München hatte rund eineinhalb Stunden Verspätung. Wie aber holt man so große Verspätungen wieder auf, sorgt dafür, dass weitere Züge wieder fahrplanmäßig verkehren können? Katerina Hagen: „Üblicherweise fällt in solchen Fällen ein sogenannter Kompensationszug aus.“ Auf eingleisigen Strecken gebe es da kaum eine andere Möglichkeit.
„Verantwortlich für die Vegetation entlang des Schienennetzes ist der Infrastrukturbetreiber“, erklärt Hagen. Das ist die Deutsche Bahn in München. Die dortige Pressesprecherin bestätigt dies. Sie sagt, das Problem wird bei der Bahn schon aufgrund des Gefährdungspotenzials mit hoher Priorität behandelt. Regelmäßige Begehungen entlang der Strecke sind üblich.
Die Bahn gehe das Problem darüber hinaus mit geballter Kraft und hoher Logistik an. Stichwort Klimawandel. Die Bahnsprecherin teilt in diesem Zusammenhang mit: „Witterungsextreme, wie Stürme, Starkregen und lange heiße Sommer, werden in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Wetterlagen, die früher noch als extrem und selten galten, kommen heute häufiger vor und könnten ab der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts zur neuen Normalität gehören.“ Dies sei eine der Kernaussagen der Untersuchung „Klimawandel – Auswirkungen auf die Deutsche Bahn AG“ des Potsdam-Institutes für Klimafolgenforschung (PIK). „Das Gutachten bescheinigt der DB zudem, von den Folgen des Klimawandels so stark betroffen zu sein wie wohl kein anderes großes Unternehmen in Deutschland.“
70 Prozent der Bahngleise führen durch Flächen
Rund 70 Prozent der Bahngleise in Deutschland führen durch Flächen mit Baumbestand. 125 Millionen Euro setzt die Bahn jährlich für Vegetationsmanagement und mehr Sturmsicherung ein. 1000 Forstmitarbeiter kümmern sich darum. „Basis für die Vegetationspflege sind zum einen Analysen vergangener Unwetterereignisse und ihrer Auswirkungen auf den Bahnverkehr.
Hinzu kommen Daten zum Baumbestand, die geschultes Personal bei Inspektionen vor Ort akribisch erhoben und digital erfasst hat. Die Vegetation wird dabei vom Boden sowie von allen Seiten aus genau in Augenschein genommen. Punktuell kommen Luftaufnahmen von Drohnen oder Hubschraubern für einzelne Gebiete hinzu“, so die Sprecherin. Und immer mehr kommt dabei auch Künstliche Intelligenz (KI) und sogar Hilfe aus dem All zum Einsatz.
Mit KI gegen Sturmschäden
Die KI wird auf Basis von Satellitendaten trainiert und erzeugt daraus eine digitale Vegetationskarte. Sturmanfällige Bäume werden noch schneller erkannt und entfernt. Auch wenn das im Fall Furth nicht geklappt hat, möchte man so erreichen, dass Extremwetterlagen in Zukunft weniger Auswirkungen auf Fahrgäste und das System Schiene haben.
Was tun im Notfall?
Es gibt bei der Länderbahn eine immer erreichbare Notfallnummer, die rund um die Uhr die Woche besetzt ist: (089) 548 88 9725.
Ansprüche können Fahrgäste über das Servicecenter Fahrgastrechte geltend machen.
Folgende Unterlagen werden benötigt: Vollständig ausgefüllte und unterschriebene Fahrgastrechte-Formular, Originalfahrkarte sowie Originalbelege aller entstandenen Kosten
Versand an: Servicecenter Fahrgastrechte, 60647 Frankfurt a. M., Tel. (030) 586020920.