Schutz für die Werftstraße in Regensburg nach dem Hochwasser im Juni: Halt durch Asphalt

Tschechien, Polen, Österreich, Dresden: Von Regensburg aus ist es nicht weit in die Gebiete, die gerade von einem heftigen Hochwasser heimgesucht werden. Die Domstadt aber entging der Flut dieses Mal. Allerdings liegt die letzte noch keine vier Monate zurück.
Und die hinterließ ausgerechnet an einem neuralgischen Punkt derartige Schäden, dass die Stadt nun dringend handeln muss.
Wie dringend, wurde in der Antwort von Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) auf einen Antrag der CSU-Fraktion während der Sitzung des Planungsausschusses am Dienstagabend im Marinaforum deutlich. Die Verwaltung hatte dem Gremium vorgeschlagen, die Werftstraße – wenn möglich – noch in diesem Jahr mit einer neuen Asphaltschicht zu versehen, wofür nun außerplanmäßig eine halbe Million Euro locker gemacht werden soll.
Meterlange Risse
Denn es ist nicht klar , wann das nächste Hochwasser Regensburg ereilt und ob die Hochwasserschutzmauer am Unteren Wöhrd dann schon steht. Der neue Asphalt aber soll sicherstellen, dass der mobile Hochwasserschutz bis dahin hält. Die Elemente werden in dieser Schicht verankert. Allerdings hat sie beim Hochwasser im Juni Schäden davon getragen – meterlange Risse haben sich aufgetan.
Die CSU-Fraktion hatte vergangene Woche zusätzlich Entlastungsbohrungen an dieser Stelle ins Spiel gebracht, damit das Grundwasser sich nicht wieder unter der Decke stauen kann – weswegen die Anwohner im Juni evakuiert werden mussten. CSU-Stadtrat Josef Zimmermann schlug vor, über die von der Stadt vorgeschlagenen Maßnahme und die Idee seiner Fraktion gleichzeitig zu beratschlagen und das Thema in die nächste Sitzung des Planungsausschusses zu verlegen.
Entscheidung über Entlastungsbohrungen
Entlastungsbohrungen oder nicht: Für Maltz-Schwarzfischer ist es Geschäft der laufenden Verwaltung, diese Frage zu beantworten. Die Mitarbeiter beim Tiefbauamt aber werden den CSU-Vorschlag auf jeden Fall prüfen, versprach sie und wurde dann sehr deutlich. Mit Verweis auf den zeitlichen Druck empfahl sie, noch in der Sitzung am Dienstag über die Maßnahme abzustimmen. „Der rührt daher, weil wir jetzt am Wochenende schon wieder haben zittern müssen, wo sich die Wolken hinbewegen und ob wir in Regensburg wieder Hochwasser bekommen oder eben nicht“, sagte sie.
Mit Blick auf die geplanten Maßnahmen an der Werftstraße, das sind die Sanierung der Kaimauer und die Errichtung des baulichen Hochwasserschutzes, erklärte Maltz-Schwarzfischer: „ So lange können wir jetzt nicht warten mit der Ertüchtigung der Werftstraße.“ Regensburg sei darauf angewiesen, dass die mobilen Elemente dort sicher stehen können und die Straße nicht wegrutscht – und dabei vielleicht auch noch die Kaimauer beschädigt.
Nachdem die Mitglieder des Planungsausschusses sich dagegen entschieden, den Tagesordnungspunkt zu verschieben, wurde deutlich, an welchem Punkt die beiden anderen Maßnahmen gerade stehen. Thomas Thurow (Brücke) wollte unter anderem wissen, ob die Planungen für den Hochwasserschutz am Unteren Wöhrd, die die Stadt zusammen mit dem Freistaat betreibt, wegen der Finanzierbarkeit des Projekts auf Eis liegen.
„Die sind nicht auf Eis gelegt, sondern können dann weitergehen, wenn tatsächlich Haushaltsmittel im Haushalt des Freistaates für die Maßnahme eingestellt sind“, antwortete Maltz-Schwarzfischer. Ziel aus Sicht der Stadt sei es nun, in diesem oder spätestens im ersten Quartal des kommenden Jahres den Einleitungsbeschluss für das Planfeststellungsverfahren im Stadtrat zu fassen. „Dann liegt es auf Seiten des Wasserwirtschaftsamts, also des Freistaates, das weiterzuführen. Was die nur machen können, wenn dafür Geld im bayerischen Staatshaushalt ist“, verdeutlichte die Oberbürgermeisterin.
Mauer bis 2027
Zuvor müsse die Stadt die Kaimauer sanieren. „Dafür haben wir Planungsmittel vorgesehen, so dass wir im Jahr 2025 mit den Planungen fertig werden und 2026 in die Umsetzung gehen können“, sagte sie. Die könne sich bis 2027 ziehen, sie fände es aber schöner, wenn das noch im Jahr 2026 erledigt wäre. „Dann wäre der Sicherheitsaspekt ein ganz anderer“, erklärte Maltz-Schwarzfischer.