Können noch mehr Löcher in der Werftstraße in Regensburg für stabileren Hochwasserschutz sorgen?

Kurz nachdem die Stadt bekannt gegeben hat, was sie plant, um den Bewohnern der Werftstraße Evakuierungen wie die im Juni zu ersparen, obwohl der staatliche Hochwasserschutz hier auf sich warten lässt, liefert auch die CSU eine Idee zur Überbrückung.
Ein Gegenvorschlag zu den Plänen der Verwaltung soll das aber nicht sein. In einer Vorlage der Verwaltung, über die der Planungsausschuss am Dienstag beraten soll, ist von zwei kritischen Abschnitten in dem Bereich die Rede, die möglichst noch in diesem Jahr eine neue Asphaltschicht erhalten sollen. Die Stadt will außerplanmäßig 500 000 Euro für diese Reparatur locker machen, weil die mobilen Katastrophenschutzelemente bei Hochwasser in dieser Asphaltschicht verankert werden. Im Juni war dieser Untergrund derart aufgeweicht, dass sich die Elemente hätten lösen können. Diese Gefahr hatte zur Evakuierung geführt. Risse im Asphalt zeugen auch jetzt noch von der Gewalt, mit der das Grundwasser durch die Straßendecke presste.
Maßnahmen vor Abschnitt H
Am Freitag versandte die CSU nun eine Pressemitteilung, in der auch die Mitglieder der Fraktion die kritische Lage in den noch ungeschützten Bereichen am Unteren Wöhrd ansprechen, insbesondere im geplanten Abschnitt H an der Werftstraße. Daher habe die Fraktion auf Initiative von Stadtrat Josef Zimmermann einen dringenden Antrag zur Verbesserung der Hochwassersicherheit in diesem Bereich eingebracht. In diesem Antrag wird die Verwaltung laut des Schreibens zur unverzüglichen Maßnahmenergreifung aufgefordert, um die gefährdete Infrastruktur zu sichern. Denn beim vergangenen Hochwasser ist für Zimmermann erkennbar geworden, dass die bisher getroffenen Maßnahmen nicht ausreichen, um die Sicherheit Anwohner zu gewährleisten. Bis der Hochwasserschutz an dieser Stelle fertig ist, soll die Werftstraße laut Vorstellung der CSU-Stadträte mit Entlastungsbohrungen versehen werden. So könne bei Hochwasser ansteigendes Grundwasser kontrolliert austreten und der gefährliche Auftrieb der Straßenoberfläche reduziert werden, heißt es in der Pressemitteilung.
Wie aber können weitere Löcher in der Straße für mehr Stabilität sorgen? Zimmermann erklärt auf Nachfrage: „Die Bohrungen sorgen für Entlastung, weil das Wasser durch sie quellen und durch die Pumpen abgeschöpft werden kann.“ Diese Löcher sollen einen Durchmesser von drei bis fünf Zentimetern haben und mit Substrat verfüllt werden.
Der CSU-Stadtrat beteuert, dass es sich dabei nicht um einen Gegenvorschlag zu den Asphaltierungsplänen der Verwaltung handelt, sondern um eine ergänzende Maßnahme. Er habe den Vorschlag schon vor einigen Wochen vorbereitet, aber dann kam die Sommerpause und für den Ferienausschuss sei das kein geeignetes Thema gewesen.
Dennoch schreibt er in der Pressemitteilung der Fraktion, dass die kleineren Schäden an der Fahrbahnoberfläche im Interesse der Sicherheit der Anwohner hinnehmbar und verhältnismäßig seien. Fraktionsvorsitzender Michael Lehner ergänzt: „Die bisherigen Vorschläge sind nicht ausreichend. Wir fordern die Verwaltung auf, unseren Antrag zügig umzusetzen, um die Sicherheit der Werftstraße und ihrer Anwohner schnellstmöglich zu verbessern.“
Das Vorgehen in der Sitzung
Die Fraktion wolle nun die Erklärung der Verwaltung zu den Asphaltierungsarbeiten hören. „Wenn wir das machen müssen, werden wir dafür stimmen“, sagt Zimmermann. Der CSU-Vorschlag könne als Ergänzungsantrag auf die Tagesordnung kommen. Sollten Fragen zu den Entlastungsbohrung offen bleiben, könne in der nächsten Sitzung über den Antrag abgestimmt werden, kündigt Zimmermann an.
Für einen stellt sich die Frage, ob die Entlastungsbohrungen nicht eine Alternative zu den geplanten Asphaltierungsarbeiten sein könnten, sehr wohl: Das ist Anwohner Richard Weidmüller. „Wir brauchen keine neue Straße, sondern Hochwasserschutz. Das hat für uns Priorität“, macht er seinen Standpunkt klar. Seines Wissens nach seien die Kosten für Entlastungsbohrungen Peanuts im Vergleich zu denen für Asphaltierungsarbeiten. Er hat die Befürchtung, dass der Bau des Hochwasserschutzes am Ende noch mit dem Verweis auf die erst kürzlich erfolgten Asphaltierungsarbeiten in die Zukunft geschoben werden könnte. „Je weniger Geld jetzt ausgegeben wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass das keine Ewigkeitsgeschichte wird“, beschreibt der Anwohner seine Hoffnung.
