Amazon-Flotte soll elektrisch werden: 300 neue E-Ladesäulen am Standort Nittenau geplant

Von Cornelia Lorenz · 17. September 2024 um 11:00

Vor zwei Jahren hat das Amazon-Verteilzentrum in Nittenau (Landkreis Schwandorf) seinen Betrieb aufgenommen. Nun gab es dort einen Führungswechsel: Tobias Paroth ist neuer Chef des Amazon-Standorts. Der 41-Jährige freut sich darüber, einige Investitionen begleiten zu können. Geplant sind unter anderem 300 neue E-Ladesäulen am Standort.

Rückblick: Im Sommer 2022 war das Verteilzentrum des Internetriesen an der Brucker Straße – eines von rund 60 in Deutschland – eröffnet worden. Auf gut 5000 Quadratmetern Hallenfläche werden dort seitdem im Drei-Schicht-Betrieb pro Tag rund 30.000 Pakete sortiert, in Liefergebiete eingeteilt und zugestellt.

Mitarbeiterzahl gewachsen

Die Amazon-Eröffnung in Nittenau hatte Dominik Ackermann als Standortleiter begleitet. Mittlerweile hat er sich beruflich zurück in seinen Heimatlandkreis Neustadt an der Waldnaab orientiert. Sein Nachfolger in Nittenau ist der ehemalige Amazon-Bereichsleiter Tobias Paroth. Der 41-Jährige ist gelernter Großhandelskaufmann und verfügt über rund 20 Jahre Berufserfahrung bei der Metro.

Der Familienvater lebt in Barbing und pendelt täglich zu seinem Arbeitsplatz nach Nittenau – und freut sich über die Entwicklung vor Ort: Während man 2022 mit 100 festangestellten Mitarbeitern begonnen habe, sei man mittlerweile bei der Zahl von 120 angekommen. „Nittenau ist für uns ein wichtiger Standort, an den wir glauben und in den wir investieren“, kommentiert Amazon-Sprecher Steffen Adler.

Verbesserungen beim Sortieren der Pakete

Von einer aktuell laufenden Maßnahme sollen seinen Worten zufolge vor allem die Mitarbeiter in Nittenau profitieren. Derzeit werde in der Sortieranlage eine neue Technik installiert. Dabei landen die Pakete künftig direkt in den Auffangtaschen, was – bei gleichbleibendem Personal – eine deutliche Vereinfachung der Arbeitsabläufe darstelle. Um die Umstellung auf die neue Sortiertechnik durchführen zu können, habe man die Paketmenge, die durch den Nittenauer Standort laufe, derzeit etwas reduziert, sagt Paroth. Doch bald werde man wieder zum normalen Aufkommen zurückkehren.

Auch auf dem riesigen Parkplatz für die Amazon-Lieferfahrzeuge soll sich bald etwas tun: Hier werde man an allen 300 Stellplätzen E-Ladesäulen inklusive eines kleinen Umspannwerks installieren. Zwar werde man vom Standort Nittenau aus zunächst wohl nicht alle Routen mit Elektro-Fahrzeugen bedienen können – mangels Reichweite. Schließlich gebe es Fahrer, die pro Tag rund 200 Kilometer zurücklegen müssten. Doch die Elektrifizierung der kompletten Flotte sei weiterhin ein großes Ziel.

Gemeinschaft pflegen

Bald wird es am Amazon-Standort in Nittenau aufgrund des anlaufenden Weihnachtsgeschäfts noch geschäftiger zugehen als während des Jahres üblich.

Für Paroth ist es wichtig, dass seine Mitarbeiter ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln. Besonders gefreut hat er sich deshalb darüber, dass sich einige gemeinsam der Gartenarbeit widmen und auf dem Amazon-Gelände kürzlich ein Beet mit Lavendel bepflanzt haben und es pflegen. Außerdem haben neun Mitarbeiter beim örtlichen Bienenzuchtverein einen Imkerkurs besucht und kümmern sich nun um die drei Bienenstöcke auf dem Gelände – und über Honigkostproben im Pausenraum können sich nun auch ihre Kollegen freuen.