Ein selbstgemachtes Kracherl ist ein Genuss – ein Geheimtipp ist Rote-Bete-Limo

Von Isabell Dachs · 15. September 2024 um 05:00

Softdrinks enthalten viel Zucker und oft künstliche Zusätze. Sich so ein Getränk selber zu machen, ist meist ganz einfach und die bessere Alternative. Tatsächlich gibt es nichts Leichteres als sich Zitronenlimo selbst herzustellen. Ein Geheimtipp ist die Rote-Bete-Limo.

Wer kennt noch das Wort Grachal oder Kracherl? Es beschreibt ein Getränk, mit dem wir nahezu alle aufgewachsen sind. Heute aufgrund des hohen Zuckergehalts verteufelt, war es für uns Kinder gang und gäbe, denn wer wollte einfach nur Wasser trinken, wenn etwas Fruchtig-Süßes vorhanden war.

Heute wird das pappige Getränk meist als Limo (Abkürzung für Limonade) oder Brause bezeichnet. Im ursprünglichen Wortsinn war Limonade ein Getränk aus mit Wasser verdünntem Zitronensaft. Übrigens verhält es sich bei dem Wort Limo ähnlich wie bei der Butter. Während die Limo im Hochdeutschen weiblich ist, wird sie in unserem Dialekt sächlich, heißt also bei uns „das Limo“.

Der Name Kracherl stammt vermutlich vom Verschluss der früheren Glasflaschen, in die das Getränk abgefüllt waren. Sie waren mit Glaskugeln verschlossen, die durch die enthaltene Kohlensäure unter einen Gummi in den Flaschenhals getrieben wurden. Zum Öffnen wurde die Kugel in die Flasche gedrückt, was ein charakteristisches Krachen auslöste.

Limonade nicht gleich Brause

Limonade ist heute ein gesüßtes und meist mit Kohlensäure versetztes Erfrischungsgetränk auf der Basis von Wasser. Oft enthält es Fruchtauszüge, wobei ausschließlich natürliche Zutaten verwendet werden dürfen. Brause dagegen kann auch künstliche oder naturidentische Aroma- und Farbstoffe enthalten. Dazu zählen auch die coffeinhaltigen Colagetränke und sogar bestimmte Energydrinks.

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Dass diese Getränke untereinander gemischt werden, kennen wir vom Spezi oder Cola-Mix, bei uns früher auch Quasch genannt. Dazu wird Orangenlimonade und Cola zu gleichen Teilen gemischt. Gwasch (von Gewäsch) sagen wir zu einer dünnen Suppe, einem dünnen Tee oder früher zu Dünnbier. Es gleicht sozusagen einem Spülwasser, das durch den Abwasch bereits trüb geworden ist. Quasch ist also eine trübe Flüssigkeit, die trinkbar, aber für sich nichts Gescheites ist.

So gesehen lehnen auch eingefleischte Biertrinker ein Bier-Mix-Getränk ab, da es die Reinheit des Bieres beeinträchtigt. Radler als Mischung aus Zitronenlimonade und Bier kennen wir schon lange. Auch der Russ, eine Mischung aus Zitronenlimo und Weißbier ist gängig in unserer Gegend. Weißbier wird aber auch mit Cola als Cola-Weizen genossen.

Je nach Region gibt es unterschiedliche Mischgetränke mit unterschiedlichen Namen, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. Nach einem neuen Brauereisteuergesetz durften Biermixgetränke erst ab 1993 in Flaschen angeboten werden, vorher mussten sie als offene Getränke hergestellt werden, sodass der Kunde den Mischprozess sehen konnte. Die gängigste Limonade ist dem Ursprung entsprechend wahrscheinlich immer noch die Zitronenlimo. Das Trinken von Zitronenwasser kann die Stimmung, die Verdauung und das Energieniveau verbessern. Sparen wir noch einiges an Zucker ein, dann wird es sogar noch gesund.

Zitronenlimo herstellen

Tatsächlich gibt es nichts Leichteres als sich Zitronenlimo selbst herzustellen. Dazu geben wir 500 ml Wasser, 50 g Zucker und einer Prise Salz in einen Topf und lassen alles zusammen unter Rühren so lange kochen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Erst wenn die Flüssigkeit wieder vollständig abgekühlt ist, geben wir den Saft von zwei frisch ausgepressten Zitronen und nochmal einen halben Liter Wasser dazu und rühren gut um. Wer will, kann noch einige Blätter frische Zitronenmelisse daruntermischen und das frische Kracherl sofort genießen.

Rote-Bete-Limo: Das Rezept

Vorstellen möchte ich heute aber auch eine Limonade, die wirklich Energie bringt, weil sie frische Rahner, also Rote Bete enthält. Es ist erwiesen, dass Rahner-Saft dazu beitragen kann, dass Muskeln besser durchblutet und mit Sauerstoff versorgt werden. Sportler trinken ihn deswegen zwei bis drei Stunden vor einem Workout, weil sie dadurch Ausdauer und Leistung steigern können. Die darin enthaltenen Antioxidantien schützen die Zellen und so funktioniert die Regeneration nach einem anstrengenden Training wesentlich schneller. Auch hier könnten wir den Zucker weitgehend reduzieren und im Rezept stattdessen vielleicht einen Apfel verwenden.

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Für unser Rahner-Limo (Rote Beete) benötigen wir lediglich 2 Zitronen, Zucker, Wasser und eine Rahner mit gut 400 g. Zuerst pressen wir den Saft der beiden Zitronen gut aus. Wenn es sich um Bioware handelt, können wir auch etwas Abrieb von der Schale zum Saft geben. Ebenso verwenden wir das Fruchtfleisch, aber ohne Kerne. Dann wird die Knolle geputzt, geschält und fein gerieben. Wegen der intensiven Farbe ist das Tragen von Einmalhandschuhen bei der Verarbeitung empfehlenswert.

Den Zitronensaft geben wir mit 25 g Zucker und 200 ml Wasser zu der geriebenen Roten Bete und pürieren alles zusammen, bis sich eine gleichmäßig sämige Masse ergibt. Die Masse wird noch durch ein feines Sieb gestrichen. Sie kann in einem verschlossenen Glas auch zwei bis drei Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Für unsere Limonade geben wir etwa 1/3 Rahner-Zubereitung in ein Glas mit Eiswürfeln und füllen mit 2/3 Sprudelwasser auf. Eventuell muss nochmal umgerührt werden.

Kalt genossen ist dieses Kracherl ein echter Energie-Booster. Wer den Geschmack der Rahner gerne mag, für den ist es eine echte Empfehlung.

Für unser Rahner-Limo benötigen wir lediglich 2 Zitronen, Zucker, Wasser und eine Rahner mit gut 400 g.
Zuerst pressen wir den Saft der beiden Zitronen gut aus. Wenn es sich um Bioware handelt, können wir auch etwas Abrieb von der Schale zum Saft geben. Ebenso verwenden wir das Fruchtfleisch mit, aber ohne Kerne.
Dann wird die Rahner-Knolle geputzt, geschält und fein gerieben.
Den Zitronensaft geben wir mit 25 g Zucker und 200 ml Wasser zu der geriebenen Roten Bete und pürieren alles zusammen, bis sich eine gleichmäßig sämige Masse ergibt.
Die Masse wird noch durch ein feines Sieb gestrichen. Sie kann in einem verschlossenen Glas auch zwei bis drei Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden.
Für unsere Limonade geben wir etwa 1/3 Rahner-Zubereitung in ein Glas, geben Eiswürfel dazu und füllen mit 2/3 Sprudelwasser auf. Eventuell muss nochmal umgerührt werden.
Kalt genossen ist dieses Kracherl ein echter Energie-Booster.