Neue Öffnungszeiten bei Thermen im Landkreis Kelheim – In Bad Gögging wird investiert

Die Thermen in Bad Gögging und Bad Abbach (Landkreis Kelheim) verzeichnen gute Umsatzzahlen, leiden aber unter dem heißen Sommer. Dabei gibt es noch mehr Herausforderungen.
Und sie betreffen vor allem die Limes-Therme in Bad Gögging, nachdem die Kaiser-Therme in Bad Abbach verkauft werden soll. Die Energie kosten werden in beiden Einrichtungen zunehmend zu einer Belastung, betonte Bezirkstagspräsident und Verbandsvorsitzender Olaf Heinrich bei der Sitzung der Zweckverbände beider Therme am Donnerstagnachmittag in Bad Gögging.
Franz Altmannsperger, strategischer Geschäftsführer der Thermengemeinschaft, zu der sich die fünf niederbayerischen Thermen zusammengeschlossen haben, erklärte, er gehe von einer Verdoppelung der Energiekosten in den Thermen aus. Dabei zahlten alle fünf Thermen zuletzt zusammen bereits 4,2 Millionen Euro pro Jahr für Energie.
Eine der vordringlichen Aufgaben ist es deshalb in den nächsten Jahren, die Energiekosten zumindest nicht ausufern zu lassen und dafür zu sorgen, den Energieverbrauch zu senken. „Energie“, stellte der Bezirkstagspräsident fest, „ist das Thema, das uns alle massiv umtreibt.“ Vorschläge zur Energieeinsparung gibt es mehrere.
Senkung des Energiebedarfs
In Bad Gögging setzt man auf Wärmerückgewinnung aus abgebadetem Thermalwasser. Damit könnte ein Drittel des Gesamtwärmebedarfs der Limes-Therme, haben Berechnungen im Auftrag der Zweckverbände ergeben, abgedeckt werden. Die erforderlichen Investitionen belaufen sich auf 1,6 Millionen Euro netto. Nach aktuellen Preisen würde sich die Maßnahme erst nach 18,6 Jahren rentieren. Bei einer Verdoppelung der Gaspreise würde sich die Investition in 8,0 bis 8,3 Jahren amortisieren. Wenn man dann noch eine staatliche Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau in Höhe von 35 Prozent einrechne, sei eine Amortisierung schon nach fünf Jahren möglich.
Neustadts Bürgermeister Thomas Memmel hatte keine Einwände gegen das Projekt. In der Zweckverbandssitzung wies er jedoch daraufhin, dass bisher das Abwasser aus der Limes-Therme schwallartig abgelassen werde, was zu erheblichen Problemen in der städtischen Kläranlage führe. Ein kontinuierlicher Zufluss sei deshalb wichtig.
Der entsprechende Beschluss, in der Limes-Therme in die Nutzung des abgebadeten Thermalwassers zu setzten, wurde einstimmig gefasst. Olaf Heinrich stellte fest: „Wir bauen unsere Energieversorgung sukzessive um, setzen auf Nachhaltigkeit und Effizienz. Wir sind auf einem guten Weg, den wir in kommenden Jahren konsequent weitergehen werden.“
Um die finanzielle Situation der Thermen zu verbessern, wurden auch die Benutzungspreise erhöht. Sie waren zuletzt vor einem Jahr erhöht worden. Künftig sollen danach eineinhalb Stunden im Erholungsbad 13 statt zwölf Euro kosten, die Tageskarte schlägt mit 26 statt 23 Euro zu Buche. Die Preisanhebung tritt voraussichtlich zum 1. April 2025 in Kraft.
Weitere Maßnahmen, um insbesondere auch die Personalkosten – sie sind der größte Posten bei den Ausgaben und betrugen für alle fünf Thermen zuletzt 17,3 Millionen Euro – sollen teilweise Schließungen erreicht werden. So könnte die Sauna in Bad Gögging künftig dienstags geschlossen bleiben, für die Bad Abbacher Sauna ist eine Schließung am Dienstag und Mittwoch vorgesehen.
Andreas Diermeier, Marktrat aus Bad Abbach und Mitglied des Zweckverbands Kurmittelhaus Bad Abbach kritisierte das. Da am Montag die Sauna nur für Frauen geöffnet sei, blieben für Männer nur vier Tage – Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag. Franz Altmannsperger entgegnete, an den ersten drei Wochentagen sei die Sauna in Bad Abbach nicht gut besucht. Außerdem sei es energetisch am günstigsten, wenn die Sauna zwei Tage hintereinander geschlossen bleibe. Die Einführung der neuen Öffnungszeiten wird voraussichtlich an beiden Standorten erst im nächsten Jahr erfolgen.
Abgesehen davon zeigten sich beide Thermen in diesem Jahres erstaunlich stark. So kam die Limes-Therme von Januar bis einschließlich August auf 237.000 Besucher und Behandlungen, die Kaiser-Therme im selben Zeitraum auf fast 126.000. Verglichen mit dem Vorjahr verzeichnete die Einrichtung in Bad Abbach sogar ein Plus von 10,34 Prozent, Bad Gögging hingegen ein Minus von 3,52 Prozent.
Umstrukturierung läuft
Im Vergleich mit den übrigen Thermen in Niederbayern liegen die Limes-Therme auf Platz 2 und die Kaiser-Therme auf Platz 4. Spitzenreiter ist – wie seit Jahren schon – Bad Füssing mit fast 361.000 Besuchern und Anwendungen. In Bad Birnbach wurden 227.000 Besucher und Anwendungen gezählt, in Bad Griesbach 166.000. Höhere Zahlen wären wohl nur bei einem nicht so heißen Sommer möglich gewesen. Da habe es die Gäste eher ins kühlere Freibad als ins warme Thermalwasser gelockt.
Die Umstrukturierung der niederbayerischen Thermengemeinschaft läuft weiter auf Hochtouren. Mit ihrem Fortgang zeigte sich der strategische Geschäftsführer, Franz Altmannsperger zufrieden. Bezirkstagspräsident und Vorsitzender aller fünf Zweckverbände, Olaf Heinrich, meinte zum Stand der energetischen Sanierung: „Wir sind auf einem guten Weg.“
Von Januar bis August verzeichneten die Bäder der Niederbayerischen Thermengemeinschaft insgesamt rund 1,114 Millionen Behandlungen. Das entspricht knapp dem Niveau im Vorjahreszeitraum.

