Wasserzweckverband Landkreis Regensburg-Süd beschließt weitere Preiserhöhung

Von Josef Eder · 12. September 2024 um 10:00

Der Zweckverband zur Wasserversorgung Landkreis Regensburg-Süd (WZV) erhöht nur zwei Jahre nach der regulären, auf vier Jahre ausgelegten Periodenkalkulation durch das Kommunalberatungsunternehmen Stefan Bieramperl/Birgit Mühlbauer seine Verbrauchsgebühr erneut.

Die Verbandsversammlung beschloss im Bürgersaal des Pentlinger Rathauses einstimmig, die Anhebung um 29 Cent auf 1,68 Euro pro Kubikmeter. Die letzte Erhöhung auf 1,39 Euro fand nach der außerperiodischen Kalkulation 2022 statt. Zuvor blieb der Wasserpreis seit 2004 mit 1,10 Euro stabil. Das Bauwasser wird jetzt mit 3,36 Euro abgerechnet. Der Gastwasserpreis beträgt 1,38 Euro, für Neutraubling 1,34.

Pro-Kopf-Verbrauch sinkt

2023 wurden insgesamt 3,36 Millionen Kubikmeter aus den vier Brunnen in Matting gefördert. Die abgegebene Wassermenge betrug 3,05 Millionen, die Gastwasserabnahme 1,2 Millionen Liter. Der allgemeine Durchschnittsverbrauch pro Person sank von 119 auf 114 Liter. Das Wasser erreicht die Verbraucher ohne jegliche chemische Zusätze oder Aufbereitung.

Die Erlöse beliefen sich 2023 nach der Erhöhung auf 4,9 Millionen Euro. Die Betriebseinnahmen betrugen 5,1 Millionen, die Aufwendungen 6,48 Millionen Euro. Aufgrund des zertifizierten Energiemanagement des WZV erhielt man 27634,92 Euro an Stromsteuererstattung. Der Strompreis und die erhöhten Rohstoffpreise sind es, die der erneuten Gebührenerhöhung von 0,29 Euro zugrunde liegen.

Die Investitionen und sonstigen Zugänge betrugen 2,34 Millionen Euro. Die Ertragszuschüsse 1,24 Millionen. Für 0,51 Millionen Euro wurden Fernleitungen gemäß DIN 500 an der R30 (Köfering) gebaut. Die größten Baumaßnahmen waren die Sanierung des Hochbehälters in Hohengebraching und die Pumpwerksanierung in Graßlfing. Die Planungen des neuen Hochbehälters Oberndorf haben begonnen.

Das Wirtschaftsjahr 2023 schließt mit einem Verlust von 1,11 Millionen Euro, im Wirtschaftsplan standen kalkulierte 1,93 Millionen zu Buche. Die flüssigen Mittel betrugen zum Jahresende 10,38 Millionen Euro (Vorjahr 12,44). Der Verband ist schuldenfrei, das Eigenkapital betrug zum Jahreswechsel 18,99 Millionen Euro. Trotz der schwierigen Personalgewinnung wurden alle Stellen besetzt, weitere Stellenausschreibungen sind geplant.

Bauvorhaben auf dem Weg

Hoch ist die eigene Investitions- und Sanierungstätigkeit durch in die Erweiterung des Verwaltungsgebäudes (3,1 Millionen Euro). Durch die Überbauung des Parkplatzes konnte weitgehend vermieden werden, wertvolle Grünflächen unwiderruflich zu zerstören.

Das Gebäude, dessen Baufortschritt bereits zu sehen ist, steht auf Stelzen, so dass darunter Parkflächen erhalten bleiben. Die Grundsatzentscheidung für den Umbau des Betriebsgebäudes wurde einstimmig beschlossen. Es gibt bisher weder Schreibtisch noch PC-Anschluss für jeden Wasserwart. Zudem ist der kombinierte Sozialraum mit nur drei Arbeitsplätzen sehr beengt. Mit der Aufstockung kann relativ einfach die Nutzfläche erhöht werden. Die voraussichtlichen Baukosten bewegen sich bei 730000 Euro. Ein Gründach ist geplant.

Der 3,5 Millionen Euro teure Neubau des Hochbehälters Oberndorf südwestlich von Graßlfing ist für 2025 beabsichtigt. Der bisherige Bau aus dem Jahr 1969 fasst in zwei Kammern 600 Kubikmeter. Der Neue soll mit 1500 Kubikmetern deutlich größer sein, die Edelstahltanks sind in einem Hallenbauwerk untergebracht. Zuvor muss noch in diesem Jahr für 450000 Euro ein Umbau des Pumpwerkes Graßlfing (Iradingerstraße) erfolgen.

Christian Brandl (Mintraching) trat als Verbandsrat zurück. Sein Nachfolger ist Franz Treindl. Zugleich war Brandl Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses. Otto Fuß (Thalmassing) rückt in den Ausschuss nach. Die am 27. März beschlossene Haushaltssatzung wurde vom Landratsamt rechtsaufsichtlich geprüft.