Trainer, Platzwart, Kicker: „Mane“ Zirpel, die Legende aus Neustadt, liebte den Fußball

Der TSV, größter Sportverein in Neustadt a.d. Donau, trauert. Ein Urgestein des Vereins lebt nicht mehr. Manfred „Mane“ Zirpel ist verstorben.
„Mane“ wurde 75 Jahre alt. „Es ist nicht in Worte zu fassen welch großen Verlust der Tod von ‘unserem Mane‘, wie wir ihn immer gern genannt haben, für den TSV Neustadt bedeutet“, sagt TSV-Vorsitzender Christoph Spreitzhofer. Die Nachricht erreichte die Mitglieder am Sonntag. „Es war ein Schock für uns alle“, sagt Spreitzhofer. „‘Geht nicht‘ gab‘s nicht für Mane. Er nahm jeden wie er war. Traf man ihn am Sportgelände, hörte man sich immer gerne seine Zahlreichen schönen Erlebnisse an, die ihn mit dem TSV verbunden haben.“ Und so stellt der TSV-Vorsitzende fest: „Wenn das Ehrenamt einen Namen hätte, beim TSV wäre es der von ‘Mane‘.“
Er war immer da
Tatsächlich war Manfred Zirpel schon zu Lebzeiten die Legende des TSV, ein Mann fast schon aus einer anderen Zeit. Er war die „gute Seele“ und immer da.
Dabei steckten seine sportlichen Anfänge in Mühlhausen. Hier wurde auch seine Leidenschaft für den Fußball geweckt. Bereits in der Jugend spielte er in Mühlhausen. Die Positionen waren vielfältig, „Mane“ war überall zu gebrauchen. „Alles außer Torwart“ habe er deshalb gespielt. Höhepunkte waren neben den eigenen Spielen die Ausflüge nach Regensburg. „Als Jugendlicher bin ich immer mit meinem Onkel zum Jahn gefahren.“
Später – nach der Heirat – ging es für Manfred Zirpel in Neustadt a.d. Donau beim TSV weiter. Der gebürtige Geibenstettener spielte in der AH und wurde Funktionär. 1985 übernahm er die A-Jugend als Trainer. „15 Jahre lang habe ich dann die A- und B-Jugend geleitet“, erzählte Zirpel vor einigen Monaten dem Reporter.
Auch als Trainer bewies er, dass er mit den Aufgaben, die er übernommen hatte, verantwortungsbewusst umging. Er delegierte nicht einfach, sondern arbeitete mit. So fuhr Zirpel mit seinen Mannschaften nicht nur zu Fußballspielen in Niederbayern, sondern auch zu Trainingslagern und zu Turnieren in Spanien und Italien. Schließlich wurde „Mane“ auch noch Chef der TSV-Fußballer, der größten Abteilung im Verein.
Höhere Ämter hatten ihn nie gereizt. Manfred Zirpel war einfach immer da, wenn Not am Mann war. Und er war sich für nichts zu schade. Er war auch Platzwart, Fahnenträger und Kassier bei den Heimspielen. Manchmal alles in einer Person, da war der gelernte Kraftfahrzeugmechaniker und spätere Lkw-Fahrer aber schon in Rente. Insgesamt, sagte er bei dem Gespräch anlässlich seines 75. Geburtstags, waren es 39 Jahre, die er im Ehrenamt tätig war. Dennoch ging es ihm daneben auch um die großen Momente im Sport. Zum Beispiel war Mane Zirpel, der viele Jahre Sechzger-Fan war, dabei, als 1860 noch eine europäische Spitzenmannschaft war und in München gegen Real Madrid spielte. Und einmal hatte Zirpel besonderes Glück. Da traf er Franz Beckenbauer am Rande des Oktoberfestes in München. Fünf Minuten, so Zirpel, sprachen sie miteinander. Natürlich über Fußball. Am Ende reichte Beckenbauer Zirpel die Hand und verabschiedete sich. „Der Beckenbauer war schon immer mein Idol. Er hatte eine ungeheure Leichtigkeit auf dem Platz.“
Warum Fußball?
Die Liebe zum Sport und vor allem zum Fußball im besonderen blieb. Auch die schwere Corona-Erkrankung – monatelang lag „Mane“ im Koma – konnte daran nichts ändern.
Im Rückblick auf sein Leben mit dem Leder sagte Mane Zirpel: „Warum musste es gerade Fußball sein? Ich bin auf einem Dorf aufgewachsen, wir haben nichts anderes gekannt.“ So einfach können Antworten sein.
Und der TSV-Chef sagt: „Für uns wird ‘Mane‘ ein großes Loch hinterlassen. Sogleich ist es unsere Aufgabe sein Erbe fortzuführen. Selbst wenn wir akzeptieren müssen, dass er in Zukunft nicht mehr am Sportplatz zu finden ist, wissen wir, dass er uns zuschaut und immer anfeuert! Ganz herzlich wollen wir uns auch bei Marlene bedanken, seiner Frau, die ihn uns für so viele Stunden ausgeliehen hat.“