Neustadt a.d. Donau erhöht nochmals Angebote in der Kinderbetreuung

Der Beginn eines neuen Schuljahres ist für viele Eltern auch der Beginn eines neuen Kindergartenjahres. Oft sorgte das bei den Eltern für Sorgenfalten, war es doch nicht immer einfach, den Nachwuchs in einer KiTa unterzubringen. Dieses Jahr sieht es seit langem wieder besser aus.
Das Problem besteht seit vielen Jahren. Wann immer in Neustadt a.d. Donau in den letzten Jahren neue Kindergartenplätze geschaffen wurden, hieß es kurz danach: Es reicht nicht. Ursächlich waren dafür mehrere Faktoren – die Entwicklung der Einwohnerzahl, der gesetzliche Anspruch auf einen Betreuungsplatz und der hohe Grad der Erwerbstätigkeit beider Elternteile.
Lange Zeit sah es dabei so aus, als sei das einzige Mittel, um jedem Kind einen Betreuungsplatz zu verschaffen, die Schaffung neuer Kindergärten oder die Erweiterung der bestehenden Einrichtungen. Tatsächlich funktionierte dieses Konzept seit mehreren Jahren nicht mehr reibungslos. Es fehlte schlicht das fachlich qualifizierte Personal, um die Kinder zu betreuen.
Weil auch Träger der Kindergärten kein zusätzliches Personal fanden, kündigte die Stadt mehrere Verträge mit den Trägern und übernahm die Verwaltung der Einrichtungen selbst. Zu Beginn des neuen Kindergartenjahres ist Bürgermeister Thomas Memmel optimistisch. „Im Kindergarten St. Andreas in Bad Gögging werden zusätzlich zwei Kinderkrippengruppen eingerichtet“, sagt der Bürgermeister. „Und im Kindergarten Sachensucher in der Fröhlichstraße wird es eine dritte Gruppe geben.“ Um diese Plätze zu schaffen, wurden in Bad Gögging mehrere Container neben dem vorhandenen Kindergartengebäude aufgestellt. Rund 600 Betreuungsplätze stehen damit zur Verfügung.
„Personal beisammen“
Memmel ist überzeugt, dass es richtig war, zuletzt auch den bisher von der AWO geführten Kindergarten in der Fröhlichstraße in die Regie der Stadt zu überführen. Insgesamt sei allerdings auch vieles, was zuletzt im Rathaus passierte, ein „Kraftakt“ gewesen. Dazu gehörten nicht nur bauliche Maßnahmen, sondern auch viele Gespräche. Stellen mussten ausgeschrieben und Bewerbungen gesichtet werden.
Erst mit Beginn der Sommerferien waren alle Stellen in Kindergärten und -krippen besetzt. „Anfang August konnten wir sagen, jetzt haben wir das Personal beisammen“, stellt Memmel fest.
Der Bürgermeister verteidigt das neue System der Trägerschaft. „Ein Träger bedeutet auch, dass ich Springer installieren kann“, erklärt er. Eine neue Mitarbeiterin wurde bereits ausdrücklich unter der Maßgabe eingestellt, dass sie nicht nur in einer Einrichtung beschäftigt werden kann, sondern nach Bedarf auch andernorts. „Bei den Lehrern ist das mit der Mobilen Reserve nicht anders.“
Als einen „echten Glücksfall“ bezeichnet er überdies den Kindergarten „Donaupfauen“, der durch die Elterninitiative „Donaupfauen Neustadt e.V.“ betrieben wird. Die Elterninitiative ist Träger der Einrichtung und zuständig für die konzeptionelle Ausrichtung sowie die Auswahl und Einstellung des Personals.
Lob für privates Engagement
Anfang September vorigen Jahres hatten die Donaupfauen in den ehemaligen Räumen der Volkshochschule ihre Türen geöffnet. Yvonne Schmid und einige andere engagierte Eltern hatten einen nervenaufreibender Prozess hinter sich. Es musste nicht nur ein Verein gegründet und Fördermitglieder geworben werden. Es brauchte auch ein pädagogisches Rahmenkonzept, Brandschutzpläne und Gebäudenutzungsänderungen. Die größte Hürde aber war es, von der zuständigen Aufsichtsbehörde, dem Landratsamt, zeitnah die Betriebserlaubnis zu bekommen.
Kein Problem war für die Donaupfauen, das passende Personal zu finden. Der Grund ist einfach. Unter den Gründern und Gründerinnen befinden sich einige Pädagogen und Pädagoginnen mit guten Kontakten. Auch Schmid selbst ist Erzieherin.
Gibt es damit jetzt genug Betreuungsplätze? „Ja“, sagt Bürgermeister Thomas Memmel in Bezug auf die Kindergärten. „Bei Krippen wird nach der Berufstätigkeit differenziert. Durch die 24 neuen Plätze in Bad Gögging haben wir ganz viel geschafft.“
Aber, sagt Memmel auch, eine derartige Bestandsaufnahme sei immer eine Momentaufnahme. Schon eine Kündigung beim Personal kann neue Probleme schaffen.
Weiter verbessern dürfte sich die Versorgung mit Betreuungsplätzen durch die künftige Kindertagesstätte in Irnsing. Im März stimmte der Stadtrat dem Bauantrag für das Projekt zu. Angedacht sind beim Kindergarten zwei Gruppen mit insgesamt 52 Plätzen – dazu eine Krippengruppe mit zwölf Plätzen.

