Chorleiter wird Schulleiter – Neuer Rektor ist verwandt mit Meister Eder

In wenigen Tagen beginnt das neue Schuljahr. Für Norbert Nadler wird dies eine Rückkehr an seine alte Schule sein. Nadler, ein Neustädter und vielen Bürgerinnen und Bürgern unter anderem als Leiter der Laurentius Singers bekannt, kehrt als neuer Rektor an die Schule zurück, deren Schüler er einst war.
Norbert Nadler war viele Jahre als Lehrer „auf Wanderschaft“ – unter anderem in Mainburg, Elsendorf, Siegenburg und zuletzt acht Jahre als Rektor der Mittelschule Riedenburg. Jetzt ist er wieder in Neustadt a.d. Donau, wobei er hier nie wirklich weg gewesen ist. Norbert Nadler, der inzwischen in Sandharlanden wohnt, ist nämlich seit vielen Jahren Leiter der Laurentius Singers, die es seit fast 40 Jahren gibt. Der Chor übt regelmäßig jeden Freitag in der Grundschule.
Chorleiter wie Schulleiter müssen Menschen führen. Daran erinnerte auch Schulrätin Brigitte Schönhofer-Bohrer vom Schulamt Kelheim bei den Amtseinführung Nadlers am Dienstag, die den neuen Rektor insoweit lobte. „Wir haben hier einen Menschenfischer, der unglaublich gut mit Menschen umgehen kann und der immer schaut, dass man die Leute ins Boot holt“, sagte die Schulrätin über Norbert Nadler.
Mehr als 500 Kinder
Auf den neuen Leiter der Grundschule wartet eine besondere Herausforderung. „Es ist unsere einzige Grundschule in Neustadt a.d. Donau“, stellte Bürgermeister Thomas Memmel fest. Und deshalb sei es auch eine sehr große Grundschule. In diesem Schuljahr werden hier mehr als 500 Kinder in 22 Klassen von 40 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet. „Die 500er-Grenze haben wir in diesem Jahr überschritten“, stellte Konrektorin Maria Dumann klar. Damit, erläuterte Schulrätin Schönhofer-Bohrer, sei die Neustädter Grundschule denn auch die größte Grundschule im Landkreis Kelheim und eine der größten in Niederbayern.
Aktuell werden hier die Stundenpläne für das neue Schuljahr erstellt. Die Grundschule und die Kinder haben dabei Glück. Es sind genug Lehrkräfte vorhanden. Allerdings, sagt die Schulrätin, sei die personelle Versorgung „auf Kante genäht“, um die Stunden abzudecken. Auch Studenten seien im Einsatz, die Zuteilung neuer Lehrkräfte sei „sehr überschaubar“. Brigitte Schönhofer-Bohrer freut sich: „Wir starten so ins neue Schuljahr, dass wir jede Klasse versorgt haben.“
Um die Versorgung zu gewährleisten und insbesondere Engpässe zu vermeiden, hätten vor allem auch Teilzeitkräfte ihre Stunden aufgestockt. Für Norbert Nadler ist es in diesem Zusammenhang eine wichtige Beobachtung, dass „seine“ Schule einen guten ruf genießt. Es gebe nur wenig Fluktuation. „Hauptsache, wir bleiben da, sagen die Kollegen. Das ist eine wichtige Botschaft“, betonte der neue Rektor.
„Ich bin aus dieser Schule nie herausgekommen“, stellt Nadler schließlich fest, der zu seinem „ersten Schultag“ von der Schulrätin einen Sonnenblume und vom Bürgermeister eine Zuckertüte geschenkt bekam.
Deutlich zu spüren war bei der Amtseinführung, dass sich nicht nur Norbert Nadler über die Rückkehr an seine alte Schule freute. Bürgermeister Thomas Memmel und Holzapfel, Abteilungsleiterin Kultur, Tourismus und Bildung in der Stadtverwaltung, kennen sich – unter anderem vom Stadtjubiläum im vorigen Jahr. Da war Norbert Nadler eine der treibenden Kräfte bei der „Nacht der Chöre“.
Der echte Schreinermeister
Ein anderes Ereignis offenbarte vor einigen Monaten, dass Nadler mit dem Liebling vieler Kinder – und Erwachsenen – verwandt ist. Recherchen in Zusammenhang zu den neuen Folgen des „Pumuckl“ ergaben, dass der echte Meister Eder ein waschechter Schreinermeister aus Neustadt a.d. Donau ist und Adolf Nadler hieß. Dessen Sohn ist ein Cousin des Chor- und Schulleiters.
Müssen sich die Kinder der Neustädter Grundschule jetzt „auf was gefasst machen“? Norbert Nadler schränkt in Bezug auf die Musik ein: „Jeder soll seine Talente entwickeln. Jeder soll in alle Bereiche hineinschnuppern und herausfinden, was für ihn wichtig ist.“ Das sei gerade im Grundschulalter wichtig. „Da bringt man Offenheit mit.“

