Wird die bisherige Sparkasse in Burglengenfeld zur neuen Heimat für den Bürgertreff?

Von Thomas Rieke · 14. September 2024 um 05:00

Allen Unkenrufen zum Trotz hat die Sparkasse im Landkreis Schwandorf kürzlich damit begonnen, ihre Umzugspläne in Burglengenfeld zu realisieren. Damit stellt sich die Frage nach der künftigen Nutzung ihres eigenen Gebäudes am Marktplatz 12. Für die Stadt selbst könnte der beabsichtigte Verkauf eine riesige Chance sein.

Wie berichtet, hat die Sparkasse vor rund zwei Jahren beschlossen, ihr Beratungscenter in Burglengenfeld zu schließen und durch eine „nach neuesten Erkenntnissen gestaltete Filiale“ zu ersetzen. Die künftige Adresse wird gleich gegenüber der Marktplatz 7 sein, in dem bis 2021 die Commerzbank zuhause war – und bis 2004 die SchmidtBank.

Verändertes Kundenverhalten

Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, Werner Heß, und Vorstandsmitglied Bernd Rees erläuterten die Gründe, die zu der Entscheidung geführt haben, die Straßenseite zu wechseln, obwohl die Sparkasse dadurch zum Mieter wird: Zwar sei die Kundschaft mit Girokonten laufend gewachsen, doch die Frequenz im Beratungscenter am Marktplatz 12 seit längerem rückläufig. Immer öfter würden Bankgeschäfte heute nämlich online abgewickelt.

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Infolge dieses Trends seien die Räumlichkeiten am Marktplatz 12 zu groß geworden, hieß es. Hierin sehe die Sparkasse aber auch Gutes – nämlich eine weitere Gelegenheit, ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Deshalb habe man nach angemessenem Ersatz gesucht – und am Marktplatz 7 gefunden. Als Umzugsdatum wurden „Ende 2024“ oder das Frühjahr 2025 genannt.

Nun werden Nägel mit Köpfen gemacht

Zwischenzeitlich machten zwar Gerüchte die Runde, die Bank habe ihren Plan wieder verworfen. Doch als vor wenigen Wochen Handwerker auftauchten, um in der ehemaligen Commerzbank die Arbeit aufzunehmen, war klar, dass die Sparkasse Nägel mit Köpfen macht. Das Konzept für die neue Geschäftsstelle sei mit Unterstützung eines Spezialisten erarbeitet worden, bestätigt ein Sprecher des Geldinstituts. Man lege nämlich großen Wert darauf, dass die Filiale „auf Basis der neuesten Kenntnisse kundenfreundlich und modern gestaltet ist“.

Was aber wird aus dem Gebäude am Marktplatz 12? Hinsichtlich der weiteren Verwendung gebe es „derzeit noch keine konkreten Pläne“, heißt es offiziell. Eine Entscheidung werde „zu gegebener Zeit“ gefällt werden. Aus zuverlässiger Quelle hat die MZ jedoch erfahren, dass die Bank längst ihre Fühler nach einem Käufer ausgestreckt hat. Dabei soll sie auch an die Stadt Burglengenfeld gedacht haben.

Bürgermeister bestätigt Interesse

„Zu Grundstücksangelegenheiten und somit auch zu Immobiliengeschäften kann ich natürlich öffentlich nichts sagen oder spekulieren“, erklärt Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) dazu. Aber ein „derartig großes und derartig zentrales Gebäude“ am Burglengenfelder Marktplatz sei für die Kommune „selbstverständlich sehr interessant“. Das liegt auf der Hand. Zum einen ist es ein offenes Geheimnis, dass es in der Verwaltung teils recht eng zugeht. Zusätzliche Räume könnten die Mitarbeiter gewiss gebrauchen.

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Außerdem muss sich die Stadt in absehbarer Zeit überlegen, wie es mit dem Bürgertreff am Europaplatz 1 (gleich hinter der Sparkasse) weitergeht. Dort ist die Stadt bisher nur Mieter; das Ende der Vertragslaufzeit soll in Sicht sein. Mit anderen Worten: Ein Kauf der Sparkasse eröffnete der Kommune für wichtige Einrichtungen ungeahnte Möglichkeiten.

Großes Problem: die Finanzierung

Allerdings stellt sich sogleich die Frage, ob die Stadt finanziell überhaupt in der Lage wäre, in einem Bieterverfahren mitzuhalten.

Als die Fraktionsgemeinschaft von SPD, Grünen und Die Linke sowie die Burglengenfelder Wählergemeinschaft (BWG) in Sachen Jugendzentrum an der Schwandorfer Straße darauf drängten, die Stadt solle die Liegenschaften erwerben, blockte Bürgermeister Gesche mehrfach ab. Seine Argumente: Die Kassenlage sei zu angespannt, und es gebe dringlichere Aufgaben.

Hier will die Sparkasse 2025 eine moderne Filiale eröffnen. Das Haus beherbergte bereits die Commerzbank und die SchmidBank. Foto: Rieke