Sonderaktion zum Schulstart: Regensburger Imbiss-Betreiber von Kindern rassistisch beleidigt

Mike Hairston hat es nur gut gemeint: Der Inhaber der Rollin‘ Kitchen in der Wiener Straße in Regensburg hat sich extra zum Schulstart Kinder-Burger ausgedacht, um den Kleinen eine Freude zu machen, bevor der Ernst des Lebens wieder ansteht. Am Montag wurde er allerdings ausgerechnet von ein paar Kindern rassistisch beleidigt.
„Es kamen zwei Frauen mit fünf Kindern rein“, sagt Hairston zur MZ. Die Gruppe sei gerade dabei gewesen, zu bestellen, als die beiden Erwachsenen noch einmal hinausgingen. Die Kinder zogen daraufhin in einer Art Polonaise durch seinen Laden – dabei sangen sie „Ausländer raus“.
Der rassistische Spruch taucht in Deutschland seit Anfang des Jahres immer wieder auf. Er ist Teil einer umgedichteten Version des Liedes „L’Amour toujours“ des italienischen DJs Gigi D‘Agostino.
Rassistische Beleidigung in Regensburg: „Ich war schockiert“
Hairston habe die Vorfälle mit Sorge beobachtet, sagt der Imbiss-Inhaber. Ihn selbst habe es bislang aber noch nicht getroffen. „Ich war schockiert und sprachlos.“ Er habe sich erst einmal kurz hinsetzen müssen, um zu überlegen, wie er vorgehen soll. Er habe sich dann dazu entschieden, der Gruppe keine Burger zu verkaufen – was ihm viel Zuspruch der anderen anwesenden Gäste eingebracht habe. Nach zehn Minuten seien die Kinder wiedergekommen, um sich – zumindest größtenteils – zu entschuldigen. Er blieb allerdings bei seiner Entscheidung.
Nach einem emotionalen Statement auf Instagram seien die beiden Frauen nochmals zurückgekommen, um sich zu entschuldigen. Hairston fragt sich dennoch seit Montag, wie es so weit kommen kann, dass Kinder zwischen sechs und acht Jahren so etwas herausposaunen.
Es ist nicht das erste Mal, dass dem Regensburger Rassismus widerfährt. In seinem früheren Job habe er mal einen Kunden bedient, der mehrfach Anspielungen auf den Nationalsozialismus gemacht habe. Auch das habe ihn arg mitgenommen, erinnert er sich.
Betreiber von Burger-Imbiss erlebt unterschwelligen Rassismus
Generell sei es seit 2015, also seit der sogenannten Flüchtlingskrise, schlimmer geworden. Früher sei er ganz normal durch die Stadt gelaufen und habe sich mit Menschen unterhalten. „Heute wird der Augenkontakt eher gemieden“, sagt Hairston. Am schlimmsten seien allerdings die Kommentare in den sozialen Medien.
Dass sich etwas verändert habe, merke er aber auch im Alltag. Beispielsweise im Bus, wenn er sich neben ältere Frauen setze. „Da wandert die Handtasche dann schon mal schnell auf die andere Seite.“ Für den Imbiss-Betreiber ist völlig klar: „Das ist unterschwelliger Rassismus.“